
Der erste Teil der Konferenz war Erinnerungsstrategien und ihrer Umsetzung in grenzübergreifender Zusammenarbeit gewidmet. Der Direktor des Museums der Geschichte Polens, Robert Kostro, betonte in seiner Eröffnungsrede die bedeutende Rolle, welche die regionale Geschichte für die Einigung Europas und die Herausbildung einer europäischen Identität spielt. Anschließend führte Kinga Hartmann, die Leiterin des Koordinierungsbüros, in die Thematik ein. In ihrem Impulsvortrag über die grenzübergreifenden Bildungsprojekte der Sächsischen Bildungsagentur, finanziert aus EU-Mitteln, die seit 10 Jahren in Sachsen durchgeführt wurden, stellte sie die bisherigen Erfahrungen heraus und betonte die Herausforderungen sowie die Chancen, welche eine solche Bildungsstrategie für die Entwicklung der regionalen Identität bietet.

Zum Zwecke des Erfahrungsaustausches über die Ergebnisse grenzübergreifender Bildungszusammenarbeit und deren Übertragbarkeit auf andere Grenzregionen Europas waren zahlreiche Experten angereist, die ihre Forschungsergebnisse vorstellten. Somit vermittelten sie dem interessierten Publikum konkrete und praktische Einblicke in die Didaktik der Vermittlung regionaler Geschichte. Im Anschluss an die fachwissenschaftlichen Vorträge hatten die Teilnehmer Gelegenheit, die vorgestellten Konzepte in der Praxis anzuwenden. Unter Anleitung von Urszula Zubrzycka, Lehrerin am Gimnazium nr 1 in Zgorzelec, und Pawel Nowak, Mitarbeiter des Niederschlesischen Fortbildungszentrums in Wrocław/Breslau, erprobten sie die Workshopmaterialien, die im Zuge des Projekts „Bürger für die Freiheit. Zivilcourage gegen Diktaturen. Sachsen und Niederschlesien 1945-1989“ an Schulen in Zgorzelec und Görlitz eingesetzt werden.
In einer abschließenden Diskussion stellten Dr. Kazimierz Wóycicki von der Universität Warschau, Kinga Hartmann und Prof. Dr. Igor Kąkolewski vom Museum der Geschichte Polens heraus, dass die Kenntnis der Geschichte des Nachbarlandes unerlässlich für die weiterhin positive Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen ist. Insbesondere die regionale Geschichte sei dabei von zentraler Bedeutung. Dazu sind hervorragend ausgebildete Historiker und Lehrer nötig, die nicht nur über entsprechende didaktische Materialien verfügen, sondern auch die Entwicklung von Empathie gegenüber der eigenen Region bei den Schülern unterstützen. Vor allem mit den präsentierten Projekten aus Sachsen stünden diese Materialen zur Verfügung und sollten nun in die Lehrpläne eingearbeitet werden.
Das Koordinierungsbüro der Ziel3-Projekte bedankt sich bei allen Teilnehmern, Referenten und Partnern für die gelungene Veranstaltung.