Sedes attractivae - Sehenswürdigkeiten

   

   

Der Größenwahn des Caracalla

 

Passend zum Regen und den badeseegroßen Pfützen ging es am Donnerstag Nachmittag in die Caracalla-Thermen. Hier konnte man zwar nicht mehr baden, doch ihre gigantische Größe beeindruckte jeden von uns, wir kennen ja nur die kleinen Schwimmbäder von heute wie das Geibeltbad oder das Georg-Arnhold-Bad. Allein das riesige, zweistöckige Haupthaus der Caracalla-Thermen, in dem sich Schwimmbecken, Sportplätze und Saunen befanden, erstreckt sich auf einer Fläche von 214 x 110m. Hinzu kommen eine riesige Gartenanlage, Bibliotheken, Zisternen zur Wasserspeicherung und ein Stadion. Insgesamt summiert sich das zu einer Fläche von knapp 12 Hektar. Einfach ein gigantischer Spa-Bereich!

   

   

Ein Feuer, das 700 Jahre brannte

 

Forum Romanum lautete heute das große Thema, auf das ich mich schon vorher freute, denn diese wichtigste Straße des alten Rom mit ihren Triumphbögen, großen Tempelanlagen und politischen Bauten bietet unendlich viele bedeutende Sehenswürdigkeiten auf einem Fleck. Es war ein herrlicher Sommertag mit warmen Strahlen, die man auf der Haut spürte, also auch das Wetter spielte mit.

Nach einigen anderen Sehenswürdigkeiten kamen wir zu dem Tempel der Vesta, der am Fuße des Palatins am Forum Romanum platziert ist. Als Rundtempel mit mächtigen, doch schlanken korinthischen Säulen ist er im Vergleich zu seinen gigantischen Bauten in der Nachbarschaft ein sehr schönes Symbol für die Frauen als Schutzgöttinnen im Zentrum der Macht. Auch heute noch kann man sich diese Dimensionen gut vorstellen.

Die Vestalinnen waren die Priesterinnen der Göttin Vesta, der Göttin des Herdfeuers und damit der Schutzgöttin des Heims als Bereich der Frauen und Mütter und auch der Göttin der Fruchtbarkeit. Die jungfräulichen Priesterinnen lebten zu Sechst in Keuschheit neben dem Tempel im Haus der Vestalinnen, das mit seinem Innenhof mit Garten und ehemals angrenzenden Räumen an die Bauart eines mittelalterlichen Klosters erinnert.

Im Vesta-Tempel brannte das ewige Feuer. Dieses Feuer galt als Urfeuer aller Feuer der Stadt Rom und sogar des ganzen römischen Reiches, die bei Kultstätten auch direkt von hier entzündet wurden. Zum Neujahrsfest der Römer am 1. März wurde das Feuer jedes Jahr in einem rituellen Akt vor dem Tempel neu entzündet und dann im Tempel durch die Vestalinnen gehütet. Nach altem Brauch wurde der Tempel täglich mit Wasser aus einer Quelle gereinigt, dieses galt als weiterer Kult der Reinheit und damit der Fruchtbarkeit.

Die Vestalinnen führten ein angenehmes und einfaches Leben in ihrem abgeschlossenen Haus, denn sie mussten keusch und rein sein. Sie wurden bereits mit sechs Jahren aus reichen und angesehenen, teilweise sogar königlichen Familien ausgewählt, um 30 Jahre lang den Priesterdienst zu verrichten. Dafür besaßen sie Privilegien, wie in Theatern und im Zirkus auf Ehrenplätzen bei den Senatoren zu sitzen. Wenn sie allerdings in ihrer Dienstzeit von dreißig Jahren ihre Jungfräulichkeit verloren oder das Feuer erlöschen ließen, wurde ihnen zur Strafe ein weißes Bett mit einem Wasserkrug daneben in einer Grube zurechtgestellt und dann wurden sie bei lebendigem Leibe begraben.

Die bekannteste und interessanteste Vestalin ist Rhea Silvia, die der Legende nach von Mars verführt wurde und die Zwillinge Romulus und Remus, die Gründer Roms, gebar.

Der Legende nach wurden Gefangene, die unterwegs zu ihrer Hinrichtung einer Vestalin begegneten, freigesprochen.

Das Feuer wurde von den Vestalinnen etwa 700 Jahre an dieser Stelle gepflegt.

   

   

Sehenswürdigkeit aus einer anderen Dimension

 

Kaum in Rom angekommen, begannen wir mit einem Stadtrundgang. Der erste Weg führte uns zu einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Roms: dem Pantheon.

Auf der Piazza della Rotonda stehend waren wir beeindruckt von diesem Gebäude, bei dem es sich um das besterhaltenste Monument des antiken Roms handelt. Um in das Pantheon zu gelangen, mussten wir durch eine riesige Säulenhalle hindurchgehen, von denen jede einzelne Säule gefühlte 20m Höhe hatte. Als wir durch die 6m hohe Bronzetür dann das Pantheon betraten, verschlug es uns fast den Atem. Vor uns sahen wir den Altar,  über dem sich ein Goldenes Gewölbe befindet, was auf uns wie der Himmel wirkte. 

Direkt über uns öffnete sich die Kuppel mit einem imposanten Durchmesser von etwa 43m den Atem. Zum Vergleich: Die Kuppel der Frauenkirche hat einen Durchmesser von „nur“ 26m. Selbst die Kuppel des Peterdoms hat einen rund 1,4m geringeren Durchmesser als die des Pantheons.

Gut, dass wir aus den vorherigen Informationen wusste, dass sich am höchsten Punkt der Kuppel ein Loch, Opaion genannt, von 10m Durchmesser befindet, sonst wären wir ziemlich irritiert gewesen. Durch eine gleich große Absperrung am Boden direkt unterhalb des Opaions wurde uns die enorme Größe erst richtig bewusst.

   

   

Musei Vaticani

Am Mittwoch Nachmittag bekamen wir die Gelegenheit, den weiteren Teil des Tages selbst zu gestalten. Vier Schüler unserer Klasse planten dabei schon im Voraus, die Vatikanischen Museen zu besuchen, welche zu Recht als eine der Hauptattraktionen Roms – oder besser des Vatikans – gelten. Nichtsdestoweniger ist es auch die Sehenswürdigkeit mit dem höchsten Zeitaufwand. Aus diesem Grund hatten wir die Eintrittskarten bereits vorbestellt, was wir auch zukünftigen Schülergruppen wärmsten empfehlen können!

Ein Schüler unserer Gruppe war bereits in den Vatikanischen Museen gewesen und dementsprechend hatten wir einen ungefähren Überblick, welche Teile der Sammlungen besonders von Interesse sind, wobei weitere Recherchen vor dem Besuch sehr nützlich sind.

So gelangten wir über die Spiraltreppe zunächst in den ägyptischen Bereich und von dort aus weiter zu dem Museo Pio-Clementino. Die Statuen aus Marmor des achteckigen Hofes, die u.a. Götter darstellen, wirkten sehr beeindruckend. Bekannt ist sicherlich die Laokoongruppe. Das Geschick der antiken Bauherren wurde hier wieder einmal deutlich! Ebenso verhält es sich mit dem bronzenen Herakles im runden Saal.

Die Beschilderung der einzelnen Ausstellungsstücke war recht rar, aber wir konnten in Ergänzung dazu viele Informationen aus einem Museumsführer entnehmen. Diese und weitere informative Souvenirs gibt es in nahezu jeder Teilausstellung zu kaufen, sie sind überaus ratsam. Ansonsten kann recht schnell die Orientierung verloren gehen.

Über den Zoo aus Marmor und die Galerie der Landkarten – ein Teil, der zu unserem Bedauern leider zur Hälfte renoviert wurde – gelangten wir zu den Stanzen des Raffael. Dort war u.a. das Fresko „Die Schule von Athen“ zusehen. Dieses Bildnis wirkte in seiner wahren Größe noch bemerkenswerter als erwartet. Das Wissen aus dem Ethikunterricht sowie der Museumsführer halfen uns dabei, die einzelnen Personen wie die zentral gesetzten Philosophen Platon und Aristoteles zu entschlüsseln.

Es folgten etliche weitere Ausstellungen, so bspw. die Borgia-Gemächer, bis wir zum Höhepunkt der Vatikanischen Museen kamen, der Sixtinischen Kapelle. Dort herrschte ehrfürchtige Ruhe, das Fotografieren wurde strikt unterbunden. Die unter Papst Sixtus IV. erbaute Kapelle ist kaum mit Worten zu beschreiben, der Raum voller Gemälde wirkt atemberaubend und imposant! Dort konnten wir sogar einige der Bibelzyklen wie z.B. „Der Sündenfall“ von Michelangelo erkennen.

Nach weiteren Teilen des Museums, es soll an dieser Stelle das Museo Cristiano genannt werden, erreichten wir das Ende des ca. 7 km langen Museumsrundgangs. Dabei fanden wir es bedauernswert, nicht mehr Zeit gehabt zu haben, denn so viele Eindrücke kann man nur schwer auf einmal verarbeiten!

Als kleinen Tipp möchten wir interessierten Lesern noch mitgeben, dass auch die Deckenmalerei sehr genau angeschaut werden sollte, denn dort finden sich mindestens so viele Gemälde und prunkvolle Umrahmungen wie an den Wänden!

   

   

Der Palatin

 

Atemberaubend, wunderschön, Ausblick genießen,

einmal kurz die Augen schließen.

Welt vergessen und Abschied nehmen,

hoffen auf ein Wiedersehen.

Diesen Hügel besteigen und die Geschichte abspielen lassen,

kann es nicht fassen, hier ist ein Imperium gewachsen.

Schau‘n Sie sich um,

rechts sehen Sie das Forum Romanum,

hinter Ihnen noch das Kolosseum.

Der Hügel steckt voller Geschichte und Leben

und von Ruinen ist er umgeben.

Auch diese Gartenpracht zeichnet ihn aus,

sie ist ein echter Augenschmaus.

Sprachlos, außergewöhnlich, Erinnerungen im Herzen,

verlassen wir Rom mit Abschiedsschmerzen.

Und wir sagen „Good Bye, auf ein Wiedersehen.“

Nun können wir nach Hause gehen.