Grundschule Glösa 

Hort

Der Hort als eigenständige Bildungseinrichtung

 

 

"Die Jahre bis zur Pubertät sind die wichtigen salutogenetischen Jahre, die darüber entscheiden, wie stark sich ein Kind später fühlt und wie gut es auch mit komplizierten Lebenslagen zurechtkommt. Damit das gelingt, muss man einem Kind immer mehr an Aktivitäten zutrauen und es herausfordernde Erfahrungen machen lassen."

 

(Bensel, Haug-Schnabel 2025)

Bildungsauftrag im Hort = Alltagsbildung

Der Hort hat als Kindertagesstätte einen familienergänzenden und sozialpädagogischen Auftrag. In der Nachmittagsbetreuung steht die Förderung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit im Vordergrund. Während in der Schule alle Kinder der jeweiligen Klassenstufe dasselbe Lernangebot erhalten, können die Kinder im Hort ihren individuellen Bedürfnissen und Lerninteressen eigenständig nachgehen. Bildung im Hort bedeutet ein ganzheitliches, an der Lebenswelt und realen Situationen orientiertes Lernen, das die Selbststätigkeit der Kinder zulässt, herausfordert und unterstützt. Der Hort erfüllt das Recht auf Spiel und Freizeit und bietet ihnen eine Begleitung und Orientierung im Prozess ihrer Identitätsbildung, das Erproben von Beteiligungsmechanismen sowie das Erleben und Austesten von Strukturen einer Demokratie. Die pädagogische Freizeitgestaltung ist die wichtigste Aufgabe des Hortes. Kinder sollen im Hort vielerlei Formen der Entspannung, Bewegung und Selbstbildung finden, die als Ausgleich zu stressigen Schulalltag stehen. Der Hort soll Spaß machen und nicht die Schule am Nachmittag weiterführen. Denn: Eine selbstbestimmte Gestaltung der Freizeit entfaltet und fördert die Kreativität. Insbesondere im Spiel mit anderen Kindern entstehen Freundschaften, soziale Beziehungen, die dem Kind helfen, sich vom Erwachsenen zu lösen und sich als eigenständige Persönlichkeit zu entwickeln. Mit der fortschreitenden Loslösung von den Erwachsenen wird die Rolle innerhalb der Gleichaltrigengruppe zu einem Indikator des Wohlbefindens: dies führt dazu, dass die pädagogischen Fachkräfte zwar nicht unwichtig werden, dennoch die Kinder immer mehr versuchen, sich in erwachsenenfreie Räume zurückzuziehen und die Regeln und Normen des Zusammenlebens in Frage zu stellen. Das pädagogische Handeln der Erzieher dient als Übergangs- und Übungspartner hin zu einer Kommunikation wie unter Erwachsenen. Sie tragen damit wesentlich zur Entwicklung von Konflikt- und Kritikfähigkeit bei, indem sie sich im Umgang mit Kindern auf echte „Aushandlungsprozesse“ einlassen.

 

 

 

 

 

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