Weihnachtskonzerte

01/03/19

Musikalisches Kreistraining (ein etwas anderes Adventskonzert)

Unter dem Titel „Ankommen“ fanden am 19. und 20. Dezember 2018 etwas andere Adventskonzerte statt – ein Rückblick

Gemeinhin versteht man unter einem Konzert ein Ereignis, bei dem der Zuschauer in einen Raum kommt, sich hinsetzt, eine Zeit lang die Musik genießt und dann, im besten Fall von Musik und Musikern eingenommen, wieder den Heimweg antritt. Nicht so bei den beiden Adventskonzerten des Gymnasiums Dresden-Plauen, wo aus der Not eine Tugend gemacht wurde. Doch der Reihe nach:

Das Organisationsteam stand in diesem Jahr vor einer besonderen Herausforderung, galt es doch, eine konzeptionelle Alternative zu den Konzerten in der schon fast von selbst wirkenden Aula des traditionsreichen Gebäudes in der Kantstraße zu finden. So entstand die Idee, diesmal das Publikum auf die Reise zu schicken, auf eine Reise durch thematisch verschieden gestaltete Räume und die dazu passende Musik. Praktisch durchlebte jeder mehrmals das Aufbrechen und Ankommen.

Per Zufall entschied die Farbe der Eintrittskarte, welcher Raum zuerst angesteuert beziehungsweise welchem Wichtel gefolgt werden sollte. Kreistraining ohne Schwitzen also, das auch noch beste Unterhaltung bot.

Doch bevor es so weit war, begrüßte im Foyer die Büttner-Richter-Band, die aus Großereignissen wie diesem nicht mehr wegzudenken ist, das ankommende Publikum rhythmisch akzentuiert. Die Gäste staunten über die Weiterentwicklung der jungen Musiker/innen in ihren Soli und im Zusammenspiel.

Dann geriet der Besucher nicht nur innerlich in Bewegung, denn er begab sich zur ersten Station seiner Reise. War dies die Jazzlounge im Nebengebäude, ließ man sich bei Hozier‘s „Take Me To Church“, dargeboten von Thien Phuoc Nguyen aus der Klasse 10/1, oder Dean Martin‘s „Walking in a Winter Wonderland“, am Piano von Leander Mohr aus der Klasse 11 musiziert, in wohlig beschwingte Stimmung einhüllen. Gedämpftes Licht, Bar-Atmosphäre – die Metamorphose eines Schulraums. Doch wenn‘s am schönsten ist…

Also weiter zum zweiten Raum – dem Klassiktempel – und damit zur Kammermusikgruppe, die uns mit zwei Bachwerken an die Traditionen erinnerte, dem Zehntklässler Felix Börner, der sehr überzeugend Tschaikowskis Zuckerfee tanzen ließ, wie der erstaunlichen Streicher- und Querflötenfamilie Barthel, die dem Publikum mit einer instrumentalen Fassung des Liedes „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ den Abschied aus diesem Raum versüßte.

Den besinnlichen Tönen nachspürend, waren die Gäste jetzt gespannt auf die zwei noch verbleibenden Stationen dieses ungewöhnlichen Wandelkonzerts. Dazu begab man sich ins Hauptgebäude und strandete auf dem Weihnachtsmarkt, wo auch der leiblichen Genüsse gefrönt werden konnte. Tanz und Chorgesang ließen die Besucher innehalten. Eine Entdeckung war vor allem das Lied des Projektchors „Christmas in the old mans hat“, das verdeutlichte, dass die Probleme der Welt gerade in der Weihnachtszeit nicht vergessen werden dürfen.  

Und schon gab der Wichtel wieder das Zeichen zum Aufbruch: Der letzte Raum – das Winterwunderland – harrte der Aufmerksamkeit. Hier gelang die Verwandlung eines Klassenraumes besonders eindrucksvoll: Ein Pavillon, in Weiß und Silber getaucht, bot den jungen Künstlern einen ganz speziellen winterlichen Auftrittsrahmen. Den nutzten dann auch beispielsweise die junge Tänzerin Paulina Cossa, die die Musik Tom Walker‘s „Leave a Light On“ exzellent in Bewegung umsetzte, oder die beiden Pianisten Maximilian Harder und Clemens Tuma aus der Klasse 12, die sich mit Witz und Können auf eine wohl auch dieses Jahr in Dresden ausfallende „Schlittenfahrt“ begaben.

Beeindruckt von der Vielfalt der Darbietungen und vielleicht auch, dass schon zwei Stunden verstrichen waren, traf sich das Konzertpublikum noch einmal im Innenhof, empfangen von einem Weihnachtslieder-Medley des Klarinettentrios um Justus Czarnikow und verabschiedet von der Schulband.

Schaute man in die freudigen Gesichter und hörte die hellauf begeisterten Stimmen wurden die Organisatoren Antje Sucharski, Anne Nowak und Dr. Michael Liebscher sowie die zahlreichen weiteren Beteiligten an Technik und Ausstattung wohl hoffentlich entschädigt für die Mühen der Vorbereitung.

Das war ein Ankommen in dreifachem Sinne: im neuen Gebäude, in der Musik, in der Weihnachtszeit.

Und es kam an!

Adriana Kostudis