Individualaustausch Argentinien

09.05.2020

Viel besser als Sommerferien – zum Schüleraustausch nach Argentinien

Im Juni 2019 flog ich mit einer Mitschülerin zu einem zweimonatigen Schüleraustausch an der Hölters Schule in Buenos Aires, nachdem ich bereits im Januar für zwei Monate eine argentinische Schülerin als Gast bei uns in Dresden hatte. Es sollte eines der besten Erlebnisse in meinem Leben werden, da ich viele neue Freunde, eine zweite Familie und ein tolles Land kennenlernen durfte. Anfangs war ich ein wenig nervös, weil ich nie zuvor so lange und allein geflogen war, aber es lief alles entspannt und problemlos ab. Die Begrüßung am Flughafen in Buenos Aires nach dreizehnstündigem Flug war sehr herzlich und freundlich und ich war glücklich, meine argentinische Austauschschülerin und ihre Familie endlich in die Arme schließen zu können. Ich fühlte mich dort von Anfang an wie zu Hause und bin - wie auch die anderen Austauschschüler - mit einer großen Begeisterung und Gastfreundschaft aufgenommen und in das Familienleben integriert worden.

Die Hölters Schule in Buenos Aires ist eine private Schule mit einem Schwerpunkt auf der deutschen Sprache, die dort von Beginn der Grundschule an gelernt wird. Der Schulalltag war - im Vergleich zu Deutschland und insbesondere für uns Austauschschüler - eher locker und in einer für uns ungewöhnlich hohen Lautstärke. Alle Lehrer und Schüler waren sehr nett und offen und sehr interessiert, uns kennenzulernen, so dass wir ohne große Schwierigkeiten Freundschaften schließen konnten. Es war auch kein Problem, dass wir erst zwei Jahre Spanischunterricht hatten, da fast alle argentinischen Schüler sehr gut Deutsch sprechen konnten und wollten. Sie haben sich aber auch sehr darüber gefreut, wenn wir versuchten, mit Ihnen auf Spanisch zu sprechen. Insgesamt waren wir vier Wochen an der Schule und hatten dann noch vier Wochen Ferien mit unseren Gastfamilien. Ich hatte dabei das große Glück, auf vielen Festen nahezu die gesamte Verwandtschaft meiner Gastfamilie und Buenos Aires und das argentinische Essen in allen Variationen kennenzulernen und sogar zu den weltbekannten Iguacu-Wasserfällen an der argentinisch-brasilianischen Grenze mitgenommen zu werden. Ein wirklich unvergesslicher Anblick. Der Abschied war sehr ergreifend und unsere Familien stehen nach wie vor in Kontakt und werden es auch bleiben. Ich kann jedem nur empfehlen, diese Möglichkeit eines Schüleraustausches zu nutzen und in eine ganz andere Welt einzutauchen und quasi nebenbei sein Spanisch zu verbessern. Wer noch nähere Informationen über den Austausch, die Schule oder Buenos Aires haben möchte, kann sich gern an mich wenden.

Alina Heinz

Bei der Ankunft am Flughafen
Vor den berühmten Iguacu-Wasserfällen

Im Zeitraum von Juni bis August 2019 nahm ich mit Alina am zweimonatigen Individualaustausch nach Buenos Aires, der Hauptstadt von Argentinien, teil. Zuvor waren unsere beiden argentinischen Gastmädchen von Januar bis März schon bei unseren Familien und unserer Schule in Dresden zu Besuch.

Nach dem 16-stündigen Flug über Nacht von Frankfurt nach Buenos Aires wurden wir herzlich von den Gastfamilien umarmt und aufgenommen. Die Argentinier sind alle sehr offene und liebenswerte Menschen, sodass ich mich direkt, auch am anderen Ende der Welt, wie zu Hause gefühlt habe. Während des Aufenthaltes habe ich mit meiner Familie und zwei Hunden nicht weit entfernt vom Zentrum im Stadtteil Olivos gewohnt. Insgesamt vier Wochen lang besuchten wir die „Hölters Schule“, an der von der ersten Klasse an Deutsch unterrichtet wird. Fast alle Schüler und viele Lehrer dort sprachen sehr gutes Deutsch und Englisch, freuten sich aber auch darüber, mit uns Spanisch zu üben. So konnten wir auch in der Schule leicht Anschluss finden und viele neue Freundschaften knüpfen.

Auch innerhalb des Austausches haben wir noch zwei kleine Urlaube gemacht. Über eine Woche sind wir zu den riesigen Iguazú- Wasserfällen an der Grenze zu Brasilien und Paraguay geflogen. Ein paar weitere Tage haben wir mit den Freunden unserer Austauschschüler an der Meeresküste vom Mar de la Plata verbracht.

Außerdem hat meine Familie mit mir noch zahlreiche Ausflüge ins Zentrum der Stadt gemacht und mich zu den wunderschönen Sehenswürdigkeiten, Cafés, Restaurants... von Buenos Aires, aber auch vielen Familientreffen und Feiern mitgenommen. Dadurch habe ich einen sehr guten Einblick in die südamerikanische Kultur und Lebensweise erhalten, die sich größtenteils sehr von unseren deutschen Gewohnheiten unterscheiden. Zum Beispiel hat man sich zur Begrüßung immer ein Küsschen auf die Wange gegeben, und zu Abend wurde erst gegen 22 Uhr gegessen. Aber auch daran habe ich mich schnell gewöhnt.

Durch den Austausch konnte ich nicht nur meine Spanischkenntnisse sehr verbessern. Letztlich bin ich auch unendlich dankbar, eine zweite Familie am anderen Ende der Welt gefunden zu haben, zu der ich immer noch regelmäßig Kontakt habe und die ich, sobald möglich, wieder besuchen möchte. Daher kann ich diesen, oder generell einen Schüleraustausch, jedem empfehlen, der seinen Horizont erweitern und eine völlig neue Kultur kennenlernen möchte, auch wenn die große Entfernung und der doch etwas längere Zeitraum zunächst abschreckend erscheinen mögen. Es hat sich in jedem Fall gelohnt und ich hatte eine wundervolle Zeit, die ich nie vergessen werde.

 

Caroline Reifegerste 10/2