„Der fremde Deutsche“?

Am 25.03.2019 gab Umeswaran Arunagirinathan, der Autor des o.g.Buches in der Oberschule Weixdorf zu seinem Buch eine Lesung. Da er selber Buchlesungen immer langweilig fand, hat er diese auf eine ganz andere Art und Weise durchgeführt. Er las nur kurze Passagen aus seinem Buch und erzählte sehr viel mehr aus seinem Leben, so z.B. wie er den Bürgerkrieg in Sri Lanka erlebt hat, seine Flucht und sein Leben in Deutschland.

Bis zu seinem sechsten Lebensjahr ging er in Sri Lanka zur Schule. Weil das aber nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs zu gefährlich geworden war, musste er zu Hause bleiben. Damit er weiter zur Schule gehen kann, gab es für die Mutter nur eine Möglichkeit: der zwölfjährige Sohn musste nach Deutschland und zwar zum Onkel nach Hamburg flüchten. Mit der Hilfe von Schleppern, die auf einer solchen Reise unabdingbar sind, flüchtete Umeswaran über viele Stationen und kam nach acht Monaten als Dreizehnjähriger in Deutschland an. Sein Onkel nahm ihn auf und er besuchte hier die Schule. In Deutschland sollte er mehrmals abgeschoben werden, doch seine Lehrer unterstützten ihn und er konnte in Deutschland bleiben. Später studierte er Medizin in Lübeck. Das Lernen und Studieren fiel ihm nicht immer leicht, aber er war sehr ehrgeizig, denn er hatte seiner Mutter versprochen als Arzt zurück nach Sri Lanka zu kommen. 

In seinem Buch schildert er auch seine Erlebnisse in Deutschland. Es sind Probleme die man sich eigentlich gar nicht vorstellen kann, u.a. von einem Patienten der nicht von einem dunkelhäutigem Ausländer behandelt werden möchte, dem bespuckt werden während einer Busfahrt, die Ausgrenzung durch einen Türsteher als er mit Freunden tanzen gehen wollte und die Ausgrenzung durch seine Schulklasse.
In seiner Lesung ging es nicht nur um seine persönlichen sondern auch um allgemeine Probleme, z.B. dass man keine Arbeitserlaubnis als Flüchtling bekommt, denn nur durch Arbeit kann man sich integrieren. Auch mit der Lebensform in seinem Herkunftsland Sri Lanka setzt er sich kritisch auseinander.

Auch nach 28 Jahren Leben in Deutschland und der deutschen Staatsbürgerschaft fühlt sich Umeswaran in Deutschland sehr oft als Fremder und in Sri Lanka geht es ihm durch seine lange Abwesenheit ebenso.
Daher der Name „Der fremde Deutsche“. In seinem Buch wird sein Leben auf einer sehr persönlichen Ebene geschildert und Umeswaran ist das perfekte Beispiel für einen gut integrierten Flüchtling.

Die Lesung wurde durch Frau Ulbricht von der Bibliothek Weixdorf für uns organisiert.
Wir bedanken uns dafür ganz herzlich.

Richard, Klasse 10