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Wer sind wir und woher kommen wir? Wer möchten wir sein und wo möchten wir leben? Die Antwort auf diese grundlegenden Fragen stellt sich gerade in der deutsch-polnischen Grenzregion als besonders wichtig dar.
Der Zweite Weltkrieg, an dessen Ende Europa in Trümmern lag und Millionen Menschen ihr Leben verloren hatten, brachte ebenso einen Bevölkerungsaustausch von bis dahin unbekanntem Ausmaß mit sich. Aufgrund der politischen Entscheidungen der Siegermächte wurden Grenzen verschoben, Millionen von Deutschen und Polen verloren ihre Heimat und waren gezwungen, sich ein neues Leben in einer fremden, unbekannten Umgebung aufzubauen. Die Frage nach dem Fremden und dem Eigenen hat fast 70 Jahre später zwar an Schärfe verloren. Dennoch ist es mehr als sinnvoll, die Geschichte dieser Regionen und der Menschen, die sie gestaltet haben, kennenzulernen und dabei eigene Wurzeln zu entdecken.
Die Einführung in diese anspruchsvollen Themen bereitete die Koordinatorin der Ziel3-Projekte der Sächsischen Bildungsagentur, Kinga Hartmann-Wóycicka, gemeinsam mit den eingeladenen Wissenschaftlern, Lehrern und Workshopleitern vor.
Zum Programm der Begegnung gehörten Exkursionen nach Wrocław, Świdnica und Zgorzelec; Städte, in denen die Geschichte der Bewohner Niederschlesiens wie im Brennglas gebündelt ist. Ein besonderer Programmpunkt war eine Begegnung mit Zeitzeugen. Menschen, die im Zuge der Vertreibungen und Umsiedlungen infolge des Zweiten Weltkrieges nach Niederschlesien kamen, berichteten den Teilnehmern von ihren Erlebnissen und vermittelten ihnen, wie sie sich in der neuen Heimat zurecht gefunden haben.
Die dabei gemachten Erfahrungen und Gedanken regten die Teilnehmer dazu an, sich mit der Identität junger Europäer und der Bedeutung von Geschichte für die Entstehung von Identität zu befassen.
Unter dem Motto „Tracing Europe´s History” haben Teilnehmer aus Burgstädt, Döbeln und Freiberg in Sachsen, aus dem englischen Burton-upon-Trent und aus Zgorzelec die spannende Geschichte Niederschlesiens und Polens kennengelernt und dieses Wissen künstlerisch verarbeitet. In Workshops zum Thema Film, Fotografie, Theater und Grafik konnten die Teilnehmer ihre Eindrücke umsetzen und vertiefen und sie mithilfe der Ergebnisse anderen jungen Europäern weiterzugeben.
Die Ergebnisse aus den Workshops wurden in einer feierlichen Abschlussveranstaltung am 12.07.2014 im Internationalen Jugendbegegnungszentrum Kreisau präsentiert. Die entstandenen Kunstwerke werden ebenfalls in den beteiligten Schulen gezeigt.
Für das Jahr 2015 ist im Rahmen der langjährigen Zusammenarbeit bereits eine Fortsetzung geplant.
Die Begegnung wurde durchgeführt im Rahmen des Projekts „Bürger für die Freiheit. Zivilcourage in totalitären Regimen. Sachsen und Niederschlesien 1945-1989“ und kofinanziert aus dem Programm „Jugend in Aktion“ der Europäischen Union.