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Vom 12.-13.02.2015 hatte das Koordinierungsbüro der Ziel3-Projekte der Sächsischen Bildungsagentur in Görlitz zahlreiche Lehrkräfte und Mitarbeiter von Bildungseinrichtungen und Schulverwaltungsbehörden aus Sachsen und Niederschlesien sowie ganz Polen in das Miejski Dom Kultury in Zgorzelec zur Konferenz „Annäherung durch Verflechtung. Die Strategie der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Sachsen und Niederschlesien im Bildungsbereich“ eingeladen. Unter den Gästen waren unter anderem der Senator der Republik Polen, Jan Michalski, die Niederschlesische Bildungskuratorin Beata Pawłowicz, der 2. Bürgermeister der Stadt Zgorzelec, Radosław Baranowski sowie der stellvertretende Stadtpräsident von Bolesławiec, Kornel Filipowicz.
Auf der Konferenz wurden unter anderem die wissenschaftlichen Untersuchungen präsentiert, die unter Schülern und Schülerinnen, Lehrkräften und den Schulverwaltungsbehörden im sächsisch-niederschlesischen Grenzraum im Rahmen des Projekts „Grenzüberschreitende Bildungsforschung. Strategien der regionalen und interkulturellen Bildung in der sächsisch-niederschlesischen Grenzregion im Lichte von historischen und soziologischen Untersuchungen“ durchgeführt worden sind.
Zu diesem Zweck hat das Koordinierungsbüro ein Forschungsteam mit Wissenschaftlern der Technischen Universität Chemnitz, der Universität Wrocław und der Universität Zielona Góra sowie Mitarbeitern des Koordinierungsbüros unter Leitung von Kinga Hartmann-Wóycicka gebildet.
Jeweils über 1000 deutsche und polnische Schüler und Schülerinnen in Sachsen, Niederschlesien und der Woiwodschaft Lebuser Land sind zu ihrem Wissen über das Nachbarland und ihren Assoziationen damit befragt worden. Dabei wurde zwischen Schulen differenziert, die an den grenzüberschreitenden Projekten der SBA teilgenommen hatten und jenen, bei denen dies nicht der Fall war. Zudem unterschied man zwischen grenznahen und im Landesinneren gelegenen Schulen.
Aus den Umfrageergebnissen geht hervor, dass Projektteilnehmer über ein wesentlich positiveres Bild des Nachbarlandes verfügen und mit seiner Geschichte sowie seinen kulturellen Besonderheiten vertrauter sind.
Die an der Konferenz teilnehmenden Experten führten dies auf die positiven Effekte der grenzüberschreitenden Bildungsprojekte der SBA zurück.
Darüber hinaus konnte beobachtet werden, dass an den Schulen im Landesinneren eine positivere Wahrnehmung des Nachbarlandes existiert als an den meisten Schulen im Grenzraum.
Die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion leiteten daraus akuten Handlungsbedarf in der Grenzregion ab. Zur Stärkung der durch ihre periphere Lage benachteiligten Regionen müssten weiterhin Bildungsprojekte entwickelt und durchgeführt werden. Die bisherigen Projekte der SBA zeigten ihre positive Wirkung für den Aufbau einer intellektuellen Infrastruktur. Die spezifischen Herausforderungen in der Grenzregion erforderten es jedoch, dass auch in der Zukunft solche Projekte angeboten würden. Dabei müsse darauf geachtet werden, Lehrpläne und Bildungsangebote vor Ort zu entwickeln und nicht lediglich auf zentral entworfene Materialien zurückzugreifen.
Die gesammelten Ergebnisse dieser Untersuchungen werden in der Publikation „Regionale und interkulturelle Bildung in der sächsisch-polnischen Grenzregion – Umfrageergebnisse und Empfehlungen“ veröffentlicht.