1998 - Leipzig

2. Informatiklehrerkonferenz in Leipzig

Am Samstag, 05.12.98 fand in Leipzig die 2. Informatiklehrerkonferenz statt. An der Konferenz, die im Hörsaal 14 sowie im Felix-Klein-Hörsaal der mathematischen Fakultät der Universität Leipzig stattfand, nahmen 62 LehrerInnen aus allen Schularten Sachsens teil. Die neu gegründete Fachgruppe Informatiklehrer der Gesellschaft für Informatik, der die Organisation dieser 2. Konferenz oblag, hatte einige besondere Gäste eingeladen, welche am Vormittag zu verschiedenen Themen referierten. Am Nachmittag traf sich die Fachgruppe, wählte den Vorstand und konstituierte die verschiedenen Arbeitsgruppen.

Zu Beginn begrüßte Thomas Dittrich, Informatiklehrer an der Max-Klinger-Schule und federführend an der Organisation der Konferenz sowie an der Gründung der Fachgruppe beteiligt, die Teilnehmer.
Herr Dittrich erläuterte die Zielstellung der Konferenz und das Anliegen der Fachgruppe, welche sich mit 52 Mitgliedern zur mitgliederstärksten GI-Fachgruppe entwickelt hat.

Als erster Referent konfrontierte Herr Ingo-Rüdiger Peters von der Freien Universität Berlin, Redakteur der Zeitschrift LOGIN, die Zuhörer mit der Frage: Ist der Informatikunterricht noch zu retten? In einem erfrischenden und sehr motivierenden Vortrag gelang dem Redner die schlagende Argumentation für einen zeitgemäßen und zukunftsorientierten Informatikunterricht für alle Schüler an allen Schularten. Ausgehend von den Gegebenheiten der Informationsgesellschaft formulierte der Redner die Anforderungen an die informations-technische Grundbildung. Dabei ging er im Detail auch auf Strukturen und Begriffe informatischer Bildung und auf Vorgehensweisen im Informatikunterricht ein.

Im zweiten Teil der Veranstaltung referierte Frau Dr. Ing. Heidi Schelhowe zum Thema: Computer als Medium aus der Maschine. Im Mittelpunkt des Vortrages standen die Veränderung des Umganges der Menschen mit dem Computer und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft. Interessante Fragestellungen waren demzufolge: Wie sehen die traditionellen Antworten der Bildung aus? Welche Aufgaben hat die ITG? Wieviel Systemkenntnis gehört zur kompetenten Nutzung des Mediums Computer?

Herr Torsten Bechstädt, allen Informatiklehrern als Referent für Informatik am Comenius-Institut in Sachsen bekannt, sprach in seinem Vortrag über die Informatische Bildung in Sachsen. Einer Analyse der Entwicklung des Informatikunterrichtes in den verschiedenen Schularten in Sachsen unter besonderer Berücksichtigung des Orientierungsrahmens der Mittelschule folgten Untersuchungen und Ansatzpunkte zur weiteren Entwicklung des Informatikunterrichtes.

Im letzten Teil des Vormittags stellten Herr Dr. Simon Hettwer das von ihm geleitete Lehrertrainings- und Beratungszentrum für neue Medien und Telekommunikation vor. Er rief die Teilnehmer der Konferenz zur Zusammenarbeit auf und ermunterte die Informatiklehrer, ihre Kenntnisse und Ressourcen in den Dienst der Lehrerweiter- und -fortbildung in Sachsen zu stellen. Im Anschluß daran berichtete Herr Peter Juknat, Informatiklehrer am Manfred-von-Ardenne-Gymnasium in Riesa von seinen ersten Erfahrungen mit einem Schulversuch zum Informatikunterricht am Gymnasium ab Klasse 7 bis 10.

Herr Prof. Dr. Steffen Friedrich leitete die abschließende kurze Diskussion, wobei vor allem folgende Fragen angesprochen wurden:

  • Wie kann mit Fortbildungsangeboten das Niveau der ITG bei allen Lehrern erhöht werden?
  • Wie können die Bedingungen für den Einsatz des Computers im Fachunterricht verbessert werden?
  • Wie kann die Kommunikation zwischen den Fachlehrern effektiviert werden?
  • Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen den Lehrplänen und den BLK-Dokumenten?
  • Welche Rolle spielt die Medienerziehung im Informatikunterricht? Wo erfolgt die Abgrenzung?
  • Wie können Schul- und Entscheidungsträger besser über Probleme der Ausstattung und Systemadmistration und den damit verbundenen Anforderungen informiert werden?
  • Wie bewegt sich der Informatiklehrer im Spannungsfeld zwischen Systemadministration und Inhaltsdiskussion?



Am Nachmittag trafen sich die Mitglieder der Fachgruppe zur Gründungsversammlung. Dabei wurden der Vorstand der Fachgruppe gewählt. Außerdem konstituierten sich vier Arbeitskreise.