.... bei denen Juden verhaftet, getötet und Synagogen zerstört wurden. Danach folgte die Deportation von Millionen Juden in die Konzentrationslager, wo sie schließlich getötet wurden. Musik war für die Juden schon immer wichtig, weshalb diese auch mit ihren Violinen in den Vernichtungslagern spielten. Amnon Weinstein, ein israelischer Geigenbauer, kaufte einen Teil der Instrumente auf, restaurierte sie und gründete das Projekt „Violinen der Hoffnung“. Seit ca. 20 Jahren reisen die Geigen um die Welt, werden zum Klingen gebracht und die leidvollen Geschichten ihrer Besitzer
werden erzählt.
Neben drei weiteren Schulen Dresdens hatten wir das Glück, dieses Projekt für unsere Schule zu gewinnen. Am 06. November 2018 kamen Avshalom Weinstein (der Sohn von Amnon Weinstein), Daniel Schmidt (Violinenbauer aus Dresden) und ein Beauftragter der Dresdner Philharmonie mit zwei Philharmonikern zu uns an die Schule. An dieser Veranstaltung nahmen Schüler der 10. und 11. Klasse teil. Herr Weinstein berichtete von der Idee seines Vaters, die alten und kaputten Violinen zu restaurieren und wieder zum Klingen zu bringen, von den Erfahrungen seines Vaters und den Schicksalen und Geschichten der jüdischen Musiker. Mitgebracht hat er 16 Violinen, die während der Veranstaltung von zwei Musikern der Dresdner Philharmonie gespielt wurden. Beeindruckend fanden wir die Klezmer-Violine. Sie ist schon 120 Jahre alt, wurde handgefertigt und klingt immer noch erstklassig. Sie wurde mit einem Davidstern verziert, der aus Perlmutt gefertigt wurde. Auch eine andere Violine, die Auschwitz-Violine und deren Geschichte fanden wir besonders und ergreifend. Die Violine gehörte einem Häftling, der im Männerorchester des Konzentrationslagers Auschwitz spielte und überlebte. Er und all die anderen Musiker mussten jeden Morgen, wenn die anderen Juden arbeiten gingen und jeden Abend, wenn sie von der Arbeit kamen, egal bei welchem Wetter, musizieren. Zudem musste das Männerorchester immer dann spielen, wenn die Juden in die Häuser zum Töten gebracht wurden und die Leichen wieder rausgetragen wurden. Viele der Musiker waren dadurch so stark traumatisiert, dass sie nie wieder ein Instrument spielen konnten. Für uns war das Ganze unvorstellbar, als es uns erzählt wurde. Das KZ-Orchester spielte nämlich den Todesmarsch für die, die getötet werden sollten. Besonders emotional und berührend fanden wir noch die Geschichte von Alma Rosseo. Alma Rosseo wurde nach Auschwitz gebracht, um getötet zu werden, jedoch brauchten die Deutschen jüdische Frauen für ein Frauenorchester. Alma dachte, wenn sie Violine spielt, wird sie nicht getötet, was auch der Wahrheit entsprach. Deshalb hat Alma den Frauen und Mädchen das Violinespielen beigebracht, damit diese überleben konnten. Alma und alle anderen, die Violine gespielt haben, haben dadurch den Holocaust überlebt. Als uns die Geschichten erzählt wurden, haben die beiden Geiger der Dresdner Philharmonie uns kurze Stücke auf den Violinen vorgespielt. Diese Musik auf den Violinen, zusammen mit ihrer Geschichte zu hören, war etwas ganz Besonderes, was wir nicht so schnell vergessen werden.
Am 08. November fand dann noch eine offizielle Gedenkfeier und ein Konzert mit den 16 Violinen und dem gesamten philharmonischen Orchester im Kulturpalast statt. Der Kulturpalast war komplett ausverkauft, wir hatten jedoch das Glück, dass unsere Schule über 60 Freikarten für dieses Konzert bekommen hat. Im Kulturpalast haben der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden, Dirk Hilbert, der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer und Amnon Weinstein kurze Ansprachen gehalten und darauf hingewiesen, dass so etwas wie 1938 nicht nochmal passieren darf. Danach haben professionelle Violinenspieler, Musikstudenten und Schüler des Landesgymnasiums für Musik auf den 16 Violinen gespielt. Kurz vor der Pause wurde auf allen Violinen gleichzeitig gespielt, was sehr besonders war. Es war mucksmäuschenstill in dem großen Saal und jeder hat den Klängen der Violinen gelauscht. Nach der Pause hat noch die Dresdner Philharmonie ein kleines Konzert gegeben und dann war der Abend auch schon vorbei. Uns persönlich hat das Konzert sehr gut gefallen und berührt. Zudem finden wir das Projekt von Amnon Weinstein sehr wichtig, denn der Holocaust und die Tötung von 6 Millionen Juden dürfen nicht in Vergessenheit geraten.