Geschichtswettbewerbe

23.11.2017

Erfolgreich im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten zum letztjährigen Thema: Religion macht Geschichte

Neun Schülerinnen und Schüler unserer Schule  dürfen sich darüber freuen, dass sie in der Bundesrunde des Geschichtswettbewerbs  des Bundespräsidenten zu den Preisträgern gehören: 

3. Preis für Lisa Peschel,  Sophie Langer,  Clara Mickel,  Anne Flieher, Julian Kriegelstein, Joshua Dargie, Lewin Hantzsch, Lennart Sobirey, Martin Dombrowski für ihren Beitrag: Schmieden für den Frieden - eine Idee aus der Bibel macht Geschichte

 

Was bedeutet so ein dritter Preis? 

Er bedeutet,

dass unsere  9 Schüler aus der damaligen 6. Klasse 500 € für ein gemeinsames Geschichtsprojekt erhalten,

aber auch, dass sie 

  • zu den 50 Preisträgern auf Bundesebene gehören, die sich mit ihrem Beitrag gegen die Konkurrenz von über 1600 Beiträgen durchsetzen konnten.
  • Unter den 50 Bundespreisträgern gibt es nur 3 Gruppen, an denen Schüler aus 6. Klassen beteiligt  sind.
  • Bundespreise erhielten insgesamt 3 Beiträge aus Sachsen, ein Beitrag einen zweiten, zwei einen dritten.

Am Wettbewerb teilzunehmen bedeutet, dass von unserer Schule wieder Schüler, diesmal sogar 16, zu spannenden Themen auf einem weit über die Unterrichtsanforderungen hinausgehenden Niveau geforscht, viele Erfahrungen gesammelt haben, die sie durchaus in der Praxis gut gebrauchen können: Teamarbeit, tiefgründiger Umgang mit verschiedensten Quellen, Kooperation mit Zeitzeugen und vielen Institutionen. Zwei Schülerinnen der 10. Klasse, Frederike Bäcker und Friederike Steinmüller, erhielten z.B. von der Stiftung Bussmannkapelle inzwischen eine Anerkennung und die Einladung, ihren Beitrag in einer Veranstaltung vorzustellen und eine Schrift für die Stiftung herauszugeben.

Es bedeutet auch: Unsere 16 Geschichtswettbewerbler haben alle in Gruppen und nicht als Einzelkämpfer gearbeitet, mussten gemeinsam auch Tiefschläge und Enttäuschungen meistern, ausgleichen, was Einzelne nicht pünktlich oder in der erforderlichen Qualität abgeliefert haben. Sie sind daran nicht zerbrochen , sondern gewachsen. Dass  schließlich 14 von den 16 sogar zu den Preisträgern gehören, was auf das hohe Niveau ihrer Arbeiten hindeutet, zeigt, dass es allen Grund gibt, sich zu freuen über das, was erreicht wurde.

Und es heißt auch, schon gespannt darauf zu warten, wer es 2018 wagt, sich in diesen spannenden Wettbewerb um ein historisches Thema zu begeben, der immer auch fordert, sich selbst hoch zu belasten, Grenzen zu überwinden, aber auch viele unwiederbringliche Erlebnisse beim Forschen zu haben. Alle sind eingeladen.

Und wer es noch nicht getan hat, der sollte unbedingt in der Bibliothek mal fragen nach den Beiträgen, die dort zum Nachlesen einladen.

Uta Knobloch


18.06.2017

Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

Gutes Abschneiden auch beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

16 Schülerinnen und Schüler des GDP begannen im September 2016 mit der Arbeit an vier Forschungsprojekten zur Ausschreibung des Bundespräsidenten Gauck, die in diesem Jahr hieß: „Gott und die Welt- Religion macht Geschichte.“  Ziel des Wettbewerbes ist, dass forschend- entdeckend ein bis dahin wenig erforschtes Stück Regionalgeschichte zum Thema hinterfragt und untersucht wird; bewährt und tradiert an unserer Schule ist, dass Schülergruppen gemeinsam mit Lehrern knobeln, forschen, suchen, Enttäuschungen und Tiefpunkte durchleben und sich immer wieder aufraffen, denn der Abgabetermin 28.2.2017 rückt vom ersten Tag an unerbittlich näher.

Unter dem Rahmenthema „Religion macht Geschichte“ untersuchten Caroline Wieck und Nico Schöniger das Wirken des Missionars Bruno Gutmann, der im Auftrag der Leipziger Mission 1902 seine Tätigkeit in Tansania aufnahm.

Dabei gingen sie der Frage nach: „Warum wird der in Dresden geborene Missionar noch heute in Tansania wie ein Heiliger verehrt?“. In umfangreichen Recherchen und beim persönlichen Gespräch mit Nachfahren Bruno Gutmanns kamen sie zu einem überraschenden Ergebnis: Bruno Gutmanns Handeln und Wirken sind tatsächlich einzigartig und deshalb bemerkens­wert, weil er sich abweichend vom damals Üblichen in starkem Maße für die Rechte und Kultur der Einheimi­schen eingesetzt hat. Bei seiner Missionstätigkeit setzte er im Umgang mit den Dschagga auf Verständigung und Integration statt auf Umerzie­hung und Unterdrückung. Er bewies Mut als er sich gegen die Kolonialverwaltung stellte und sie mehrfach tadelte, auch kritisierte er seine Partnermissionare stark im Umgang mit den, wie man damals sagte „Eingeborenen“.

 

„Da lächelt der Engel der Geschichte“
Pia Heintze und Rebecca Sommer untersuchten am Beispiel der Zionskirche Dresden, ob es in unseren atheistisch geprägten Zeiten sein kann, dass Religion tatsächlich Geschichte macht. Ihren Titel leiteten sie ab aus einer tiefgründigen Auseinandersetzung mit den Vorstellungen des Philosophen Walter Benjamin zum Wesen von Geschichte.

Für Ihre Untersuchung knüpften sie Kontakte zu Zeitzeugen des Aufbaus der sogenannten „Schwedenkirche“, die als „Kirche im Sozialismus“ von der schwedischen Abteilung des Lutherischen Weltbundes als Geschenk finanziert und projektiert wurde. Von der schwedischen Partnergemeinde ideell und finanziell gestützt, mit schwedischer Bauleitung und schwedischem Material und unglaublichem Einsatz der Zionsgemeinde selbst gelang es, dieses wunderbare Gemeindezentrum trotz vieler Widrigkeiten zu errichten. Mindestens genauso wichtig war es, dass bei diesem Bau mit Hartnäckigkeit, Humor und einer immerwährenden Hoffnung auf das gute Gelingen die Gemeinde zusammenwuchs wie zu keiner anderen Zeit. Der Bau kostete nicht nur Kraft gab, sondern ließ die Beteiligten auch Kraft tanken, die sie auch nach der feierlichen Einweihung der Kirche brauchte, um die neuen Herausforderungen des Lebens in der DDR und unter den neuen Bedingungen der vereinigten Bundesrepublik zu lösen. Geschichte machte Religion in diesem Falle auch, weil dieses Gemeinschaftsprojekt Schweden –DDR ein „ Vorzeigeprojekt“ für die DDR wurde und sich alte starre Antihaltungen der Funktionäre zu einer zweckgebundenen Kooperationsbereitschaft entwickelten. Herausfinden konnten die Mädchen das alles aus unzähligen Archivakten im Landeskirchenarchiv und im Archiv der Kirche selbst, sie entwickelten eine Korrespondenz zur schwedischen Partnergemeinde und belebten die inzwischen deutlich gealterte Verbindung neu mit dem Ziel, die jungen Gemeinden beider Kirchen wieder einmal Begegnungen  am historischen Ort zu bewegen.

 

„ Schmieden für den Frieden“
steht als Titel auf dem Deckblatt einer Arbeit der Begabungsfördernden Gruppe „Mit der Zeitmaschine durch die Geschichte“.
Die Frage, wie und warum die Weissagung des Propheten Micha aus der Bibel, dass dereinst die Menschen »Schwerter zu Pflugscharen« machen würden, in der DDR politische Wirkungskraft entfaltet hat, stellte den Ausgangspunkt des schriftlichen Beitrags der Schülergruppe dar. Der von Pfarrer Bretschneider auf drei Worte  reduzierte Spruch und seine Symbolik, insbesondere in der Form von Aufnähern, wurden das Erkennungszeichen der evangelischen Friedensbewegung der 1980er Jahre in der DDR. Für ihre Nachforschungen führten die Sechstklässler jeweils einzelne kleine Arbeitsprojekte durch, die sie in einer gemeinsamen Sammlung zusammenführten. Diese beinhaltet beispielsweise Gespräche mit Zeitzeugen, zeichnerische und schriftliche Überlegungen zur Botschaft des Spruches und die Untersuchung von historischem Bildmaterial und Gegenständen. Die Schülerinnen und Schüler überlegten auch, wie der Spruch heute noch gültig sein und Menschen dazu anregen kann, sich für Frieden und Abrüstung einzusetzen.

 

„Im Lutherrock durchs Zeitalter der Extreme“
haben Frederike Bäcker, Friederike Steinmüller und Philipp Immler ihre Arbeit genannt. 
Im Zusammenhang mit dem derzeitigen Bau der Gedenkstätte Busmannkappelle am Platz der abgerissenen Sophienkirche erforscht die Schülergruppe anhand des Lebens Arndt von Kirchbachs u.a. den Kirchenkampf im Nationalsozialismus. Als Domprediger an diesem bedeutsamen Ort sächsischen Luthertums wurde von Kirchbach im Nationalsozialismus Mitglied des Pfarrernotbundes und der »Bekennenden Kirche«. Er stellte sich aus lutherischer Überzeugung den Wirkungen des Nationalsozialismus in der Kirche entschieden entgegen. Anhand von Gesprächen mit Zeitzeugen und Experten sowie Recherchen im Kirchenarchiv rekonstruiert die Schülergruppe die Lebensgeschichte Esther und Arndt von Kirchbachs und identifiziert christliche Normen als Grundlage für die ethisch-moralischen Prinzipien, nach denen sie lebten und handelten. Deren couragiertes Eintreten bewerten die Schülerinnen und Schüler als wichtiges Vorbild für die heutige Gesellschaft. Die Ergebnisse ihrer Arbeit sollen in der zukünftigen Gedenkstätte ausgestellt werden.

Vier Arbeiten wurden eingereicht, vier erhielten auf der Landesebene einen Preis: einen Förderpreis dürfen Caroline Wieck, Nico Schöniger Kl. 9, Pia Heintze und Rebecca Sommer Kl.11 entgegennehmen, über einen der Landessiegerpreise können sich Friederike Steinmüller, Frederike Bäcker Kl. 9 und Philipp Immler Kl. 11 und die  BF-Kinder aus den 6. Klassen Lisa Peschel, Anne Flieher, Lewin Hantzsch, Julian Kriegelstein, Sophy Langer, Clara Mickel , Joshua Dargie Kl. 6/3 , Martin Dombrowski und Lennart Sobirey Kl. 6/4  freuen und sie sind natürlich gespannt, ob ihre Arbeiten die strengen Bundesjuroren  so überzeugen, dass sie vielleicht noch einen Preis auf der Bundesebene erreichen.

Gewonnen indes haben alle schon jetzt:

Freude über die riesige Hilfsbereitschaft von Zeitzeugen, Experten, Mitarbeiter in Archiven;
Erfahrungen, auf wen Verlass ist und wer sich doch eher mal herausmogelt, wenn es anstrengend wird,
Selbstbewusstsein durch das gute Gefühl, trotz aller Schwierigkeiten, Zweifel und Rückschlägen gemeinsam mit Mitschülern ein eigenes Forschungsergebnis in Form einer Broschüre vorzulegen, das Wertschätzung erfährt.

Wir freuen uns auf die Preisverleihungsfeier in Leipzig.