Ausstellung 2019

"Warum wir nach Dresden gekommen sind …"

 

Am 7. Oktober 2019 wurde der dritte Teil der Ausstellung des Jüdischen Frauenvereins Dresden feierlich am Hans-Erlwein-Gymnasium eröffnet. Frau Dr. Elke Preusser-Franke, die Vorsitzende des Vereins, sprach in ihrer Eröffnungsrede in Anwesenheit von Teilnehmern von Geschichts-und GRW-Kursen über Schicksale ukrainischer Juden in Dresden.

Jahrhunderte lang galten sie als Sündenböcke, Jahrhunderte lang wurden sie beargwöhnt und häufig nicht gern gesehen. Jahrhunderte lang wurden sie ausgegrenzt, verfolgt, und - bis zum heutigen Tag - ermordet: Juden.

Ein Blick in die Geschichte zeigt: es gab und gibt immer wieder Menschen, die einen Hass auf Juden hatten und haben, weil sie in einer vereinfachenden Weltwahrnehmung schlichtweg alles Negative auf jüdische Menschen projizierten.

So kam es seit dem 17. Jahrhundert immer wieder zu Wellen jüdischer Immigrationen nach Deutschland. Dresden als die Hauptstadt Sachsens war schon immer ein Zentrum, zu dem sich Flüchtlinge vor allem aus Osteuropa hingezogen fühlten oder wohin sie auch zugewiesen wurden.

Der jüdische Frauenverein Dresden e. V. wurde bereits im 18. Jahrhundert gegründet, um ein Ansprechpartner für die Frauen unter den Flüchtlingen zu sein, um ihre Fragen zu beantworten, um ihnen zu helfen, in Dresden eine neue Heimat zu finden und sich einzuleben. Und über die Jahre erzählten viele Juden Mitgliedern des Vereins ihre Geschichten, warum sie flohen.

Diese faszinierenden und zugleich ergreifenden Lebensgeschichten von zum Teil heute noch lebenden Juden, welche in den letzten Jahrzehnten die Ukraine verlassen haben, sind Grundlage der aktuellen Ausstellung im Hans-Erlwein-Gymnasium. Zwölf Säulen mit Text- und Bildmaterial bieten eine Fülle von Informationen, Fakten, Daten aber auch Anekdoten zum Thema: „ Jüdische Flüchtlinge“.

All dies wird Rahmen des Unterrichts, hervorzuheben sind an dieser Stelle der Geschichtsunterricht sowie der GRW-Unterricht, aber auch einfach in den Pausen betrachtet und besprochen. Ein herzlicher Dank sei an dieser Stelle der Fachkonferenz Geschichte und dem Jüdischen Frauenverein Dresden e.V. ausgesprochen, die uns diese eindrucksvollen Einblicke in das Schicksal jüdischer Menschen ermöglicht haben. Denn dieses Wissen sollte nicht nur in den Zeitzeugen und deren Nachkommen lebendig sein, sondern auch uns Nachgeborenen gegenwärtig sein, um jüdischen Bürgern offen und warmherzig zu begegnen und ihnen überall dort, wo sie leben, eine Heimat zu geben.

Text und Fotos: PR-Team HEG, Oktober 2019