Oberschule Radebeul-Mitte 

Schulgeschichte

Die Geschichte unseres Schulgebäudes

 

Roseggerschule (Wasastr.21). Bis zur Bildung eines eigenen Schulbezirkes besuchten die Serkowitzer Kinder die Schule in Kaditz, Ende des 18. Jh.s existierte daneben in Serkowitz für mehrere Jahre auch eine kleine Winkelschule. 1874/75 entstand auf der Schulstr.7 (später Criegernst, heute Str. des Friedens 35) für rund 27.000 Mark ein erstes schlichtes Volkschulgebäude, das am 11.6.1875 eingeweiht wurde, den steigenden Schülerzahlen aber schon ab 1890 nicht mehr gewachsen war. Im Mai 1900 beschloss der Schulvorstand einen Neubau, der auf dem von der Gemeinde erworben Areal an der damaligen Ziegelstraße 1901/02 durch die Firma –Gebr. Ziller für reichlich 70.000 Mark errichtet wurde.

Das dreistöckige Schulhaus, das zunächst über sechs Klassenzimmer und einen Zeichensaal verfügte und dessen Straßenfassaden durch einen hohen neobarocken Ziergiebel an der Nordseite dominiert wird, wurde am 26.5.1902 feierlich eingeweiht. Die alte Schule beherbergte von 1902 bis 1905 das Serkowitzer Gemeindeamt, wurde 1906/07 als Ausweichquartier des Realgymnasiums und seitdem als Wohnhaus genutzt.

Auch die neue Schule erwies sich bald als zu klein; 1904 wurden die im zweiten Obergeschoß gelegenen Lehrerwohnungen in Klassenräume umgewandelt, 1907 das Hauptgebäude in südlicher Richtung um vier Achsen ( 6 Klassenzimmer) erweitert und um eine Turnhalle ergänzt ( Gesamtk. 45.000 Mark), die auch von lokalen Sportvereinen genutzt werden konnte. Nach der Eingemeindung von Serkowitz nach Radebeul 1905 als 2. Bezirksschule geführt, erhielt die Schule 1919 den Namen des österreichischen Schriftsteller Peter Rosegger (1843-1918). 1962 nach einem sowjetischen Kosmonauten in German-Titow-Oberschule umbenannt und 1986 um einen modernen Ergänzungsbau vom Typ „Dresden“ erweitert, trägt sie seit 1993 u. a. auf Betreiben der Roseggergesellschaft wieder Betreiben der den vorigen Namen. Im gleichen Jahr bezog die Förderschule für Lernbehindere einen Teil der Räume.

Bis 2004 wurde die R. als Außenstelle des Lößnitzgymnasium genutzt; 2004/05 war sie erstes Domizil der neugegründeten freien Evangelischen Grundschule Radebeul. Nach umfangreicher Sanierung 2005/06 soll die Mittelschule Oberlößnitz dorthin umziehen. 

 

 

Peter Rosegger wurde am 31. Juli 1843 in Österreich geboren. Rosegger hatte nur einen beschränkten Schulunterricht genossen. 1873 heiratete er Anna Pichler, die Tochter eines Grazer Hutfabrikanten. Am 20. Februar 1874 wurde den Eheleuten der Sohn Josef geboren, am 4. März 1875 kam beider Tochter Anna zur Welt. Seine Frau überlebte die Geburt nicht und verstarb am 16. März 1875. Rosegger hatte nur ein schmales Einkommen, mit dem er Bücher zu kaufen begann, die anfangs hauptsächlich Dorfgeschichten waren. Bald darauf begann Rosegger selbst zu schreiben. In dieser Zeit war Rosegger bereits als Schriftsteller bekannt. 1876 wurde ihm durch den Verleger Gustav Heckenast aus Pest die Herausgabe seiner Schriften angeboten. 1876 wurde Rosegger von Kaiser Franz Joseph I. zum Herrenhausmitglied auf Lebenszeit ernannt. Seit 1878 unternahm er Lesereisen nach Dresden, Leipzig, Weimar, Hamburg, Kassel und Karlsruhe. 1879 heiratete Rosegger seine zweite Frau Anna Knaur, mit der er drei Kinder hatte. Peter Rosegger verstarb am 26. Juni 1918 in Krieglach im Alter von 74 Jahren. Sein Grabmal befindet sich auf dem Friedhof in Krieglach. Er selbst wollte „das einfachste Grab, wie es jeder Alper Bauer hat, denn wenn man nach 50 Jahren wissen wird, wer der Rosegger war, genügt dies ohnedies“.

 

Texte: Stadtlexikon Radebeul, Herausgegeben vom Stadtarchiv Radebeul 2006, S. 168 
http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Rosegger

Bilder: Stadtarchiv Radebeul - Download der Artikel Radebeuler Tageblatt und Lößnitz-Heimat aus dem Jahr 1925.

 

Akte Schulvorstand 1924
Artikel der "Lößnitz-Heimat" 1925
Sächsische Zeitung 2001
Abschluss 1970
Planung für ein Schulbad
Namensweihe
Postkarte
Schulansicht von 1922
Beschluss Stadtrat
"Radebeuler Tageblatt" 1925