Exkursionen und Projekte

08.11.2015

Die Schwarze Mühle in Schwarzkollm – eine Legende?

An alle Krabat-Fans da draußen! Wer schon einmal auf den Gedanken kam, die Schwarze Mühle zu besuchen, kann das jetzt tun: Die Klasse 7/1 war mit Frau Heinrich und Frau Milde auf Exkursion im Krabatort. Diese kleine Reise wird nun geschildert. Nach einer S-Bahn-Fahrt bis Schwarzkollm wiesen uns auf dem 2km langen Anmarsch bis zur Mühle überall platzierte Raben den Weg. An der Mühle angekommen, staunten wir nicht schlecht!! Ein Vierseitenhof aus Holzhäusern mit einer großen Mühle als Blickfang empfing uns. Alles ist liebevoll der Zeit des Dreißigjährigen Krieges nachempfunden und Kulissen aus dem bekannten Krabatfilm wurden dabei eingebaut. Den Koraktor - das Zauberbuch des Schwarzen Müllers - hätten wir uns niemals so riesig vorgestellt! Der Schwarze Müller persönlich und Frau Zukunft erzählten uns über das Müllerhandwerk und die Sagengestalt Krabat und führten uns in geheimste Gänge und spielten Szenen mit uns nach. Als Krönung bekamen wir einen hausgemachten Lausitzer Plins aus Buttermilch.

Man muss erwähnen, dass das ganze Dorf die Krabatonie hat, also für ihre Legende lebt und sich engagiert – es gibt inzwischen Krabatlimonade, schwarzes Eis und natürlich die Krabatfestspiele, die allerdings für 2016 bereits ausverkauft sind. Also auf nach Schwarzkollm - wir versprechen ein unvergessliches Erlebnis!

Alex Danilin und die Klasse 7/1


07.02.2013

Eine Zeitzeugin zu Besuch im Deutschunterricht

Am Montag, den 21.01.13, hatten wir, die Klasse 8/1, die Ehre im Rahmen des Deutschunterrichtes von Herrn Kazmirowski eine ältere, bewundernswerte Frau kennen zu lernen - Frau Hoch. Sie und ihre Familie haben den Krieg von 1945 unversehrt überlebt und deswegen konnte sie uns ihre ganzen Erinnerungen und Erlebnisse wiedergeben. Schon als sie zu erzählen angefangen hatte war ich beeindruckt, an wie viele kleine Details sie sich von damals noch erinnern konnte. Zum Beispiel, wie die Stadt früher ausgesehen hat oder wie sie einen Tag vor dem Bombardement am 12.02.1945 Dienst im Dresdener Hauptbahnhof mit ihrer Freundin hatte. Umso mehr sie uns von diesem - für sie unvergesslichen Ereignis - erzählte, desto besser konnte ich mich in ihre Rolle hineinversetzen, wie sie damals mit ihrem Vater, ihrer Mutter und ihrer Schwester den ersten Angriff im Luftschutzkeller überstanden hatte und nach dem zweiten den Keller schnell verlassen musste. Ich frage mich, wie ich mich wohl fühlen würde, wenn ich alles verlieren würde bis auf meine Familie - so wie es Frau Hoch damals ergangen ist. Durch sie denke ich nun ein bisschen anders über den Krieg. Jetzt denke ich nicht nur daran, wie viele Menschen ums Leben gekommen sind und durch wen, sondern auch daran, wie sich die Menschen früher versucht haben zu schützen und wie sich wohl gefühlt haben.Vielleicht interessiere ich mich nach Frau Hochs umfangreichen Erzählungen nun auch mehr über das Buch „Marek und Maria“, das wir gerade im Deutschunterricht lesen, worin es auch um den sechsten Kriegswinter in Dresden 1945 geht. 

Aline Lindemann, 8/1

Für mich war der Besuch von Frau Hoch am Montag eine wunderbare Möglichkeit, das, was wir im Buch gelesen haben, zu ergänzen. Frau Hoch war mir von Anfang an eine sehr sympathische Frau, denn alleine ihre Ausstrahlung hat zumindest mir ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Allerdings wurde dieses getrübt, als sie über ihre Erinnerungen zu sprechen begann.
Was ich am Montag von Frau Hoch erfahren habe ist anders als das, was wir im Buch gelesen haben. Alles was sie erzählte war für mich realer (was nur logisch ist) und manche Dinge haben mich wirklich mitgenommen (z.B. Die Geschichte über ihre Oma und ihre Urgroßmutter, die während der Bombennacht verschwunden und nie wieder aufgetaucht sind). Ich selber habe mich unwohl dabei gefühlt Frau Hoch solche Fragen zu stellen. Am Beginn ihrer Schilderung hat sich ihr Gesichtsausdruck verändert, sie wirkte auf mich deutlich verletzlicher. Mir war es daher unangenehm Fragen zu stellen, die Bilder vor ihrem inneren Auge heraufbeschworen, welche für uns unvorstellbar grausam sind.
Aber ich war überrascht von dem, was sie über ihre Einstellung zum Endsieg sagte. Und auch die ihrer Bekannten, Verwandten und Freunde. Anscheinend gab es doch weniger Menschen, die auch wirklich daran glaubten. Ich fand es sehr mutig von ihr und ihrer Familie, dass sie den Hitlergruß verweigerten. Alles in allem fand ich den Besuch wirklich faszinierend und bin fast ein bisschen traurig, dass es nur eine Doppelstunde war. Das wiederum ist
hauptsächlich Frau Hochs Verdienst, denn trotz dieses schweren Themas und allem, was sie erlebt hat, schaffte sie es die gesamte Klasse zum Zuhören zu bringen. Und durch ihre Geschichte über sich und ihren Mann hat sie - zumindest alle Mädchen- verzaubert.

Antonia Xenodochius, 8/1                     (Foto B. Kazmirowski)


17.01.2013

Theater-Gastspiel „Nathan der Weise"

Am Freitag, den 11.01.2013, wurde den Klassen 9/1, 9/2, 9/3 und 9/5 eine gelungene Aufführung von Lessings Drama Nathan der Weise präsentiert.
Nachdem die anwesenden Klassen den “Nathan“ bereits im Rahmen des Deutschunterrichtes gelesen und besprochen hatten, freuten sich alle Schüler über die Gelegenheit, das Schauspiel auf der schuleigenen Bühne in der Aula zu erleben.
Die Darsteller gehören dem Ensemble des Wiener Forum-Theaters an, das für seine  Inszenierungen von klassischen Stücken und modernen Klassikern bekannt ist. Es gelang den Schauspielern, das Drama mit wenigen Requisiten (2 Hintergrundbilder, eine Metallkiste, ein CD- Player) ansprechend zu gestalten.
Die spielerische Umsetzung sowie die Kostüme, die vom Sonnenblumenhut bis zum Hexenkleid reichten, waren ideal geeignet für eine unterhaltsame Darbietung.

In Lessings Drama geht es im Wesentlichen um die Toleranz zwischen den Religionen. Das Stück spielt im Jerusalem des Mittelalters, zur Zeit der Kreuzzüge. Der jüdische Kaufmann Nathan, genannt der Weise, kehrt mit kostbaren Schätzen von einer Handelsfahrt zurück. In Jerusalem angekommen erfährt er, dass seine Tochter Recha beim Brand seines Stadthauses beinahe ums Leben gekommen wäre. Nur durch das beherzte Eingreifen eines jungen Tempelritters konnte sie gerettet werden. Nathan möchte sich bei diesem Ritter bedanken. Er erfährt, dass der Ritter zuvor gefangen genommen war und nur deshalb vom Herrscher Jerusalems, dem Sultan Saladin, verschont worden war, weil er dessen verschollenem Bruder Assad besonders ähnlich sah. Nathan wird zum Sultan gerufen, der ihn zu seiner Einstellung zu anderen Religionen befragt.
Nathan gelingt es mittels der berühmten Ringparabel darzustellen, dass zwischen den Religionen Toleranz herrschen sollte. Die Ringparabel, die Nathan in ein Märchen kleidet, handelt von einem Vater und seinen drei Söhnen. In einer Familie herrscht eine besondere Tradition:  Der Vater besitzt einen überaus wertvollen Ring und vererbt ihn jeweils seinem liebsten Sohn. Dies setzt sich fort, bis ein Vater dreier Söhne den Ring erhält und sich nicht entscheiden kann, welcher Sohn ihm der liebste ist. Deshalb lässt er zwei weitere, identische Ringe anfertigen, sodass keiner einen Unterschied zu finden vermag. Mit diesem Märchen erklärt Nathan dem Sultan Saladin, dass Gott keine der von ihm gestifteten Religionen (Judentum, Christentum und Islam) den Vorzug gibt, sondern alle Religionen gleichberechtigt nebeneinander stehen. Das Drama endet mit der Feststellung, dass Nathans Tochter Recha, die dieser nur adoptiert hatte, in Wirklichkeit die Tochter des verschollenen Bruders Saladins ist. Der junge Tempelritter sah Saladins Bruder deshalb ähnlich, weil er dessen Sohn ist und demnach Rechas Bruder. Nathan rechtfertigt durch seine überzeugende Darlegung auch in den Augen des Sultans den Ehrentitel “der Weise“.

Den Darstellern gelang es, die Grundaussage der Parabel überzeugend zu vermitteln. Die Kerngedanken des Dramas durch eine stückgetreue Darstellung setzten sie nachvollziehbar um. Besonders gefallen hat die Flexibilität der Schauspieler, die zum Teil in mehreren Rollen brillierten.
Wir danken dem Wiener Forum-Theater für diesen besonderen “Unterricht“ und auch den Deutschlehrern für die Organisation.

Sophie-Luise Reschke, 9/3 (Foto B. Kazmirowski)


10.07.2012

„Rosenkranz und Güldenstern sind tot“ – Theater aus Perspektive zweier Höflinge

Einige Schüler unseres Jahrganges Klasse 11, insbesondere die Deutschleistungskurse, besuchten am 04.07.2012 eine Theateraufführung im Vitzthum-Gymnasium zu der Thematik Hamlet von Shakespeare. Tom Stoppards Komödie ("Shakespeare in Love") "Rosenkranz und Güldenstern sind tot" wurde von den Schülern in Eigenregie vorbereitet.

Ein Stück aus der Perspektive der Nebenrollen Rosenkranz und Güldenstern, den vermeintlichen Freunden der Tragödienhauptfigur Hamlet. Die in der Originalfassung „Hamlet“ eher nebensächlichen Figuren traten ins Rampenlicht und das Publikum erlebte das Drama aus einem völlig neuen Blickwinkel. Mit viel Witz und großem schauspielerischen Talent wurden die Zuschauer von den vier künftigen Vitzthum-Abiturientinnen in den Bann einer anderen Zeit gezogen.

Die zweistündige Aufführung wurde sehr detailreich inszeniert und durch moderne Interpretationen aufgelockert.

Alexandra Klose


15.04.2012

Die Klassen 10/1 und 10/4 und Weimar – Die Wiege der deutschen Literatur

Auch wenn die Sonne hinter den Wolkenbergen über Weimar verdeckt blieb, so wurden wir doch mit kulturellem Glanz in Empfang genommen. Weimar ist auf einem anderen Weg bekannt geworden als sonstige populäre Städte Deutschlands, denn Weimar besticht nicht mit Skylines, Shoppingcentern und einem pulsierenden Stadtleben. Diese kleine Stadt in Thüringen bildet nicht nur das geographische, sondern auch das literarische Herz Deutschlands. Und die Kraft, die dieses Herz zum Schlagen bringt, geht von Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe aus.

Wir, die Klassen 10/1 und Klassen 10/4, in Begleitung von Frau Liebscher und Frau Sucharski, machten uns auf den Weg, um den Ursprung dieses literarischen Pulsschlags zu erkunden. Erste künstlerische Anzeichen wurden beim Betreten der Weimarer Innenstadt deutlich. Das Bauhausmuseum war wie ein gelungener Prolog, der neugierig auf das Kommende machte, aber nicht zu viel verriet, um die Magie des Folgenden zu nehmen.

Doch die sich langsam aufbauende Welle, die uns an diesem Tag durch Weimar trug, ließ uns nicht viel Zeit, die Architekturformen zu bewundern und nahm uns mit zum Wohnsitz des ersten Literaten, mit Namen Friedrich Schiller. Eine eher ernüchternd einfache Einrichtung ließ erkennen, dass Schreibkunst allein nicht gleich den Erwerb großer Besitztümer bedeutete. Fast schon unvorstellbar war es, dass dieses Genie vor knapp 250 Jahren über diese knarrenden Dielen wandelte und seine großen Werke wie Wilhelm Tell oder Maria Stuart in denselben Gemächern verfasste, die wir in diesen Augenblicken ebenfalls betraten.

Erneut wurden wir von der Welle erfasst, die uns nur ein paar Straßen weiter zum Haus am Frauenplan und zu Johann Wolfgang von Goethe trug. Neben seinen zahlreichen schriftlichen Werken erzählte auch das Haus seine ganz individuelle Geschichte. Allein schon der Eingangsbereich verdeutlicht den Unterschied zwischen Schiller und Goethe. Während man bei Ersterem noch das Gefühl hatte, einen Menschen zu besuchen, so wurde bei Goethe ein göttliches Gefühl assoziiert, welches seine ästhetischen Ansichten demonstrierte. Zahlreiche Skulpturen, die von Goethes Reisen zeugten, hatten stets einen wachen Blick auf den Besucher, was mit der bewussten Farbgebung der Wände eine meisterhafte Komposition ergab.

Um uns zurückzutragen, trieb die Welle uns noch einmal durch die Stadt in den Ilmpark und zu Goethes prächtigem Gartenhaus, bevor sie uns zurück nach Dresden schwemmte, wo wir resümierten, dass unser noch kantiges Wissen von deutscher humanistischer Literatur geschliffen wurde wie Steine durch Wasser und so sollte der Ausflug auch in Zukunft den Schülern ermöglicht werden.

Erik Olbrich und Jonas Weber


18.03.2010

Plauener Gymnasiasten spielen eine Woche Theater

Artikel vom 9.3.10 in der Sächsischen Zeitung


Am Gymnasium Dresden-Plauen in der Kantstraße ist seit gestern eine Theaterwoche angesagt. Dort stehen große Namen von Shakespeare bis Dürrematt auf dem Programm, aber auch selbst gefertigte Stücke aus dem eigenen Leben der Schüler.
Da haben sich gestern Nachmittag böse Szenen im Gymnastikraum der Schule abgespielt. Zwei Mädchen gehen eine Straße entlang und überfallen eine Andere, das auf einer Bank sitzt. Sie rauben deren Tasche aus und machen sich davon. Das Ganze geht wortlos vonstatten. Es ist ein Pantomimenstück. Die Akteure erhalten viel Beifall – für ihr Spiel versteht sich, nicht für die Bosheit.
Entstanden ist die Szene im Forum Theater, einer Arbeitsgruppe, die seit September angeboten wurde. Immer montags hat sie sich getroffen. „Spielen, was uns bewegt“, war der Ziel der Übung. Und natürlich: “Wir treten auf!“
Heute steht die Weihnachtsgans Auguste auf dem Programmzettel. Das Stück ist Ergebnis einer Projektwoche der fünften Klassen und wird bei einem Theaterabend der beiden unteren Klassen ab 19 Uhr aufgeführt. Morgen Mittag wollen Zehntklässler ihre rednerischen Fähigkeiten präsentieren. Vor der Aula wird eine Speaker’s Corner eingerichtet. Carl Zuckermayers „Hauptmann von Köpenick“ wird gleich zweimal geboten. Mit einzelnen Szenen daraus treten zwei achte Klassen gegeneinander an. Gestern gab es den ersten Auftritt; die Antwort folgt am Donnerstag.
Die Schüler lernen bei diesen Auftritten Fähigkeiten wie Präsenz und die Übernahme fremder Rollen. Da scheint es übrigens ganz beliebt zu sein, in die Position des Bösen zu schlüpfen. So versucht der Raucher Mike mit vielen Tricks, Mädchen zum Rauchen zu verführen. Als die nur sagen „Mutti hat es verboten“, verhöhnte er sie mit einem Lollipop.

Stefan Rössel (SZ)

Fotos von Jana Baier, Susanne Müller, Philipp Wehr, Frau Milde, Matthias Trebing, Torsten Richter, Michael Forßbohm

zusammengestellt von Jana Baier