Nubila serena succedunt. - Auf trübes folgt heiteres Wetter.

   

   

Ostia Antica im Regen

 

Ostia war in der Antike die Hafenstadt Roms und auch heute noch sind viele Ruinen gut erhalten, wie z. B. das Marcellus-Theater und auch ein paar Insulae (Mietskasernen) und andere Wohnhäuser. Die Stadt soll sehr hübsch sein und zum Spazieren und Entspannen einladen. Zumindest in der Theorie.

Denn bei Regen, wenn man das Gefühl hat, dass der Tiber nicht verlandet ist und sich das Meer, statt vier Kilometer entfernt, mitten in der Stadt befindet, muss man schon einige Phantasie aufbringen, um sich eine sonnendurchflutete Ruinenstadt vorzustellen.

In Ostia Antica findet man sogar noch einige schöne Mosaiken. Diese sind größtenteils mit Meeresmotiven geschmückt. Man bekommt also das Gefühl sich unter Wasser zu befinden. Doch selbst Regenjacken und Schirme, die uns vor den Fluten bewahren wollten, konnten uns nicht daran hindern – zwar vollkommen durchnässt und in den Pfützen badend – diesen Einblick in die „Unterwasserwelt“ zu bewundern.

So schön kann Ostia Antica sein!

   

   

Ostia für Schönwettertouristen oder Was man hätte haben können

 

Während Ostia zur Zeit unseres Besuches sein einstiges Dasein als Hafenstadt wiederzubeleben schien, zeigt sie sich an sonnigen Tagen von einer ganz anderen Seite.

Wenn der Aufenthalt also nicht davon bestimmt ist, sich die trockenste Route vorbei an den großen Pfützen zu suchen, ist es noch deutlich schöner und beeindruckender, die Reste dieser Stadt zu erkunden. Denn dann sind die Bodenmosaike nicht verborgen von aufgewühlten Pfützen, die Treppen nicht zu erklimmen, ohne fürchten zu müssen, darauf auszurutschen und auch das Bild der Stadt, wie sie einmal gewesen sein muss, entsteht vor den eigenen Augen wieder, gerade da, wo die Marmorverzierungen restauriert und wieder angebracht worden sind.

Die Fantasie vervollständigt die rudimentär befestigten Teile, lässt die Wagenräder wieder über die Pflastersteine holpern, lässt das Gras zwischen den Häusern verschwinden, Gassen entstehen und lässt einen erneut die Klänge einer geschäftigen, regen Hafenstadt vernehmen.

Ab dem späten Frühling erblühen auch die Wiesen wieder mit Mohn und Butterblumen und die Schatten spendenden Pinien zwischen den Ruinen schaffen im ganz eigenen „italienischen Licht“ eine Idylle vor dem strahlend blauen Himmel.