Projekte

20.06.2016

Eine etwas andere GRW-Unterrichtsstunde

Selten hat man die Möglichkeit, direkt mit Flüchtlingen in Kontakt zu treten.

Doch am Dienstag, dem 31. Mai, ergab sich für uns, die Klasse 10/5, diese Möglichkeit. Frau Santha Raschied, konnte im GRW-Unterricht über ihr Leben in Syrien vor und während des Krieges erzählen, sowie von der bewegenden Flucht.

Frau Raschied führte vor dem Bürgerkrieg in Syrien ein wohlhabendes Leben: Ihr Ehemann besaß ein Geschäft, die fünfköpfige Familie besaß ein Auto und ein großes Haus in Damaskus.

2011 begann der Krieg, doch das Viertel, in dem sie wohnten, blieb bis 2012 vor dem Krieg verschont. Und so flohen viele Bewohner „erst“ ab Dezember 2012. So musste dann auch die Familie vor den Bomben aus dem Viertel fliehen. Wohl kaum einer von uns kann sich den Schrecken vorstellen, den auch die Kinder während der hastigen Flucht erleben mussten. So berichtete Frau Raschied von einem „Meer aus Blut“, vor dem die Familie wegrannte, in einen anderen Stadtteil, in dem Verwandte ein Haus besaßen. Und  die Situation verschlimmerte sich weiter: Die Mieten in dem Stadtteil wo sie nun wohnte wurden immer höher, es gab weder Heizung noch Strom, noch fließendes Wasser. Und bald errichteten Soldaten von Baschar al Assad Checkpoints. Damit wurde auch die Nahrung, die eingeführt werden konnte, beschränkt. Die Menschen hungerten und froren, und nicht wenige waren obdachlos. Später wurde die Einfuhr von Lebensmitteln ganz unterbrochen. Der Ort sollte ausgehungert werden, und die Bewohner waren der Willkür der Soldaten ausgeliefert. Tausende Menschen verhungerten und etliche wurden verschleppt.

Der Wendepunkt kam, als Ägypten seine Grenzen öffnete und Frau Raschied mit Kindern und Ehemann dorthin fliehen konnte. Doch da es keine Möglichkeit gab, in Ägypten zu bleiben, floh die Familie weiter nach Europa.

Die „Nussschale“ für die Flucht nach Italien war völlig überfüllt, kaum seetauglich und musste auf hoher See ersetzt werden, wobei auch der Proviant verlorenging.

Als Frau Raschied dann einen Helikopter am Himmel sah, versuchte sie, mit einem Laser Aufmerksamkeit zu erregen. Wenig später kamen dann auch Schiffe vom Roten Kreuz, doch der Platz reichte nur für die Frauen und Kinder, und so mussten die Männer auf dem sinkenden Boot bleiben. Bis es ihrem Ehemann dann später gelang, mit ihr in Italien Kontakt aufzunehmen, dachte Frau Raschied darum, dass er tot sei.

Seit zwei Jahren lebt Frau Raschied mit ihrer Familie nun in Zwickau, wo sie Deutsch lernt und froh ist, in Frieden zu leben. Und dennoch sind die Erinnerungen noch nicht ganz verarbeitet, so wird Frau Raschied von Alpträumen geplagt.

Und wenn man betrachtet, was diese Familie schon alles erleben musste, weiß man, dass wir in Deutschland auf der „Sonnenseite der Welt“ leben und das auch schätzen sollten.

Felix Richter


30.01.2016

Ein beeindruckender Besuch

Wenn man ausgerechnet in Klassenstufe 12 einem Gast die Möglichkeit gibt, 90 Minuten vor einem Kurs zu sprechen, dann muss dieser schon etwas ganz Besonderes zu bieten haben. Herr Jassim Dah-Mach ist so ein Mensch. Mit seiner sehr freundlichen und offenherzigen Art und mit großem Engagement erzählte er dem GRW-Kurs die Geschichte seiner Flucht aus Syrien und über die Schwierigkeiten eines Neuanfangs in Deutschland. Sein Aufruf zu religiöser Toleranz und seine Bitte an alle hier lebenden Menschen aufeinander zuzugehen, waren beeindruckend und berührend zugleich. Sein Besuch war ein echter Zugewinn für alle im Kurs und für den Gemeinschaftskundeunterricht, in dem die aktuelle politische Situation ja immer eine Rolle spielt. 

Herr Jassim Dah-Mach, der Kurs wünscht Ihnen und Ihrer Familie viel Erfolg und eine glückliche Zukunft. Auf ein Wiedersehen und vielen Dank für Ihren Besuch.


17.02.2012

Ausstellung „Demokratie stärken“

Was tun gegen Rechts?

Ausstellung „Demokratie stärken“ stieß auf großes Interesse bei Schülern und Lehrern
Zwei Wochen lang sah das Foyer unserer Schule anders aus als sonst. Siebzehn Tafeln waren links und rechts des Haupteingangs und im Gang zum Schulleiterzimmer aufgestellt worden. In jeder Pause standen Schüler davor, lasen die Texte auf den Tafeln, schauten sich Fotos und Statistiken an: Wie agieren Rechtsextreme? Wie versuchen sie, Jugendliche für ihre Ziele zu gewinnen? Was kann jeder einzelne gegen Rechtsextremismus tun? „Die Schüler interessierten sich besonders für die Informationen, die ihre konkrete Lebenswirklichkeit  einbezogen. So zum Beispiel die Tafel, wo beschrieben wird, wie Rechtsextreme CDs mit ihrem Gedankengut auf Schulhöfen verteilen“, sagt Gemeinschaftskundelehrerin Heike Pitsch. Die Pädagogin findet es wichtig, dass die Ausstellung auch zum Tag der offenen Tür am 28. Januar zu sehen war. „So sehen die Eltern, dass wir uns für Demokratie engagieren.“

Die Präsentation „Demokratie stärken“ ist eine Initiative der Friedrich-Ebert-Stiftung. Deren freie Mitarbeiterin Melanie Haase, Masterstudentin der Politikwissenschaft an der TU Chemnitz, kontaktierte unsere Schule und bot an, die Ausstellung hier zu zeigen. Auch ein Workshop am 1. Februar gehörte dazu. Dabei diskutierten die Neuntklässler des gesellschaftswissenschaftlichen Profils darüber, wie Rechtsextremismus entsteht und was man dagegen tun kann. „Melanie Haase ist jung und kompetent und fand so schnell den Draht zu unseren Schülern. Sie war sehr angetan, welches Niveau diese haben und wie aufgeschlossen sie sind“, hat Heike Pitsch festgestellt.

„Demokratie stärken“ ist als Wanderausstellung für Schulen konzipiert und für diese kostenlos.

Beate Diederichs


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