Roma antiqua viva

   

   

Victoria! Victoria!

 

Man konnte es förmlich hören und fühlen, den enthusiastischen Jubel und die Euphorie der römischen Bevölkerung, während der erfolgreiche Feldherr über die Via Triumphalis schritt.

Es muss überwältigend ausgesehen haben, wenn Tausende von Menschen dem Triumphator zugejubelt und ihn beglückwünscht haben. Unverändert  sieht der Bogen, auch ohne die Menschenmassen, majestätisch und feierlich aus.

Der prunkvolle Konstantinsbogen wurde zu Ehren des Kaisers Konstantin nach seinem Sieg über Maxentius erbaut. Die finanzielle Knappheit des römischen Staates lässt sich an dem Bogen nicht sehen, obwohl er hauptsächlich aus älteren Reliefs und Skulpturen zusammengesetzt ist. Dadurch symbolisiert bzw. repräsentiert er einen Teil der römischen Geschichte.

   

  

Ein Stadion zum Spazieren

 

Jeder kennt es, das größte Stadion der Antike: Der Circus Maximus in Rom. Ein monumentaler Bau, in dem vor bis zu 300 000 Zuschauern die spektakulären Pferderennen ausgetragen wurden. Doch wenn man den Platz, an dem dieses Wahrzeichen des antiken Roms stand, betritt, merkt man davon nicht mehr viel. Ein riesiger, leicht abgesenkter Platz erstreckt sich inmitten der umstehenden Gebäude. Kaum etwas lässt vermuten, dass hier einmal Sportveranstaltungen ausgetragen wurden, die das Ausmaß eines Nationalfeiertages annahmen. Einige Römer führen ihre Hunde Gassi, andere joggen um den Platz herum.

Doch bei genauerem Betrachten zeigen sich einige Elemente des Circus Maximus, die überdauert haben: die ovale Form, die den Betrachter erahnen lässt, an welchen Stellen die römischen Wagenlenker gefahren sind, die Überreste der Südtribüne, die einen kleinen Ausblick auf die unglaubliche Größe des Stadions hinweisen.

Unterstützt von dem zugegebenermaßen genialen Vortrag von einem unserer Mitschüler, lässt man seiner Fantasie freien Lauf und stellt sich vor, wie groß der Platz gewesen sein muss, wie viele Menschen hier zusammengestanden haben, wie die Lenker um den Sieg gekämpft haben. Schlussendlich wünscht mansich einfach nur, einmal bei einem solchen Rennen dabei gewesen zu sein. Der leere Platz mag für einige vielleicht langweilig sein, doch man muss ihn gesehen haben, um zu verstehen, was die Römer auf die Beine gestellt haben: ein Stadion, das größer ist als alle heutigen, ein Ort an dem verschiedenste Menschen zusammengekommen sind, um ein Ereignis zu feiern, das man heutzutage nie erleben wird.

   

   

Größer als ein Fußballstadion                                                                                         

Das Kolosseum ist nicht nur einen kurzen Besuch und drei Blicke von außen wert, vielmehr sollte man dieses prachtvolle Stadion einmal genauer von innen betrachten. Denn von innen lassen sich erst die wahren Architekturkünste des vierstöckigen Bauwerkes erkennen. Rund 50.000 Personen fanden während der Gladiatorenkämpfe dort Platz, mehr als in den meisten modernen Fußball-Stadien dieser Welt. Das Kolosseum sollte bei einem Besuch in Rom einen festen Platz unter den „Must-Sees“ in Rom haben. Es beeindruckt vor allem durch seine bereits erwähnte architektonische Meisterleistung. Unter dem Holzboden, auf dem die Kämpfe stattfanden, befinden sich Kellerräume. Diese wurden zum Einsperren von Tieren oder Kämpfern genutzt. Des Weiteren befanden sich hier äußerst ausgeklügelte Hebesysteme, die innerhalb von Minuten eine Bühnenlandschaft, ähnlich einem Wald, empor heben konnten. Wer das Kolosseum aus dem atemberaubenden vierten Stock oder die Kellerräume erleben will, der sollte sich hier eine Führung nicht entgehen lassen – am besten bei schönstem Sonnenschein.

   

   

Geschäftiges Treiben im antiken Rom

 

Es ist ein großartiges Gefühl, den staubigen Boden des sonnendurchfluteten Forum Romanum zu betreten. Menschen mit weiten Gewändern, Senatoren, Soldaten, Hausfrauen, Sklaven bevölkerten die breiten Wege, gingen in den Häusern, deren Überreste noch heute erhalten sind, ihren täglichen Geschäften nach.

Der Marmor der Bank ist kühl und glatt. Von Handwerkern vor langer Zeit bearbeitet, von Wind und Wetter über hunderte von Jahren glatt poliert. Kinder haben auf ihr gespielt, vielleicht der Kaiser gesessen.

Die Grundmauern von Tempeln, Triumphbauten, Markthallen, Basiliken und Statuen zieren den riesigen Platz und vermitteln einen gewaltigen Eindruck von der ehemaligen Pracht. Es ist der Platz, der vor 2000 Jahren das Zentrum des Römischen Reiches war, aber wohl auch als das Zentrum der Welt betrachtet werden konnte.

Jetzt sind die Wege ausgetreten, die Kapitelle heimatloser Säulen sind auf dem Boden verstreut.

Doch die Schlange der Menschen, die ungeduldig vor dem Eintrittskartenverkauf warten, ist nicht kleiner geworden.