Lions Quest an unserer Schule

30.03.2015

Lions Quest- ein Lebenskompetenzprogramm

Lions Quest- ein Lebenskompetenzprogramm , das seit vielen Jahren in aller Welt erfolgreich eingesetzt wird und sehr nachhaltig wirkt. Es soll Kindern und Jugendlichen beim Erwachsenwerden helfen.

Das Programm vermittelt soziale Kompetenz mit methodischem Konzept in aufeinander abgestimmten Einheiten.

Wir praktizieren seit etlichen Jahren dieses Konzept einmal wöchentlich in jeder Klasse.

Warum hat das Programm einen solchen Erfolg? Weil die Methoden nicht kopflastig sind, sondern darauf zielen, mittels methodisch ausgeklügelter Übungen über sich selbst mehr herauszufinden sowie die Mitmenschen und das persönliche Umfeld auf Grundlage wachsender Einsichten zu spiegeln, Handlungsstrategien kennen zu lernen und auszuprobieren.

Dieses in Lions Quest erlernte Verhalten bildet zunehmend eine Alternative zu spontanen, oft unüberlegten Gefühlsausbrüchen , denn durch spezifische praktische Übungen wird aufgezeigt, wie man mit anderen Menschen, mit Problemen, Krisen und Konflikten, mit Niederlagen, mit eigenen und fremden Stärken und Schwächen , umgehen kann, um nur einigen Beispiele zu nennen.

Und so sehen es die Schüler- hier einige recht typische Aussagen zu Lions Quest auf die Frage, ob ihnen dieser besondere Unterricht hilft...

  • Ja, ich habe Dinge erfahren, die ich davor von anderen Mitschülern nicht wusste. (Maurice S.)

  • Ja, durch die Kennenlernspiele am Anfang und andere Dinge konnte ich mit Mitschülern Kontakt aufnehmen, mit denen ich sonst nie geredet hätte. ( Steven)

  • Wenn jeder seine eigene Idee abgibt, erfährt man besser, wie die anderen so denken und fühlen... (Lidia)

  • Ja, durch LQ ist es mir gelungen, meine Mitschüler kennen zu lernen... ( Justin)

  • Ja, weil ich auch mitbekommen habe, wer zB. noch kindisch ist oder schon fast erwachsen. Außerdem kommt man mit den Anderen ins Gespräch. ( Mandy)

  • Ja, weil wir uns austauschen können und man erfährt auch sehr viel Neues über sich und die anderen , was man noch nicht wusste. ( Florian L.)

  • Ja, ich hab durch LQ meine Mitschüler besser kennen gelernt, ihre Stärken und Schwächen kenne ich jetzt besser. ( Maurice H.)

  • ... Vor allem die, die sich sonst verschließen, haben hier eine Chance, aus sich herauszugehen... ( Jonas)

  • Das ist es auf jeden Fall, ich bin nicht mehr ruhig, ich rede mehr mit Personen, also ja, ich lerne Leute besser kennen- und vor allem mich selbst. ( Andy)

  • Ich freue mich immer auf diese Stunden, weil ich da so viel über mich herausfinde und weil ich dort erfahre, wie man sich auch in schwierigen Situationen richtig verhalten kann. ( Lara)

Und wer mehr darüber wissen möchte, der kann auch im Internet nachschauen unter

www.lions-quest.de

 

(Karin Pape)

 

Gruppengespräch
Beim Stuhlkreis
Partnerspiele
Fitnesstraining
Gruppenfoto nach Sportveranstaltung
Ausbildung durch die Polizei
Auch schießen will gelernt sein
 

24.03.2015

Was kann Lions –Quest“ Erwachsen werden“ bewirken?

Samira Stagen und Jessica Zachei

Mein Name ist Jessica und ich bin Schülerin der 10. Klasse der Heinrich Pestalozzi Oberschule in Böhlitz-Ehrenberg.

Seit der 8. Klasse besuche ich diese Schule und erlebe die wöchentliche Unterrichtsstunde Lions- Quest.
Diese Stunde war für mich neu und unbekannt. In dieser  Stunde können wir  Probleme ansprechen und werden durch unsere Klassenleiterin angeleitet, Strategien zu deren Lösung zu erarbeiten. Probleme werden ehrlich und offen angesprochen, mit der Klasse diskutiert und eventuell gleich geklärt. Jeder Schüler kann frei  seine Meinung sagen und alles ansprechen, was ihm auf der Seele brennt.
 Für mich war das eine ganz neue Erfahrung.  Ich fand es schwer, vor der Klasse das zu sagen, was ich denke  und noch schwerer fiel es mir, Kritik einzustecken. Meinen Klassenkameraden,  die diese Stunde schon seit 3 Jahren genossen, gelang das schon ziemlich gut und ich habe mich durch Lions- Quest sehr gut in die Klasse integrieren können.
Es ist sehr gut, dass uns so eine Stunde in der Woche zur Verfügung steht. Wir konnten dadurch viele Ungereimtheiten aus der Welt schaffen, zum Beispiel das extreme Mobbing  einer Mitschülerin meiner Klasse, die sich wegen Äußerlichkeiten  immer dumme Sprüche der anderen anhören musste.

Eine andere Mitschülerin löste sich von uns, traf auf falsche Freunde und triftete vollkommen ab.

Wir alle machten uns große Sorgen um sie, weil wir die Kreise, in denen sie sich bewegte, viel besser kannten, als unsere Lehrer. Wir haben sehr um unsere Mitschülerin gekämpft, heiße Diskussionen geführt, haben uns anschreien und beleidigen lassen. Schließlich kannten wir den Grund für dieses Verhalten! Gemeinsam überlegten wir, wie wir ihr helfen könnten. Richtige Freunde wenden sich nicht ab, lernten wir im Unterricht, richtige Freunde helfen einander, auch wenn diejenige sich eigentlich nicht helfen lassen will. Wir halten es vorübergehend aus, vor den Kopf gestoßen zu werden.

Umso mehr freut es uns und erfüllt uns mit Stolz, wenn wir heute sagen können, dass unsere Freundin einen guten Schulabschluss erreicht hat, ihre Traumlehrstelle bekommen konnte und heute mit ihrem Leben sehr zufrieden ist.

In dieser besonderen Stunde  werden auch die Konflikte zwischen Schülern und Lehrern angesprochen.

 Ich finde, dass dieser Unterricht wichtig ist für die soziale Entwicklung von uns Jugendlichen. Meine Schulleiterin Frau Haberecht sagt immer „Ohne ein soziales Verhältnis und Zusammenhalt  innerhalb der Klasse können auch keine guten Noten bei jeden zustande komme.“  Ich habe es ihr am Anfang nie geglaubt -aber es stimmt. Meine Klasse ist durch Lions Quest sehr gut zusammen gewachsen und wir haben ein super Klassenklima, in dem wir sehr gut lernen können. Unsere Lehrer sind zufrieden mit unserer Lerneinstellung. Ich fühle mich in dieser Klasse richtig wohl.

Es war zwar ein langer Weg mit Höhen und Tiefen, um das zu erreichen wie es jetzt ist. Unsere Schule und unsere Lehrer haben uns mit Lions Quest sehr damit geholfen.

 

 

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24.01.2012

Lions Quest an unserer Schule

Wer das Wort zum ersten Mal hört, wird als Außenstehender nicht viel damit anfangen können. Dabei ist dieses „Unterrichtsfach“, das eine Stunde pro Woche in jeder unserer Klassen 5-10 stattfindet, nun bereits seit etlichen Jahren nicht mehr wegzudenken.

 

Was ist das Besondere daran?

Zunächst unterscheidet sich dieses Fach schon dadurch, dass es keine Zensuren gibt und nur bei entsprechend sichtbarem Einbringen des Schülers am Schuljahresende dann mit einem Zertifikat honoriert wird. Auch sitzen die Schüler nicht immer im klassischen Stil in ihren Bänken, sondern bewegen sich auch einmal im Raum, wie zum Beispiel bei dem „dreibeinigen Hocker“ des Selbstvertrauens:

 

Alle Schüler stehen auf einem Bein und ein Schüler geht herum und stubst sie an. Mehr oder weniger verlieren die anderen dabei das Gleichgewicht. Das Experiment wiederholt sich nun , indem jetzt immer zwei Schüler zusammenstehen, danach in dritter Wiederholung drei Schüler . Durch diese Selbsterfahrung erkennen sie , dass drei „Beine“, verkörpert durch jeweils drei Schüler , wesentlich stabiler sind und einem innere Stabilität geben, als wenn man nur allein das Gleichgewicht halten will. Über diese Übung wird nun der „Hocker des Selbstvertrauens“ eingeführt, dessen  „Beine“ heißen: Fähigkeiten, Anerkennung, Verantwortungsbereitschaft. Im nächsten Schritt reflektieren die Schüler , über welche Fähigkeiten sie persönlich  verfügen und erhalten diesbezüglich danach auch von den Klassenkameraden wertvolle Hinweise. ( Später kann ihnen dieses Wissen darüber einmal nutzen, wenn sie für sich herausfinden wollen, welcher Beruf für sie geeignet sein könnte.) Danach wird den Schülern verdeutlicht, wie oft ihre Fähigkeiten schließlich zu Anerkennung in den unterschiedlichsten Formen führen kann und dass sie dadurch auch immer selbstbewusster und sicherer auftreten, was wiederum ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, sichtbar steigert. Allein an diesen wenigen Sequenzen aus der Unterrichtseinheit „Stärkung des Selbstvertrauen“ wird ersichtlich ,wie sehr dieses Unterrichtsfach, was eigentlich ja gar keins ist sondern eher ein Sozialtraining, den Schülern beim Erwachsenwerden hilft...

 

 Und genau darum geht es in Lions Quest. Besonders wirkungsvoll gelingen die Stunden, wenn sie nicht überwiegend kopflastig sind, sondern durch Sozialübungen gepaart mit aktuellen Problemen der Schüler , kombiniert werden. So bietet LQ ( Kurzform) eine Plattform, offen und ehrlich, dabei kritisch und doch sachlich darüber zu sprechen oder durch viele Übungen und Rollenspiele auf das Leben „da draußen“ vorzubereiten, Handlungsvarianten anzubieten, andere Sichtweisen zu verdeutlichen... Der Lehrer übernimmt hier eine Moderatorenfunktion.

 

Die meisten Schüler mögen LQ und freuen sich auf dieses Fach, weil sie spüren, wie es ihnen hilft, zu starken Erwachsenen heranzureifen , die später mit Konflikten souverän umgehen können und ihr Leben auch ein wenig wegen LQ erfolgreicher meistern werden .

 

Ein angenehmer Nebeneffekt ist es auch, dass die Schüler sich in den LQ- Stunden besser kennen lernen und dadurch Vorurteile abbauen. Dieses wirkt sich wiederum positiv auf das bestehende Klassenklima aus und eine angenehme Lernatmosphäre ist die Basis für erfolgreiche Lernarbeit, die wiederum zu besseren Zeugnissen führt und schließlich die Chancen auf einen Ausbildungsplatz nach Wunsch erhöhen. Wie Zahnräder im Getriebe wirkt sich der kontinuierliche LQ-Unterricht außerdem spürbar auf das gesamte Klima an der Schule aus und es ist allgemein bekannt, dass unsere Schule eine angenehme soziale Lernatmosphäre bietet.

 

Lions Quest ist also eines unserer „Geheimnisse“, wie wir Lehrer es geschafft haben,  unser überwiegend angenehmes Schulklima über die Jahre schrittweise aufzubauen.

 

(Karin Pape)