9. Jugend-Redeforum

Am 05.11.11 fand nun mittlerweile zum neunten Mal das "Jugend-Redeforum" im sächsischen Landtag statt. Auch unsere Schule nahm wie die letzten Jahre daran teil. Hierfür meldeten sich zwei engagierte Schüler aus dem Debattierclub des Hans-Erlwein-Gymnasiums. Sophie Herz (9. Klasse) und Farid Galal (11. Klasse) repräsentierten unsere Schule. Dafür bedankte sich Denny Schneider (Schülersprecher), der sich mit im Landtag einfand, um das Team um Herrn Kaiser zu "begutachten" und unsere Schüler zu unterstützen.


Die gesamte Mannschaft traf sich 9 Uhr im Landtag, da die Veranstaltung 30 Minuten später begann. Für die richtigen einleitenden Worte sorgte Herr Dr. Christoph Metz (Vertreter des Landtagspräsidenten), der in seiner Rede betonte, dass Reden eine Kunst sei, die jeder von uns als Instrument begreifen sollte, da sie uns die Tore zu politischen und gesellschaftlichen Themen öffnet und es uns ermöglicht unsere Ideen und/oder Lösungsvorschläge einzubringen. Der erste Schritt sei dafür der Schülerrat, der den Grundstein legen kann und das Engagement von Schülern fördert sowie fordert, sagte Herr Dr. Metz.

Ein weiteres Grußwort richtete Herr Vazrik Bazil (VRdS) an die Anwesenden, der sich in aller erster Linie bei den Lehrern bedankte, die die Schüler in ihren Vorhaben so aktiv unterstützen. An unserer Schule gebührt Frau Borner, Frau Kegel und Herrn Kaiser Dank für ihr Engagement im Debattierclub und GeWi-Bereich. Einen letzten Rat hatte Herr Bazil aber noch für die Schüler. Er sagte, dass auch bei Gegenwind wir alle dazu verpflichten sein sollten den Mund aufzumachen und klar Stellung zu beziehen.


Im Anschluss an die Eröffnungsreden wurden die Schüler in ihre Sekundarstufen und anschließend in Diskussionsgruppen eingeteilt.


Insgesamt gab es sechs Gruppen, die zu den unterschiedlichsten Themen nacheinander diskutierten.

     →Gruppe 1: "Promotion um jeden Preis - warum sind wir von Titeln so   beeindruckt?"

     →Gruppe 2: "Muss ein Staat Schulden machen?"

     →Gruppe 3: "Wie viel Fleisch ist gesund für uns - und Mutter Erde?"

     →Gruppe 4: "Vom Tellerwäscher zum Multimillionär?"

     →Gruppe 5: "Leistungssport/Materialschlacht - wie viel Technik ist erlaubt?"

     →Gruppe 6: "Soll die Freiheit im Internet grenzenlos sein?"

Sophie Herz diskutierte über das Thema: "Wie viel Fleisch ist gesund für uns - und Mutter Erde?"

Sophie nahm in dieser Gruppe eine befürwortende Haltung zum Thema "Fleischkonsum" ein, hat aber auch mit der Infragestellung von bestehenden Gewohnheiten geglänzt. Sie sagte, dass Fettleibigkeit nicht nur an dem eigentlichen Fleischkonsum läge, sondern auch an der einseitigen Ernährungsweise der heutigen Menschen. Gammelfleisch sei ein großes Thema, kann aber durch bessere und vor allem häufigere Kontrollen eingedämmt werden. Es sei aber derzeit noch ein Personalproblem zu klären, betonte sie weiter. Des Weiteren kam in der Runde das Thema "Massentierhaltung" und "Zuchttiere" auf. Sophie hielt stark gegen die mehrheitliche Meinung, das alle Tiere die Möglichkeit bekommen sollten auf großen Freilandflächen zu leben. Sie betonte dabei den fehlenden Platzmangel auf der Erde und den nutzen, den diese Tiere mit sich bringen sollten. Die Frage einer völligen fleischlosen Ernährung stelle sich für Sophie in der heutigen Zeit noch nicht. Sie machte ihre Gruppenmitglieder darauf aufmerksam, dass der übermäßige Fleischkonsum ein temporäres Problem sei, aber sich schon auf dem Weg des "Abbaus" befände. Dieser Umgewöhungsprozess wird nicht von jetzt auf gleich geschehen, sondern wird sich schrittweise über mehrere Generationen vollziehen, sagte sie weiter. Ihre Argumentation fand daraufhin starken Zuspruch, sodass der abschließende Kommentar eines Mitstreiters "Der Mensch von heute entstand durch den Konsum von Fleisch!" war.

 

In der folgenden Jurybewertung bekam Sophie größtenteils positive Kritik, aber auch Hinweise zu verbesserungswürdigen rhetorischen Mitteln. Sie schaffte es in die nächste Runde - Einzelrede (3 Minuten).

Farid Galal diskutierte über das Thema: Soll die Freiheit im Internet grenzenlos sein?"

"Ja, Meinungsfreiheit sollte grenzenlos sein, um Menschenrechtsverletzungen, wie zum Beispiel im Irak, aufzuklären und dem Bürger einen Einblick in die Aktionen der Regierungen geben." So stieg Farid in wohl eine der aktuellsten und interessantesten Themen ein. Dabei war er von vielen starken Mitstreiten umgeben, in der die Jungs sehr schnell das Zepter in die Hand nahmen und die Mädchen nur selten oder durch eine direkte Aufforderung zu Wort kamen. Farid sprach das neue Medium "Facebook" an, welches unterdrückten Menschen eine Plattform bieten würde, um sich auszudrücken. Damit begann die lebhafte Diskussion. Man solle zwischen sachlicher Kritik im Internet und Mobbing unterscheiden können, forderten alle Teilnehmer. Farid bemerkte, dass das Internet kein "rechtsfreier Raum" sein dürfe und das der Staat in Extremfällen einzugreifen hätte. Ein weiterer Konsenz war, dass die Demokratie von der Möglichleit leben würde globale Ereignisse zu verfolgen und zu bewerten, um daraus Schlussfolgerungen zu ziehen und zu lernen. Mit dem Satz "Einmal erstellte Seiten können zwar gesperrt werden, bleiben aber für ewig im Internet gespeichert!" beendete Farid die Diskussionsrunde und damit auch den ersten Ausscheidedurchgang.

 

Trotz lobende Worte und Anerkennungen schaffte es Farid leider nicht in die nächste Runde, da die Gruppe wirklich sehr ausdrucksstarke Persönlichkeiten hatte. Dennoch blieb er mit allen noch bis zum Ende, um Sophie zu unterstützen.

3-Minuten-Rede von Sophie Herz

Am Nachmittag begann dann der zweite Durchlauf, für den sich Sophie qualifizieren konnte. Für ihre kurze Rede wurde ihr das Thema: "Englisch als Sprache für alle?" zugeteilt.

Sie legte bei Ihrer Argumentation viel Wert auf die Wirtschaft und Kultur. Sie sagte, dass die englische Sprache die "globale Verständigung" von Unternehmen erleichtere und es eine Hilfe für alle in der Welt sein könnte. Ihr zweiter Schwerpunkt lag im Bereich der Literatur. Sie betonte dabei, dass das Lesen von englischen oder englisch sprachigen Autoren in der Originalsprache viel mehr Spaß machen würde. Ihr Schlussappell war: "Englisch soll weiterhin eine universelle Sprache bleiben!"

 

Trotz guter Argumente, konnte sie sich nicht platzieren, konnte aber im oberen Drittel landen.

 

Der Schülerrat bedankt sich für den aufschlussreichen und erfolgreichen Samstag und wünscht allen Rednern des Hans-Erlwein-Gymnasiums weiterhin viel Erfolg und eine "große Klappe"!