Skilager 2016

18.01.2016

Eiseskälte und Kaiserwetter am 1. Tag

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Es ist ein früher Morgen in Leipzig. In Grünau bewegen sich dunkle Gestalten mit schweren Taschen, Schnee grieselt von den Dächern und es ist kalt. Die kleinen Geister warten auf ihr Transportgefährt, dass kurz vor 6 Uhr auf den Parkplatz einbiegt. Flugs sind Koffer, Reisetaschen und Ski verstaut und die dunklen Gestalten verwandeln sich in brave Schüler und Schülerinnen der 84. Oberschule. Bevor die Reise los geht, überbrückt unser Fahrer die Wartezeit betr. eines hinter uns stehenden Müllwagens u. a. mit Sicherheitsbestimmungen im Notfall. Es kommt so ein kleines Gefühl auf, als säßen wir im Flieger in den warmen Süden.

Doch unser Ziel ist Finsterau im Bayrischen Wald. Nach gut 2 Stunden werden die Geister geweckt, es wird lauter im Bus und die erste Pause ist notwendig. Später machen wir eine längere Pause, die Reise scheint mit dem Besuch bei Mc Doof gerettet. Die Kinder sind glücklich und genießen nicht nur die wohlige Wärme sondern auch den ersten Schnee.

Je höher es wird, desto weißer zeigt sich die Landschaft. Doch macht sich auch der Buskoller breit, Klatschtiraden und Fragen wie: "Wann sind wir da?, Wie lange brauchen wir noch?" häufen sich. Ca. 30 Minuten vorm Ziel zeigt sich "Clara" in einem mit Puderzucker überzogenen Wald, auf den umliegenden Wiesen und Hängen. "Oh, es ist so schön hier", staunende Kinderaugen blitzen aus dem Bus.

In der Herberge kommen wir 12.30 Uhr an. Uns erwarten 2 Sportlehrer, Sonne satt, Mittagessen und vorbereitete Loipen. 14.15 Uhr geht's ab zur Skiausleihe und wieder bergauf zur Herberge. Bis zur Dunkelheit heißt es Ski anschnallen und ab in die Loipe. Erste Fahrversuche in 3 Gruppen bringen viel Spaß und die teilweise gute Ausrüstung einiger Kinder macht sich bezahlt. Bei Minusgraden drehen die Kinder mehrere Runden und ersehnen das Ende.  18 Uhr gibt es Abendbrot, anschl. ist noch Wachskunde angesagt. Da nicht alle gleichzeitig daran teilnehmen können, nutzen die anderen beiden Gruppen jeweils die Zeit im Schnee bzw. das Herbergsgelände für abendliche Rundgänge. Dabei werden die ersten Wölfe gesichtet, die Tiere des Waldes haben freien Auslauf!

Jetzt ist Nachtruhe, die üblichen Zimmerspielchen sind überstanden. Es scheint ruhig und wir hoffen auf einen nächsten sonnigen Tag und viel Schnee. Derzeit haben wir 70 cm Schnee und -14 Grad Celsius, d. h. Schnee ist uns sicher.

 

19.01.2016

"Im Zeichen der Wölfe" (2. Tag)

Eine Frage heute früh an Frau Zimmermann im Wald: „Gibt es in diesem Wald Tiere?“
Antwort: „Ja, Bären, Luchse und Wölfe. Die Bären schlafen jetzt, die Luchse sind nicht so groß, aber die Wölfe …“

Erwiderung einiger Kinder: Na, wir haben ja gestern Abend da hinten schon welche gesehen!“

Dieses Thema begleitet uns den ganzen Tag. Immer wieder schauen sich die Kinder um, ob sie irgendwo Wölfe entdecken. Sogar spät am Abend beschäftigt die Kinder, ob sie auf dem Weg zum Nachtskilauf nicht welchen begegnen würden.

Aber fangen wir mit dem Tagesgeschehen mal von vorn an. Zum Frühstück ist es ruhiger als bei den gestrigen Mahlzeiten. Für einige war die Nacht wohl doch länger als erlaubt. 9.45 Uhr werden die Ski geschnappt und auf geht’s zum Skistadion, um neue Loipen zu erkunden. Hier wird Doppelstockschub, Diagonalschritt und Bremsen im Schneepflug geübt, die A-Bremse kann ja jeder. Akrobatische Darbietungen gerade auf den kleinen Hügeln bringen viel Spaß. Für weitere Heiterkeit sorgen u.a. ff. Fragen: „Ist das hier schon das Gebirge?, „Ist das echter Schnee?“.

Nach dem Mittag geht es 14.30 Uhr wieder los. Zunächst müssen unzählige Schnürsenkel der Skischuhe nachgebunden werden. Bei Sonne satt und ca. -10 Grad Celsius geht‘ s wieder zum Skistadion, jetzt in Leistungsgruppen. Nun wird alles etwas größer: die Streckenlängen, die Abhänge und damit die Anforderungen an unsere Schützlinge. Bei dieser Gelegenheit lernen die Schüler die Wettkampfstrecke für die Schulmeisterschaft kennen. Mit dem blutroten Sonnenuntergang wird der Heimweg angetreten und manche können sich nur noch schleppen.

Genügend Energie haben 3 Schüler und 2 Lehrer beim Abendbrot getankt, die gerade beim Nachtskilauf unter Flutlicht im Stadion sind. 19.45 Uhr (bei Redaktionsschluss dieses Artikels) ist noch nicht klar, ob sie auf dem Weg den Wölfen begegnet sind. Dazu morgen mehr!

"Übung macht den Meister" (am 3. Tag)

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Um es gleich voran zu stellen: Alle Kinder und begleitenden Erwachsenen sind wohlbehalten vom Nachtskilaufen zurückgekehrt. Die Wölfe wurden nicht gesehen, aber Wolfsgeheul lag in der Luft. Merkwürdigerweise schallte dieses vom Haus nach draußen, aber eventuell verschob die leichte abendliche Windbrise die Schallwellen. Wir wissen es nicht genau.

Aber nun zum Tagesgeschehen. Der überwiegende Teil der 35 teilnehmenden Kinder ist voll bei der Sache, ist ehrgeizig und übt, übt, übt. Trotz Schwächeerscheinungen Einzelner gehen diese wieder mit in die Loipe und üben, üben, üben. Das Ergebnis kann sich heute sehen lassen. Die ersten Leistungskontrollen im Bremsen finden am Vormittag statt, am Nachmittag im Doppelstockschub und Diagonalschritt. Im Durchschnitt werden es die Noten 1 bis 3, ein sehr guter Schnitt. Zum Ende lernen die Kinder die morgige Wettkampfstrecke kennen.

Aktuelles: „Vivien hat einen Baum geknutscht.“ (keine Verletzungen!)

Trotz der kurzen Nächte haben die Kinder gut Energie und Spaß. Auch die Erwachsenen sehen die täglichen Fortschritte ihrer Schützlinge.

Allerdings müssen die Kinder noch viel üben, üben, üben, wie man sich am Tisch und beim Essen benimmt. Dafür viel Erfolg.  

News: Im Skilager hat sich ein Junge in ein Mädchen verliebt.

 

21.01.2016

Schnee von heute (4. Tag)

Der Tag beginnt mit Neuschnee und leichtem Schneegriesel. Das Thermometer zeigt -10 ° an, gefühlt ist es wärmer. Ringsum glitzert alles in der aufgehenden Sonne, der Tag scheint Erfolg versprechend zu werden.

Pünktlich um 9.45 Uhr geht es auf zur Wettkampfstrecke. Die Meisten sind sehr aufgeregt, einige Wenige eher gelassen. Zunächst heißt es für die Jungs, zwei Mal  eine Runde und für die Mädchen eine Runde von 800 m schnellstmöglich auf dem Ski zu bewerkstelligen. Die Loipen sind frisch gespurt. Bei Sonne satt, blauem Himmel und guten Rundumbedingungen kommen die ersten Jungs und Mädels ziemlich abgekämpft im Ziel an. Die Bestzeit der Jungs erreicht Emanuel mit 16:31 Minuten und bei den Mädchen Nathalie mit 8:53 Minuten. Nach einer Pause laufen alle noch ein paar Runden, bevor es zum zweiten Teil des heutigen Wettkampfes aufgeht. Hier bezwingen alle den Berg zur Herberge, d. h. damit ist auch klar, dass es hier Berge gibt. Die Startzeiten im Tal ergeben sich aus der Zeit, die im ersten Teil erlaufen wurde. Wer die kürzeste Zeit hat, läuft zuerst los und im Sekundentakt starten jeweils die nächsten. Manche liefern sich einem harten Kampf, überholen sich oder werfen sich gegenseitig aus der Bahn. Die Sieger sind Emanuel und Nathalie. Gratulation!

Nach der Mittagspause geht’s ein letztes Mal in die Loipe. Die Wege sind den Kindern zwischenzeitlich wohlbekannt, außer der Weltcupstrecke. Über die Hälfte der Gruppe wagen sich auf diese anspruchsvolle Loipe, die Sportlehrer sind echt überrascht. Am späten Nachmittag muss leider die Skiausrüstung abgegeben werden.

Nach dem Abendessen findet die legendäre Skitaufe statt. Es ist zunächst sehr laut, als die Gehilfen Ullas eintreten und die Taufe vollziehen wollen. U.a. hat der Skigott Ulla die Loipensau, Loipenrennmaus und Loipensonne.getauft. Die Schneehexe kann nicht getauft werden, da sie die Zeremonie verweigert.

Entsprechend der vorangegangenen Aufregung gestaltet es sich schwierig, die Nachtruhe einzuläuten.