Skilager 2018

18.01.2018

Skigott Uller nimmt seine Täuflinge auf!

Alle können sich die Taschen mit unendlich viel Schnee vollstopfen, denn es hat zur Abwechslung mal wieder geschneit. Am Morgen liegen gut 30 cm mehr Schnee und die Wetteraussichten sagen Sturm voraus. Die Leistungskontrolle im Doppelstockschub und Diagonalschritt kann stattfinden. Der Schneepflug kann aufgrund von zu viel Schnee und nicht gespurten Loipen nicht durchgeführt werden, worüber einige glücklich sind. Vom Sportplatz geht es in den Wald und alle stellen sich in alphabetischer Reihenfolge auf und trotzen dem Schneesturm. Nach knapp 2 Stunden geht’s heimwärts und eine leckere Nudelpfanne wird zum Mittagessen vertilgt.

Nach der kurzen Mittagspause schneit es unermüdlich weiter und die geplante Skitour in den Wald muss ausfallen. Trotz des Schneesturms müssen alle ihre Skier im Skiverleih abgeben und ins Feriendorf zurücklaufen. Hier findet eine kleine Schneeballschlacht auf dem Sportplatz statt und beim abschließenden Wettrennen im Tiefschnee gewinnt Mahmoud gegen Herrn Böhm! 

Nach dem Abendessen findet die traditionelle Skitaufe statt. Die Kinder sind aufgeregt, weil es zu Beginn noch die Siegerehrung des gestrigen Wettkampfes gibt. Gratulation an Carolin, Mahmoud, Sidney, Obeid, Ashana und Al Husseini für den 1. bis 3. Platz. Der Gehilfe des Skigottes Uller hat es schwer, in Ruhe die Taufe zu vollziehen. Die „clean brothers”, “Loipenglühwürmchen”, “ballerndes Schneerapunzel” sind nur einige Täuflinge, die das wohlschmeckende Getränk inkl. Schneetaufe empfangen. Das Schneegebet zu Ehren Uller‘s sprechen alle am Ende der Zeremonie, bevor die Nachtruhe eingeläutet wird. „Das ballernde Schneerapunzel“ wird aktiv und versucht wiederholt die Lehrer vom Fenster aus mit Schneebällen abzuwerfen. Leider können diese sich nicht wehren, da Schneeballverbot gegen das Haus verhängt wurde. Einige Mutige sind vor dem Schlafengehen barfuß im Schnee unterwegs und dann heißt es schlafen.

Hoffen wir auf eine ruhige Nacht.

17.01.2018

Noch mehr Schnee!

23 Kinder und 3 Erwachsene haben sich gestern Nacht in den dunklen Wald aufgemacht. Irgendwann entdeckte Mahmoud eine Schneeskulptur auf einem Baumstumpf sitzend, die sich lautstark auf die Gruppe zubewegte. Al Husseini war der Held der Nacht und drückte das leuchtende Wesen in den Tiefschnee. Das andere Schneemonster erschreckte die Kinder von der gegenüberliegenden Seite und es war so laut, dass alle Wölfe und Bären im Umkreis von 30 km mit Sicherheit das Weite suchten. Um eine Erfahrung reicher wurden einige Kinder, die sich später jeweils in Begleitung eines Erwachsenen von der Gruppe entfernten und die Stille des Waldes genossen. Das Schneetreten musste aufgrund von Zeitmangel am Abend ausfallen, um die Nachtruhe einzuläuten.

Heute Morgen liegen 30 cm mehr Schnee und es schneit weiter. Die Kinder werden am Morgen in 4 Leistungsgruppen aufgeteilt, 2 gehen gleich in den Wald und die anderen 2 Gruppen absolvieren tapfer ihre Übungen zunächst auf dem Sportplatz. Das Schneetreiben demotiviert einige Schüler, aber bis auf 3 laufen zum Schluss alle im Wald. Nach gut 2 Stunden freuen sich alle auf die schneefreie Zone des Feriendorfes Finsterau und das Mittagessen.

Pünktlich um 14.45 Uhr geht es auf zum Wettkampf. Für die Schüler und Schülerinnen bedeutet das, eine Strecke von knapp 3 km so schnell wie möglich auf Skiern zu bewältigen. Die Mädchen erledigen dies unter erschwerten Bedingungen, denn der Schnee peitscht allen kräftig ins Gesicht. Knapp 16 Minuten braucht der schnellste Junge, das schnellste Mädchen knapp 18 Minuten. Ein harter Kampf entpuppt sich und ob der Anstrengung kommen einige an ihre physischen Grenzen. Trotzdem scheint es allen Spaß zu machen und sie beißen sich durch. Eine tolle Leistung und Gratulation an alle! Die jeweils 3 ersten Mädchen und Jungs erhalten morgen Abend ihre Urkunden und einen kleinen Preis.

Auf dem Programm stehen heute nach dem Abendbrot für die Mädchen die Wachskunde, anschließend für alle die Foto- und Filmshow sowie das Schneetreten. Hoffen wir, dass es wieder eine ruhige Nacht wird und alle sich für die morgige Leistungskontrolle und Schneeballschlacht mental vorbereiten.

15.01.2018

Es liegt ja doch Schnee!

Es ist Montag früh, 5.35 Uhr. Dunkle Gestalten stehen auf dem Lidl- Parkplatz unweit der 84. Oberschule. Der Platz füllt sich zunehmend, Autos beleuchten zeitweise das bunter werdende Treiben. Gegen 5.50 Uhr kommt ein beleuchtetes Riesenmonster. Die Kinder freuen sich hörbar darüber und steigen nach dem Koffereinladen bereitwillig ein. Ziemlich aufgekratzt startet der Doppelstockbus kurz nach 6 Uhr in Richtung Süden. Die erhoffte, morgendliche Ruhe bleibt aus. Die Busfahrt ist lang, länger, am längsten – auch für die 50 Kinder. Nach etlichen Fahrstunden werden sie unruhiger und wollen ankommen. Unmutsäußerungen darüber münden in Aussagen wie z. B. „Skifahren, das mache ich heut‘ nicht mit!“, „Ich hasse Schnee!“, „Ich mach‘ heut‘ nichts mehr!“, „den ganzen Tag im Bus sitzen“, „Ich denke nicht, dass da Schnee liegt!“ (bei Sonnenschein auf der A3) usw. Die Fäkalsprache ersparen wir unseren Leser und Leserinnen an dieser Stelle.

Kurz vor der Autobahnabfahrt gibt es laute Schreie: „Schnee!“ und der ist ja „richtig weiß!“ Je näher wir dem Ziel kommen, um so ungeduldiger werden die Kinder. „Sind wir bald da?“ „Wie lange noch?“ fragen sie lautstark. „Oh, Schnee, da oben!“ hören wir bei Mauth. „Ja, nee, … Ich hab‘ gar keinen Bock auf die Schei…!“ waren letzte Äußerungen, bevor wir um 12.30 Uhr auf dem Parkplatz in Finsterau wohlbehalten ankommen.

Nach dem Mittagessen beziehen die Kinder ihre Zimmer, unterschiedliche Befindlichkeiten von Freude bis Frust sind vertreten. Trotzdem gehen alle gegen 14.15 Uhr zum Skiverleih und stehen wenig später auf dem gespurten Sportplatz für erste Technik- und Fallübungen. In 4 Gruppen lernen die Kinder den Diagonalschritt, Doppelstockschub und Schneepflug kennen. Runde um Runde kämpfen sich die müde werdenden Körper auf dem Platz bis die Dämmerung einbricht. Beeindruckt und teilweise stolz über ihre eigenen Leistungen schnallen die Kinder die Ski ab und sitzen kurze Zeit später am Abendbrottisch.

Nach dem doch recht engen Zeitplan freuen sich die Kinder bis zur Nachtruhe über freie Zeit. Hoffen wir, dass sie auch zur Ruhe finden.

 

16.01.2018

Schneemänner und -frauen in Finsterau unterwegs

Nach einer ruhigen Nacht erwachen die müden Geister, die letzten stehen 5 Minuten vor dem Frühstück auf. Die Schneefräse sorgt vor dem Fenster dafür, dass der Schneeberg auf dem Hof wächst und gedeiht. Nicht nur nach dem Frühstück findet eine erste Schneeballschlacht darauf statt.

Gut gestärkt geht es um 9 Uhr auf den Sportplatz. Es liegen 20 cm Neuschnee und ununterbrochen schneit es bis mittags. In vier Gruppen schaffen sich die Kinder an Diagonalschritt, Doppelstockschub und später im Wald am Schneepflug. Einige haben sichtbar Freude an den Schneemassen und lassen sich des Öfteren fallen. Aber unsere Stehaufmännchen und -frauen sind emsig, wenn es doch mal nicht so mit dem Gleichgewicht klappt. Mit fortschreitender Zeit werden aus vielen Kindern kleine Schneemänner- und frauen. An Mützen, Kragen, langen Haaren hängen Schnee und Eis. „So schwere Haare habe ich noch nie gehabt!“ äußert ein Mädchen. Nach gut 2 Stunden freuen sich die meisten, dass es in die wohlige Wärme der Zimmer und dann mit trockenen Klamotten zum Mittagessen geht.

Um 14 Uhr geht‘s „auf zur nächsten Runde“. Nicht alle sind begeistert, wollen lieber im Bett bleiben. Aber schlafen sollen sie ja nachts und so müssen alle mit raus. Nun heißt es „ab in den Wald“ und das Geübte in der freien Landschaft in den Loipen auszuprobieren. Und es klappt gut. Und so manche/r kann stolz sein auf die eigenen Leistungen und das Durchhaltevermögen. Vier eifrige Jungs absolvieren eine größere Runde und trotzen dem peitschenden Schneesturm am Nachmittag. Gegen 17 Uhr sind alle wieder im Quartier und trocknen ihre Sachen.

Zum Abendessen gibt es reichlich Pizza für die scheinbar ausgehungerten Leiber. Am Abend findet die Wachskunde statt. Die Sportlehrer erklären, wie man die Skier pflegt und schneller machen kann. Interessiert nehmen die Kinder in 4 Gruppen teil. Die Nachtruhe wird noch etwas dauern, denn eine Nachtwanderung und Schneetreten stehen auf dem Plan. Wir werden sehen, ob wir heil an den freigelassenen, wilden Tieren vorbeikommen.