Schule

Der Erbauer

Hans Erlwein

Hans Erlwein wurde am 13.6.1872 in Gmain bei Bad Reichenhall geboren und starb am 9.10.1914 in Rethel/Ardennen bei einem Autounfall. Erlwein hatte in München studiert, einige Studienreisen unternommen und war in Bamberg tätig, bis er am 17.11.1904 in Dresden Stadtbaurat wurde und im Februar 1905 das Hochbauamt übernahm. In knapp 10 Jahren entstanden unter seiner Leitung etwa 50 Gebäude, die wesentlich das neuzeitliche Stadtbild prägten. "Zweckmäßigkeit, Klarheit, Schlichtheit, Gliederung des Aufbaus und und der Einordnung in die Umgebung" sowie Anlehnung an die örtliche Bautradition zeichneten seine Entwürfe aus, mit denen er den Historismus der vergangenen Jahre überwand. Dabei gelang es ihm, auch jüngere bildende Künstler zu Gestaltung der Bauwerke als Gesamtkunstwerke einzubeziehen. Im gesellschaftlichen Leben Dresdens spielt der Stadtbaurat eine einflussreiche Rolle als Vorsitzender des Hochbauausschusses,des städtischen Kunstausschusses, als Mitglied des Seniorenkonvents, des städtischen Kunstausschusses und des Auschussses zur Förderung des Dresdener Hochschulwesens.

Ausführlichere Angaben finden Sie beim  Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V. .

 

 

Die Geschichte

Um 18oo
Die Gemeinde Gruna ist ein Dorf vor den Toren Dresdens ohne eigene Schule. Wahrscheinlich werden die Kinder – wie damals üblich – reihum in den Bauernstuben durch einen Wanderlehrer unterrichtet.          

1838
Striesen erhält eine eigene Schule, in die auch die 20 Kinder aus Gruna gehen. Der Schulweg führt täglich über die Brachfläche der sog. Grünen Wiese.

19.05.1865
Die Königliche Kreisdirektion zu Dresden übergibt der Gemeinde Gruna ein eigenes Schulgebäude auf der Bodenbacher Straße, welches neben den beiden Klassenzimmern auch die Lehrerwohnung enthält. 49 Kinder werden hier eingeschult.

 

 

 

Altes Schulgebäude in Gruna an der Bodenbacher Straße

1901 Gruna wird in die Stadt Dresden eingemeindet. Aus der ehemaligen Dorfschule wird die 31. Bezirksschule. Der Rat der Stadt verspricht einen Schulneubau, da die Bedingungen in der alten Schule denkbar schlecht sind.

Mai 1912 Die Stadtverordneten beschließen einen Schulneubau auf der Grünen Wiese. Mit der Planung ist der Stadtbau- direktor Hans Erlwein beauftragt.

20.04.1914
Feierlich wird das neue Schulgebäude in der Eibenstocker Straße eröffnet. Neben der 31. Bezirksschule ziehen auch die Knabenklassen der X. Bürgerschule und die Erste Mädchen- fortbildungsschule ein. Insgesamt sollen hier bis zu 1624 Kinder Platz finden. Die Schule ist damit die "schönste und modernste in Dresden", wie die Festredner betonen.

1914-1919
Der Erste Weltkrieg bringt einschneidende Veränderungen in den Schulalltag. Lehrer müssen an die Front, fehlendes Brennmaterial sorgt für Kälteferien. Häufig kommen die Schüler nur noch in die Schule, um sich neue Aufgaben für zu Hause abzuholen. Mit dem neuen Schulgesetz 1919 wird die Schule zur 31. Volksschule umbenannt.

1920er
Jahre Obwohl die Schule keine Reformschule ist, werden neue Unterrichtsmethoden ausprobiert. So gibt es die ersten gemischten Klassen, in denen Jungen und Mädchen gemeinsam lernen.

...Kinderfest mit Festumzug 1928

1936
Die Schule wird während des Nationalsozialismus in Hans- Schemm-Schule umbenannt. Die Feiern zur Namensgebung kündigen eine "geschichtlich große Zeit" an, welche die Schüler und Lehrer in Form des Zweiten Weltkrieges erleben müssen.

1945
Die Bombenangriffe im Frühjahr 1945 übersteht das Gebäude mit nur mittelschweren Luftdruckschäden relativ gut, sodass schon am 1. Oktober der planmäßige Unterricht in der nun 31. Grundschule wieder aufgenommen werden kann. Trotzdem sind die Bedingungen schwierig: fehlende Schulbücher und Schreibhefte; 50-60 Schüler je Klasse...

1956
Die 31. Grundschule platzt aus allen Nähten, der Stadtrat von Dresden bezeichnet die Schule als "Mammutschule". Es wird beschlossen, die Schule zu teilen. Neben der 31. Grundschule entsteht so die 5. Oberschule, die im Nordflügel Platz findet. Beide Schulen werden zur Zehnklassigen Polytechnischen Oberschule (POS) ausgebaut. Als Ehrennamen wird die 5. POS nach Kurt Schlosser benannt, die 31. POS erhält der Namen Georgi-Dimitroff- Oberschule.

1986/87
Eine umfangreiche Sanierung des Gebäudes ist notwendig. Die Schüler werden für diese Zeit auf sieben unter- schiedliche Schulen aufgeteilt. Vor allem Architektur- studenten der TU Dresden ist es zu verdanken, dass die ursprünglichen Türbemalungen im Erdgeschoss wieder freigelegt und restauriert werden.

1989
Die Ereignisse der politischen Wende der DDR erfassen auch die 05./31. POS. Erste freie Wahlen der Schülervertreter finden statt, der Schülerrat nimmt seine Arbeit auf, die erste Schulkonferenz tagt.

1992/93
Auf Beschluss des Stadtrates wird aus der 05./31. Oberschule das 11. Gymnasium Dresden-Gruna.

06.04.2004
Fast auf den Tag genau 90 Jahre nach Bezug des Erlweingebäudes auf der Eibenstocker Straße erhält die Schule den Ehrennamen Hans-Erlwein-Gymnasium Dresden.

2008
Unter dem Motto "HEG-Ein Sanierungsfall? Was würde Erlwein dazu sagen?" demonstrieren Schüler, Lehrer und Eltern vor dem Rathaus Dresden für eine Komplettsanierung der Schule, da die Bedingungen untragbar geworden sind.

2011/12
Es beginnt die Komplett-Sanierung des Gebäudes. Das Ausweichquartier in Prohlis auf der Boxberger Straße ist für drei Jahre der Schulstandort.

Schulstandort Prohlis

01.09.2014
Pünktlich mit Beginn des neuen Schuljahres können Schüler und Lehrer das nun moderne "alte" Gebäude wieder in Besitz nehmen. Das Hans-Erlwein-Gymnasium ist zu Erlwein zurückgekommen.

(Recherche und Text: AG Schularchiv;  Abb. 1,2 - Bestand Schularchiv HEG;  Abb. 3 -Homepage HEG)

Foto: S. Conrad

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