Orientierungshilfe

Individuelle Voraussetzungen wollen individuell aufgenommen und individuell entwickelt werden.

Zunächst wird festgestellt,

wo besondere Stärken

aber auch Schwächen,

besondere Begabungen,

Neigungen und

Interessen des Kindes liegen.

Der Schüler, aber auch die Lehrer und die Eltern müssen sich nunmehr orientieren, wie die weitere Entwicklung in den nächsten Jahren aussehen soll.

Diese Orientierung erfolgt im Wesentlichen in den Klassenstufen 5 und 6. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, sich an die ?Schule der Großen? zu gewöhnen, in der sie neben ihrem Klassenlehrer von vielen anderen Fachlehrern unterrichtet werden.

Der Unterricht findet in Fachkabinetten statt und die Kinder ziehen in ihren Pausen viel häufiger um, als sie es von der Grundschule her gewöhnt sind. Sie lernen neben den bekannten auch eine Reihe von neuen Unterrichtsfächern kennen und haben mehr Unterrichtsstunden. Verschiedene Unterrichtsmethoden fördern und verlangen mehr Selbstständigkeit - kurz, die Schüler müssen ihren Orientierungssinn stärken und ihr Leistungsvermögen testen.

Gleichzeitig sollen die Leistungsunterschiede, die aus der Grundschule noch geblieben sind, ausgeglichen werden. Dafür stehen in den Klassenstufen 5 und 6 jeweils zwei Wochenstunden zur Verfügung. Diese Wochenstunden können allerdings auch zur weiteren Profilierung der leistungsstärkeren Schüler eingesetzt werden.

In diesen beiden Jahren sollte sich abzeichnen, welche abschlussbezogene Differenzierung und welches Profilangebot für den Schüler am geeignetsten ist

Die Lehrer werden jetzt zum wichtigsten Berater für Schüler und Eltern, um die zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres der Klassenstufe 6 bzw. am Ende der Klassenstufe 6 zu treffende Entscheidungen zielsicher und verantwortungsbewusst vorzubereiten.

Nicht zuletzt dienen die Orientierungsklassen auch einer bewussten Entscheidung für die Schulart Mittelschule in Abgrenzung zum Gymnasium. Lehrpläne und Stundentafeln beider Schularten sind in diesen beiden Klassenstufen noch annähernd gleich, ein Schulwechsel an das Gymnasium also noch möglich.

Die am Ende der Klassenstufe 4 getroffene Entscheidung über den weiteren Bildungsweg kann noch revidiert werden, sofern die Leistungsvoraussetzungen des Schülers den Ansprüchen an gymnasiale Bildung gerecht werden.