England 2017

12.11.2017

Zur Studienfahrt nach Südengland 2017

Won’t forget these days…

Am späten Abend des 22.09.2017 begann die unvergessliche Reise in die faszinierenden Landschaften und Städte von Südengland. Gut gelaunt, vollzählig, also mit 51 Schülern, 4 Lehrern, 2 Fahrern, unserem Reisebus und voller Vorfreude musste in der ersten Nacht nun die erste große Fahretappe nach Dünkirchen geschafft werden. Am frühen Nachmittag des 23. fuhren wir an Bord der Fähre von Dünkirchen nach Dover. Nachdem wir das erste Mal auf dieser Reise britisches Festland betreten hatten, begann auch schon die kurze Fahrt zum ersten größeren Programmpunkt: Canterbury!

Die kleine Universitätsstadt mit 55.000 Einwohnern erzeugte ein erstes Gefühl des einzigartigen Flairs der älteren, südenglischen Städte. Viele kleine Läden und Restaurants, talentierte Straßenmusiker, eine Menge Menschen und verwinkelte Gassen schienen typisch für die Stadt, die das Zentrum der anglikanischen Kirche Englands bildet. Nach einigen Stunden Freizeit und vielen ersten Eindrücken machten wir uns nun auf den Weg nach Worthing zu unseren Gastfamilien. Der Bus, der uns in England immer zur Seite stand, erleichterte uns die einzelnen Etappen der Reise enorm, welche ansonsten sehr umständlich gewesen wären. Gegen 18.30 Uhr Ortszeit erreichten wir den Treffpunkt, an dem uns unsere Gastfamilien trafen. Die meisten hatten danach Zeit, sich mit dieser zu unterhalten und sich auf den nächsten Tag vorzubereiten.

Der zweite richtige Reisetag hatte zwei Programmpunkte.

Den Beginn machte die Stadtwanderung durch Worthing, einer kleineren Stadt an der Küste Englands. Die traumhafte Strandpromenade und die ruhigen Parks bildeten einen kleinen Kontrast zu Canterbury. Die Einkaufsmöglichkeiten sorgten für das Auffüllen unserer Nahrungsbestände. Die frische Seeluft des Städtchens bereitete uns schon auf den zweiten Teil des Tagesplans vor: den "Seven Sisters Walk", eine Wanderung entlang der atemberaubenden Kreideküste. Para-Gleitschirmflieger, die in der Thermik der Küste auf und abstiegen, verliehen dem Startpunkt der Wanderung ein unerwartet lebendiges Bild, auch wenn sich die Wanderung zu einem sehr ruhigen Ereignis entwickelte. Über mehrere Hügel hinweg ging es immer entlang der Küste, bis die gute Hälfte der Gruppe nach 2/3 der Strecke beschloss, in ein Café einzukehren. Erneut kam uns der personalisierte Bus zu Gute, der uns nun in zwei Etappen einsammelte, denn der Rest entschloss sich dazu, weiter zu gehen und tatsächlich allen Seven Sisters zu folgen. Geschafft und etwas müde machten wir uns am frühen Abend auf den Rückweg und wappneten uns in den Gastfamilien für den nächsten Tag, der im Gegensatz zu dem ruhigen Städtchen und der friedlichen Küste sehr viel hektischer und lebendiger zu werden versprach.

London, die Hauptstadt des Vereinigten Königreichs und Metropole mit 8,5 Millionen Einwohnern stand auf dem Programm. Nach etwa 2,5 Stunden Fahrt in den Kern Londons führte uns ein Reiseleiter in die Geschichte und die Stadt selbst ein. Und ermöglichte erste Fotografien von Londons Innenstadt und deren Sehenswürdigkeiten. Anschließend konnten alle Schüler und Lehrer individuell in kleineren Gruppen London "entdecken", andere Sehenswürdigkeiten erkunden, Mode-Labels besuchen oder schlicht durch die Stadt bummeln. Die späte Ankunft bei den Gastfamilien war an diesem Tag dem für London typischen, zähen Verkehr geschuldet. Aber der Ausflug hatte sich definitiv gelohnt, und der nächste Tag sollte wieder etwas ruhiger werden.

Am Dienstag, dem 26.09.2017, begann der Tag mit dem Besuch von Admiral Nelsons Flaggschiff, der "HMS Victory", einem klassischen englischen Linienschiff, in Portsmouth. Nach einem möglichen Besuch in einem der Maritimen Museen ging es weiter nach Winchester, wo Tagesfreizeit mit einer Führung durch die Kathedrale und dem Besuch des traditionellen "Evensongs" kombiniert wurde. Der durch Männer verstärkte Knabenchor hinterließ einen bleibenden Eindruck, und die Priesterin begrüßte doch tatsächlich uns Schüler aus Dresden persönlich zur Andacht.

Mittwoch ging es wieder nach London. Die Reisegruppe nahm also ein weiteres Mal die ca. 3 stündige Busfahrt auf sich, um erneut die Hauptstadt zu besuchen. Doch diesmal ging es nicht ins Zentrum der Millionenstadt, sondern nach Greenwich, einem etwas abseits an der Themse gelegenen Stadtteil. Nach kurzem Aufenthalt dort machten wir uns zum Hafen auf, denn wir wollten mit einem Schiff von Greenwich nach Westminster, zurück ins Zentrum, fahren.

Die Themsefahrt ermöglichte es vielen Schülern noch einmal, ein paar tolle Fotos mit ihren Kameras oder Smartphones zu knipsen. Leider war die Fahrt vorbei, bevor sie richtig begonnen hatte, was an dem Speed Boat lag, mit welchem wir über die Wellen glitten.

Wieder auf festem Boden angekommen, brachen wir zu einem kleinen Fußmarsch Richtung Trafalgar Square auf. Dort teilte sich unsere Gruppe. Denn nicht alle wollten sich das Musical „Matilda“, welches auf dem Programm des “Cambridge Theatre“ nahe des Covent Garden stand, anschauen. Die „Theaterbanausen“ machten einen Ausflug ins East End, welches ebenso kulturelle Höhepunkte zu bieten hat. Der Großteil der Mitreisenden machte aber sich auf den Weg ins „Cambridge Theatre“. Als wir den Saal betraten, fiel uns sofort die prächtig dekorierte Bühne ins Auge. Voller Vorfreude und Spannung warteten wir mit vielen anderen jungen Leuten auf den Beginn des Musicals. Für viele Schüler war dies das Highlight der Reise. Nicht nur weil die ganze Performance gigantisch war, sondern auch, weil die Schauspieler, welche teilweise noch Kinder waren, uns unglaublich fesselten. Selbst einigen, die zuvor skeptisch waren, fiel es danach schwer, das eben gesehene in Worte zu fassen.

Nachdem wir noch kurz etwas Zeit hatten, um uns von London zu verabschieden, ging es zurück nach Worthing.

Donnerstag war dann auch leider schon der letzte Tag unserer Fahrt. Trotzdem hatten wir einiges vor. Früh morgens wurden wir von unseren Gastfamilien zum Treffpunkt gefahren. Einigen fiel der Abschied dann doch etwas schwerer als vielleicht erwartet. Während wir uns von unseren Eltern auf Zeit verabschiedeten, wurde der Bus bereits mit unseren bunten Koffern beladen. Nachdem unser aller Gepäck im Bus verstaut worden war, fuhren wir mit einem Doppeldeckerbus nach Brighton. Eine gemütlich wirkende Stadt direkt an der Küste Englands. Dort angekommen, machte sich jeder in kleineren Gruppen auf, um die letzten vier Stunden Freizeit in England zu genießen. Viele shoppten noch einmal richtig für Freunde und Familie oder den eigenen Bedarf. Auch das Aufrüsten des Lebensmittelbestandes für die anstehende Busfahrt war für die meisten eine zu erledigende Aufgabe.

Die vier Stunden gingen viel zu schnell vorbei, doch jeder konnte sich vor der Fahrt nochmals entspannen, egal ob beim Stadtbummel, Sonnenbräunen im Park oder Lauschen der Wellen.

14.45 Uhr holte uns der Bus in Brighton gut gelaunt und erneut mit Verpflegung aufgerüstet ab, und es ging wie auch schon auf der Hinfahrt kurze Zeit später an Bord einer Fähre. Nachdem wir europäisches Festland erreicht hatten, begann unsere letzte Etappe nach Deutschland, wieder durch die Tore unsere Heimatstadt und schließlich in die Arme unserer Familien, die ja bereits auf einen etwas ausführlicheren Reisebericht warteten. Nach dem Entladen des Gepäcks war die Fahrt dann endgültig an ihr Ende gekommen, und dieser kleine Reisebericht tut dies nun auch.

Wir bedanken uns im Namen aller Teilnehmer bei den Lehrkräften und großartigen Organisatoren dieser unvergesslichen Reise, Frau Bilz, Frau Krause, Herrn Berger und Herrn Dr. Kazmirowski, und drücken natürlich auch der ganzen Gruppe unseren großen Respekt für ihre Pünktlichkeit und ihre durchgehend gute Laune aus, selbst in etwas stressigeren Situationen!

Elisabeth Heinickel, Willart Rosenhahn