Chemiepraktikum

Ein Tag voller Titrationen

Der fächerverbindende Unterricht ist nun schon seit über einem Jahrzehnt am HEG etabliert. Heute begleite ich die Klasse zehn bei ihrem Chemiepraktikum. Ich stehe vor dem Raum und warte mit anderen Schülern, dass die Stunde beginnt. Mir wird sehr mulmig, da ich als Siebtklässler etwas fehl am Platz wirke. Als ich den Raum betrete, kommt eine frische Brise. Auf den Tischen stehen Arbeitsplatten mit Büretten, Bechergläser mit Salzsäure oder destilliertem Wasser, ein Indikator, ein Erlen-Meyer Kolben und die zu untersuchende Probe. Es ist ruhig wie in einer Bibliothek und die Lehrerin erklärt, wie man titriert. Im Lehrbuch steht zur Titration: ,,Die Titration ist das Verfahren zur Bestimmung des Gehalts einer Lösung durch allmähliche Zugabe einer anderen Lösung mit bekannter Konzentration ".

Als erstes erstellen alle ein Protokoll. Während die Schüler schreiben, schaue ich mir das Arbeitsblatt an, das ausgeteilt wurde. Ich versuche mich an einer Aufgabe, die nicht allzu schwer scheint.

Die Lehrerin fragt mich, ob ich das Experiment nicht auch versuchen will. Weil ich am Vortag schon einmal da war, weiß ich schon so einigermaßen, wie man es macht. Es ist sehr interessant zu sehen, wie sich die Farbe ändert, wenn man Salzsäure oder Kaliumhydroxidlösung hinzufügt. Wenn die Mischung blau ist, bedeutet das, dass zu viele Teile der Kaliumhydroxid Lösung enthalten sind. Falls die Lösung grün ist, signalisiert es, dass jeweils ungefähr gleiche Anteile der Salzsäure und der Lösung vermischt sind. Sobald es ein Gleichgewicht gibt, neutralisieren die Teile sich gegenseitig und es entsteht Wasser. Wenn die Lösung gelb ist, ist zu viel Salzsäure enthalten. Dieses Spiel kann man hoch und runter spielen, indem man Salzsäure oder Kaliumhydroxidlösung hinzufügt.

Leonard H.