2000 - Mittweida

Bericht zur Mitgliederversammlung der Fachgruppe 2000

Jahrestagung der GI-Fachgruppe

Am 24.06.00 fand in Chemnitz die Jahrestagung 2000 der Landesgruppe Sachsen statt, zu der alle Fachgruppenmitglieder eingeladen waren. Leider erschienen an diesem Tag nur 14 Teilnehmer zu dieser Tagung, was dazu führte, dass der geplante Verlauf der Veranstaltung nur in Ansätzen realisiert werden konnte. Insbesondere die Beratung der Arbeitskreise musste ausfallen. Die Neuwahl des Vorstandes wurde aufgrund der geringen Teilnehmerzahl auf die am Sonnabend, den 25.11.00 in Mittweida stattfindende 5. Informatiklehrerkonferenz verschoben.
Dennoch wurde auch in diesem Rahmen konstruktiv gearbeitet. Dabei wurden Diskussionen zu folgenden Aspekten geführt:
  • Bericht des Vorstandes über die Arbeit der vergangenen Monate
  • Die angekündigte Finanzspritze von 170 Mio DM für IuKT
  • die Folgen der zu erwartenden Entwicklung für die Systembetreuung in Schulen und die Ausbildung für Fachlehrer im Fach Informatik

Bericht zur Mitgliederversammlung der Fachgruppe 2000

 (02.12.2000 - Hochschule Mittweida (FH))



Mitgliederversammlung

Die Mitglieder der Fachgruppe versammelten sich bereits 9.00 Uhr im HS 119 (Gerhard-Neumann-Bau) zur Wahl des Vorstands der sächsichen Landesgruppe. Lutz Arnold berichtete kurz über die in den letzten 2 Jahren geleistete Arbeit:

  • Die Landesgruppe Sachsen ist mit 52 Mitgliedern eine der stärksten Landesgruppen.
  • Aller 2 Monate fanden in Flöha Beratungen des Vorstands statt, in denen u.a. auch 3 Konferenzen und der Workshop im März 2000 zum Informatikunterricht am Gymnasium vorbereitet wurden.
  • Im Arbeitskreis "Gesamtkonzept" wurde ein Standpunktpapier "Informatikunterricht - Allgemeine Zielstellungen" erarbeit. Eine Reihe wichtiger Gedanken daraus finden sich auch im den im Oktober 2000 vom Präsidium der GI verabschiedeten "Empfehlungen für ein Gesamtkonzept zur informatischen Bildung an allgemeinbildenden Schulen" wieder. Dieses Gesamtkonzept wird in der nächsten Ausgabe der Zeitschrift "LOG In" veröffentlicht und als Broschüre vom Präsidium der GI an die Kultusministerien versendet.
  • Im Sommer 1999 fand ein Gespräch von 3 Vertretern der Fachgruppe im SMK statt, an dem der Abteilungsleiter für Allgemeinbildende Schulen, Ministerialdirigent Dr. Winkler und weitere leitende Mitarbeiter teilnahmen.
  • Im Juli dieses Jahres erarbeitete der Vorstand "Standpunkte zur informatischen Bildung in Sachsen" und verschickte diese u.a. an die bildungspolitischen Sprecher der im Landtag vertretenen Parteien.
  • Im Sommer und Herbst dieses Jahres gab es auch aus der sächsichen Fachgruppe einige Zuarbeiten zu dem von der bayrischen Gruppe erarbeiteten "Empfehlungen zur Planung und Betreuung von Rechnersystemen an Schulen". Auch dieses Papier soll baldmöglichst vom Präsidium der GI verabschiedet und an die Kultusministerien verschickt werden.
  • Leider kam in der Vergangenheit die Arbeit in den weiteren Arbeitskreisen nicht so recht in Gang. Auch die Öffentlichkeitsarbeit und die Kontakte zur Elternschaft sollten in Zukunft verbessert werden. Ein großes Problem stellt die Gewinnung eines Lehrers aus dem Mittelschulbereich für die Arbeit im Vorstand dar. Da dieses Problem nicht sofort gelöst werden konnte, wurde beschlossen, nur 4 Mitglieder in den neuen Vorstand zu wählen und in naechster Zukunft einen Mittelschullehrer zu kooptieren.
    In geheimer Wahl wurden in den neuen Vorstand gewählt:

    • Rost, Frank - Pufendorf-Gymnasium Flöha, neuer Sprecher der Landesgruppe
    • Carstens, Birgit - Brockhaus-Gymnasium Leipzig
    • Fabianksi, Rainer - B.-Brecht-Gymnasium Dresden, z.Zt. abgeordnet an SMK und CI
    • Timmermann, Bettina - TU Dresden, Fak. Informatik, AG Didaktik/Lehrerbildung



    Der neue Vorstand trifft sich erstmals am 19.1.2001 in Flöha. Aus dem alten Vorstand erhielt Reinhard Meyer weniger Stimmen und Lutz Arnold hat nicht mehr für den neuen Vorstand kandidiert.

    Hinweis: Alle oben aufgeführten Standpunkte und Empfehlungen sind unter dem Link "Dokumente" verfügbar.

Wie viel Informatik brauchen wir?
Vortrag von Herrn Prof. R. Stübner (Informatik/Datenbanken) http://www.htwm.de/mpi

In seinem sehr interessanten Vortrag kam Prof. Stübner zu dem Schluß: Informatik muß ein Pflichtfach werden.

Hier einige Stichpunkte zum Vortrag:

  • Informationszeitalter, moderne Naturwissenschaften (Physik, Biologie...) untersuchen letzten Endes Strukturen und Informationen
  • 1968 wurde in Deutschland das neue Studienfach "Informatik" (und bewußt nicht: Computer Sciences) eingeführt
  • Wesentlich ist der Unterschied: Informatik <-> Computerbedienung,
  • zZt. wird die Entwicklung in der Informatik eher von Industrie statt von Professoren an Hochschulen bestimmt (Technologie wird vorgesetzt, es bleibt kaum Zeit für theoretische Entwicklungen)
  • Deutschland hat nur 1 Resource. Fähigkeit denkender Menschen;
  • Bildung - Wissen - Information sind konservative Dinge

Künstliche Intelligenz: "Können Menschen denken?"
Vortrag von Prof. K. Schulz (Informatik/wissensbasierte Systeme) http://www.htwm.de/mpi

In diesem ebenfalls sehr interessantem und inhaltsreichem Vortrag gab Prof. K. Schulz zunächst einen Überblick über die Entwicklung dieses Fachgebietes in den letzten 50 Jahren.

Er erläuterte die divergierenden Zielsetzungen

  • Schaffung von Systemen mit menschlichem Denken und menschlichen Verhalten oder
  • Schaffung von Systemen mit rationalem Denken und rationalem Verhalten

und gab einen schönen Überblick über verschiedenen Arbeitsgebiete der KI, beginnend beim automatischen Problemlösen und Beweisen, über die Programmierung von Strategiespielen, Entwicklung von Expertensystemen, Bild- und Musterkennung u.a. bis hin zur Robotik und zur Entwicklung von Softwareagenten. Abschließend gab Prof. Schulz einen Einblick in die Programmierung mit Prolog anhand von Beispielen aus seinen eigenen Lehrveranstaltungen. Besonders dankbar ist die Fachgruppe für die in großer Anzahl zur Verfügung gestellten Folienkopien und für eine Diskette mit dem freien SWI-Prolog und interessanten Beispielen.

Aktuelle Stunde

In der aktuellen Stunde wurden kurz folgende Dinge angesprochen:

  • R. Fabianksi berichtete über die Probleme des gemeinsamen Projektes des SMK und der TU Dresden zum "Sächsischen Bildungsserver" (Änderungen in den Verantwortlichkeiten, fehlende Ressourcen wie Abminderungsstunden für Autoren u.ä.)
  • B. Timmermann berichtete über die Oktobertagung des Fachausschusses der GI (Empfehlungen für Gesamtkomzept, Entwurf der Empfehlungen zur Planung und Wartung von Rechnernetzen in Schulen, Lehrplanvorschlag der FU Berlin) und kündigte weitere Veranstaltungen (Treffen der Fachgruppensprecher am 16.3. in Dresden, Absolvententreffen am 17.3. an der TU Dresden, GI-Tagung in Paderborn vom 17.-20.9.2001)
  • Raik König wies auf eine Umfrage hin. (href=""http://www.tu-chemnitz/~chu/san/fragebogen.txt)


Workshop am Nachmittag

Der Nachmittag stand nach einem hervorragend organisiertem Mittagessen (ein großes Dankeschön an die Mensa der Hochschule Mittweida!) für Workshops zur Verfügung. Workshop I: Zeitgemäßer Informatikunterricht

Der Bericht zu diesem Workshop folgt noch...!

Workshop II: Qua vadis? Fortbildung? und Workshop IV: Unterrichtsmaterialien

Aus personellen und Raumgründen wurden diese beiden Workshops zusammengelegt.

Nach einer kurzen Beschreibung der Ausgangslage im Bereich der Fortbildung, die trotz einer inzwischen erfolgten Kontaktaufnahme mit allen 5 RSA in nicht befriedigen kann, wurden folgende Probleme diskutiert:

  • LTBZ führt überwiegend Grundkurse für alle Lehrer durch, auch das "Master-teacher-Programm" ist für alle Lehrer ausgelegt
  • Fortbildungen, die von Fachberatern auf "kurzem Weg" für Informatiklehrer angeboten und realisiert werden, sind effektiv (möglich im RSA Zwickau)
  • In der Regel sind die Planungen in den RSA viel zu langfristig, in der Folge müssen Veranstaltungen mangels Teilnehmer ausfallen.
  • Andererseits sind die Kurse von Th. Dittrich an der SALF zur Netzverwaltung unter Windows NT so stark nachgefragt, dass nicht alle Teilnahmewünsche befriedigt werden können.
  • Insbesondere die gesamte Problematik zur Netzwerkbetreuung spielte eine große Rolle. Dabei stellte sich heraus, dass noch nicht alle Anwesenden den Entwurf der bayrischen Landesgruppe zur Planung und Entwicklung von Rechnernetzen in Schulen kannten.


In nächster Zukunft sollen folgende Probleme gelöst werden:

  • Erscheinen der Förderrichtlinien für die EU-Millionen ist Anlaß für einen erneuten Kontakt zum SMK (Brief)
  • Kurze Wege der Organisation von Fortbildungsveranstaltungen
  • Ausarbeitung von Fortbildungskursen zu:

    • schulgeeignete Netzwerke (technische Empfehlungen, pädagogische Struktur)
    • Informatikunterricht im Gymnasium Kl. 9
    • Informatikunterricht im Gymnasium Kl. 10

Da auch im Arbeitskreis Unterrichtmaterialien bisher keine großen Erfolge erzielt werden konnten (es fehlt Zeit und Kraft für zusätzliche Aktivitäten), sollte man sich in Zukunft noch stärker auf das konzentrieren, was in der tägliche Arbeit passiert. Deshalb bietet R. Fabianski an, ihm von den Autoren zur Verfügung gestellte Unterrichtsmaterialien auf den Fachgruppenseiten zu veröffentlichen, entweder direkt oder auch als Link. Diese Materialien sollen zielgruppenorientiert und Klassenstufenweise angeboten werden.
Als Quellen sind vorgesehen

  • Materialien, die für den Riesaer Schulversuch entstanden
  • Handreichung für Kl. 8 (Orientierungsrahmen Gymnasium)
  • evt. Ausarbeitungen die an Staatlichen Seminaren entstehen
  • evt. Materialien von P. Hubwieser

Workshop III: Systembetreuung an Schulen

Protokoll des Workshops