Welche Faktoren prägten das Leben in der seit 1945 geteilten Stadt? Woher kamen die Menschen, die jetzt beide Seiten der Neiße bevölkerten? Wie gestalteten sich die gegenseitigen Beziehungen vor dem Hintergrund der belasteten Vergangenheit?
Auf diese und viele andere Fragen versucht die Ausstellung „Sie bewiesen Zivilcourage. Bürger aus Görlitz und Zgorzelec 1945-1989“ Antworten zu geben. Dabei stehen Persönlichkeiten aus beiden Städten im Vordergrund, die sich in der schwierigen Zeit der kommunistischen Diktatur für die lokale Zivilgesellschaft eingesetzt haben, die besondere Verdienste für den Dialog zwischen den Gesellschaften in beiden Hälften der Stadt erworben haben und deren Handeln Mut erforderte. Anhand ihrer Schicksale werden die langfristigen Folgen von Entwurzelung und Neuanfang, Repression und Widerstand, verordneter Freundschaft und tradierter Stereotype verdeutlicht.
Der Kurator, Dr. Kazimierz Wóycicki, erstellte die Ausstellung gemeinsam mit Schülern und Lehrern aus Görlitz und Zgorzelec. Die Schüler arbeiteten mit Wissenschaftlern und Zeitzeugen in „Geschichtslaboren“ und erforschten das Schicksal der beiden Städte und ihrer Bürger. Zahlreiche Zeitzeugen stellten Material zur Verfügung.
Begleitend zur Ausstellung ist außerdem eine Chronik der Städte Görlitz und Zgorzelec mit dem Titel „Zuhause an der Neiße. Görlitz und Zgorzelec 1945-1989” erschienen, die detailliert die Ereignisse während der kommunistischen Diktatur beleuchtet. Bei der Erarbeitung der Chronik haben auch Privatpersonen sowie Forschungsinstitute und Stadtarchive großes Engagement gezeigt.
Sowohl die Ausstellung als auch die Chronik können hervorragend im Geschichtsunterricht auf beiden Seiten der Neiße eingesetzt werden. Sie bieten eine einzigartige Quelle der lokalen und regionalen Geschichte und tragen somit zur Stärkung der regionalen Identität bei.