Mein Weg zum Junior-Meister …

Die Handwerkskammer hatte einen Artikel zum Junior-Meister für verschiedene Berufsfelder in der Zeitung veröffentlicht. Ich beschloss mich für das Jahr 2019/20 im Bereich Tischler anzumelden. Ich war aufgeregt, hatte aber auch schon eine klare Vorstellung was ich bauen möchte. Ein Wohnzimmertisch mit einer Mischung aus modernen und alten Baustilen sollte es werden.

Als es dann los ging, verfeinerte ich mit meinem Mentor die Skizze und plante voraus, was man alles benötigt. Die Umsetzung fand in der Lehrwerkstatt der Handwerkskammer in Pirna statt.  Insgesamt benötigte ich 50 Arbeitsstunden bis zur Fertigstellung. Meist bin ich nach der Schule oder am Samstag in meiner Freizeit da gewesen. Es war aufregend, da man viele neue Tätigkeiten und Materialien kennen gelernt hat. Außerdem durfte ich größtenteils alleine arbeiten und mich ausprobieren. Nur ab und zu, wie bei neuen Arbeiten oder bei größeren Maschinen haben die Mentoren Unterstützung gegeben. Vieles habe ich auch zuhause gearbeitet, wie zum Beispiel das Schleifen der Beine oder das Vorarbeiten der Blumen und Blätter für die Tischbeine. Es hat viel Zeit in Anspruch genommen.

 

Natürlich läuft nicht immer alles nach Plan. Aber ich bin gut beraten worden und fand immer wieder neue Lösungen, um das Produkt fertig zu stellen. Wir hatten Schwierigkeiten mit der Verzierleiste, die auch für die Mentoren Neuland war. Dennoch haben wir es gemeinsam gemeistert, worüber ich sehr glücklich und zufrieden bin. Alles in allem war es dennoch ein spannender Weg. Ich konnte Stück für Stück mit verfolgen wie mein Tisch fertig gestellt wurde. Angefangen mit der Planung, dann dem Bauen der Tischplatte, Verzieren und Fertigstellen der Beine, Schleifen, Lackieren, Zusammenschrauben und zu guter Letzt das Einölen.

Ich möchte es wirklich jedem weiterempfehlen, der nach der Schule in Richtung Handwerk gehen möchte. Man kann seine Fähigkeiten ausbauen und verbessern. So erlangt man einen praktischen Einblick in den Beruf. Das Junior-Meisterstück kann auch in einer Firma gebaut werden, wenn sie sich bei dem Projekt der Handwerkskammer Dresden beteiligen. Somit ergibt sich eine weitere Chance für einen möglichen Ausbildungsplatz. Man lernt mit Fehlern und Problemen umzugehen, geduldig zu sein, nicht aufzugeben, auch wenn mal etwas schiefläuft.  Es erfüllt einem mit Stolz, wenn das geplante Projekt am Ende fertiggestellt ist. Die Präsentation des Meisterstücks war sehr aufregend, aber man bekam viel Anerkennung und Feedback durch die Jury. So im direkten Kontakt bekommt man ein besseres Gefühl für das Handwerk.

Für mich eine ganz besondere und spannende Zeit.
Macht mit und probiert euch aus.

Eure Lilu Beuchel