Schule

Herzlich willkommen...

... auf den Internetseiten der Friedrich-Gottlob-Keller-Oberschule in Hainichen.

Die Oberschule Hainichen liegt im Zentrum von Mittelsachsen und besteht aus zwei Gebäudekomplexen am Lutherplatz und einer dreigliedrigen Sporthalle an der Pflaumenallee. Außerdem findet auch vereinzelt Unterricht im Mehrzweckgebäude der an das Schulgelände angrenzenden ehemaligen Webschule statt.

Die Oberschule Hainichen besuchen derzeit ca. 459 Schülerinnen und Schüler in 18 Klassen. Es unterrichten hier 30 fest angestellte Fachlehrerinnen und Fachlehrer. 

Wichtiger Hinweis!

Wenn sich politische Bildung für Schüler richtig auszahlt

Herbst 89: Wie sich die Friedliche Revolution nach 30 Jahren auch heute in Hainichen auswirkt, haben fünf Schülerinnen untersucht. Für zwei von ihnen hat sich das Engagement schon jetzt gelohnt.

HAINICHEN - Bereits vor zehn Jahren hatten Jugendliche der Hainichener Oberschule recherchiert, was sich im Wendeherbst 1989 ereignet hat. Der Fokus lag auf den Geschehnissen in Hainichen, die in einer Ausstellung und innerhalb einer Diskussionsrunde mit Zeitzeugen der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Das Jubiläum „30 Jahre Friedliche Revolution“ war auf Bitte von Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) nun der Anlass dafür, dass sich Schüler erneut mit der Wendezeit befassen und auch herausfinden, wie sich die gelebte Demokratie heute in Hainichen auswirkt.

Fünf Schülerinnen der Friedrich-Gottlob-Keller-Oberschule haben unter Leitung von Lehrerin Heidemarie Hegewald die Ausstellung von 2009 wieder belebt, ergänzt und erweitert. Es sind einige Schautafeln dazugekommen. Die Ausstellung wird am heutigen Mittwoch, 18 Uhr, vor Beginn der Stadtratssitzung im Rathaussaal eröffnet. Die Tafeln werden demnächst noch auf Platten gedruckt, um eine Neuauflage der Ausstellung je nach Bedarf zu ermöglichen. Dafür hat die Stadt 1500 Euro Fördermittel bekommen.

„Die Schüler haben sehr intensiv gearbeitet, das ging weit über das reguläre Stundenvolumen hinaus“, zollte Schulleiterin Corinna Weinhold Respekt. Wie schon vor zehn Jahren leitete Lehrerin Heidemarie Hegewald die Gruppe an. Unterstützung bekamen die Schüler von einer Mutter, Heike Lohde-Kaufmann.

Zu Schuljahresbeginn im August ging es nun wieder los. Die kleine Gruppe besuchte das Stadtarchiv, durchforstete die Amtsblätter seit 1990 und befragte erneut Zeitzeugen, die erst ausfindig gemacht werden mussten. „Für uns war es schon schwer, in die Thematik hineinzufinden“, sagte Julia Nebe, eine der forschenden Schülerinnen, die Jahrgang 2003 und 2004 sind. „Im Geschichtsunterricht Klasse 10 ist das auch dran.“ Die Schülerinnen ordneten die in Kisten verpackte alte Ausstellung wieder an und fügten fünf neue Tafeln hinzu. Dabei geht es auch um ehemalige politische Institutionen in der Stadt wie das Wehrkreiskommando, den Sitz der Staatssicherheit, das Kreisbauamt und die Kreisleitung der FDJ.

Ein weiterer Punkt war die direkte Demokratie mit dem Beispiel einer Bürgerinitiative. Dazu trafen sich die Oberschüler mit Bürgern, die sich schon seit vielen Jahren für den Bau des Striegistalradwegs einsetzen und dafür Tausende Unterschriften gesammelt haben.

„Wir waren und sind eine gute Truppe, deshalb hat das Projekt auch so toll funktioniert“, resümierte Julia Nebe. Für die Schülerinnen soll sich ihr Einsatz im Zeugnis auswirken. So gibt es wie am Gymnasium auch an der Oberschule die besondere Lernleistung. „In diesem Fall ist das eine Facharbeit. Den damit verbundenen Fleiß würdige ich natürlich“, erläuterte Heidemarie Hegewald. „Die Schülerinnen haben zusätzlich zu dem eingeplanten Block nach den Herbstferien noch an einem weiteren Tag ihre Freizeit geopfert.“

Begründet mit ihrer Mitarbeit bei dieser Geschichtsforschung, hatten sich mit Julia Nebe und Frieda Farnbacher zudem zwei Schülerinnen bei einer Stiftung für ein Herbstcamp beworben – und sind auch angenommen worden. So erlebten diese zwei jungen Hainichener in den Herbstferien zusammen mit weiteren Schülern aus ganz Sachsen bereits zwei Wochen lang eine Bildungsreise durch China.

Freie Presse vom 6.11.2019
Foto und Text: Falk Bernhardt