Smartphonefreie Grundschulzeit – gemeinsam stark ohne eigenes Smartphone!

„Mama, Papa, wann bekomme ich ein eigenes Smartphone?“

Diese Frage beschäftigt viele Familien spätestens während der Grundschulzeit. Der Wunsch nach einem eigenen Smartphone entsteht oft schon früh – nicht selten auch, weil andere Kinder bereits eines besitzen.

Doch muss ein Kind in der Grundschule wirklich schon ein eigenes Smartphone haben? Wir finden: Nein!

Die Grundschulzeit ist eine wichtige Phase der Kindheit. Sie sollte Raum bieten für Freundschaften, gemeinsames Spielen, Bewegung, Kreativität und echte Erlebnisse – ganz ohne den ständigen Blick auf einen Bildschirm.

Auch der Wechsel in die 5. Klasse sollte kein Anlass sein, dem Kind vorschnell ein eigenes Smartphone zu kaufen. Ein eigenes Smartphone eröffnet zwar viele spannende Möglichkeiten, bringt aber eben auch sehr viele Risiken und Herausforderungen mit sich. Das Internet ist kein geschützter Raum, in dem Kinder gefahrlos den Umgang mit digitalen Medien erlernen können.

Mit der Initiative „ERST SMART. DANN PHONE.“ von „Smarter Start“ möchten wir Eltern ermutigen, ihren Kindern nicht nur eine smartphonefreie Grundschulzeit, sondern möglichst auch die ersten Jahre der weiterführenden Schule ohne eigenes Smartphone zu ermöglichen. Denn Kinder brauchen Zeit, um emotional zu reifen, Selbstständigkeit zu entwickeln und die notwendige Medienkompetenz aufzubauen.

Wenn möglichst viele Familien an einem Strang ziehen und die Entscheidung gemeinsam tragen, entsteht für Kinder weniger Druck, möglichst früh ein eigenes Smartphone zu besitzen. Und genau hier setzt der Elternpakt an, den wir in der „Grundschule am Leutzscher Holz“ umsetzen.

Ein eigenes Smartphone sollte kein selbstverständlicher Schritt beim Älterwerden sein, sondern eine Entscheidung, die gut überlegt und möglichst lange aufgeschoben wird.

Gemeinsam statt allein: Unsere Schule macht mit! Der Elternpakt an der Grundschule am Leutzscher Holz

Gemeinsam statt allein: Unsere Schule macht mit! Der Elternpakt an der Grundschule am Leutzscher Holz

Unsere Schule unterstützt das Präventionsprogramm „Erst Smart. Dann Phone.- Der Elternpakt“ der gemeinnützigen Elterninitiative Smarter Start, um einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu fördern.

Beim Elternpakt geht es darum, als Klassen- und Schulgemeinschaft freiwillige Absprachen unter den Eltern zu ermöglichen, die mit dem ersten eigenen Smartphone mindestens bis zum Ende der Grundschulzeit warten möchten.

Aus Erfahrung wissen wir: Zahlreiche Eltern würden ihrem Kind in der Grundschule lieber noch kein eigenes Smartphone und damit einen Zugang zum Internet geben. Gleichzeitig entsteht schnell ein spürbarer Gruppendruck, sobald das erste Kind in einer Klasse ein Smartphone bekommt. Für einzelne Familien wird es dann zunehmend schwierig, eine abweichende Entscheidung zu treffen, ohne dass Kinder sich als „die Einzigen ohne“ wahrnehmen.

Ziel des Elternpaktes ist es nicht, Digitalisierung abzulehnen, sondern den Zeitpunkt des ersten eigenen Smartphones bewusst und altersgerecht zu gestalten. Ein schrittweises, begleitetes Heranführen an digitale Medien - wie ihn Expertinnen und Experten empfehlen – gelingt mit einem Familien-Tablet besser als mit einem eigenen, jederzeit verfügbaren Smartphone. Und zum Telefonieren im Notfall ist ein einfaches Handy ohne Internetzugang ausreichend.

Kinder, die später starten, sind oft besser vorbereitet. Sie haben oftmals mehr innere Stabilität, mehr Selbstregulierung, ein besseres Selbstwertgefühl, gefestigtere Hobbies und soziale Bindungen. Und sie hatten mehr Zeit für wichtige Entwicklungsaufgaben.

Es geht darum, Kindern etwas Wertvolles zu schenken: Mehr Zeit zur gesunden Entwicklung. Mehr Schutz, mehr Orientierung. Mehr reales Leben – bevor digitale Medien dauerhaft präsent sind.

Die Teilnahme am Elternpakt ist freiwillig und anonym. Die Schule respektiert selbstverständlich die individuelle Entscheidung jeder Familie und wertet diese nicht. 

Jetzt mitmachen!

Den Elternpakt können Sie direkt hier herunterladen, ausdrucken und ausfüllen. Alternativ erhalten Sie ein gedrucktes Exemplar im Schulsekretariat.

Den ausgefüllten Elternpakt können Sie dort auch wieder abgeben.

Fragen und Antworten zum Elternpakt

Fragen und Antworten zum Elternpakt

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Initiative, die Teilnahme und den Umgang mit digitalen Medien.

 

Worum geht es beim Elternpakt?

Beim Elternpakt geht es darum, ein soziales Dilemma gemeinsam zu lösen.

Viele Eltern würden ihrem Kind eigentlich gern später ein eigenes Smartphone geben – tun es aber früher, weil sie nicht möchten, dass ihr Kind als einziges ohne Handy dasteht. Genau hier setzt das Elternbündnis an: Eltern schließen sich freiwillig zusammen und vereinbaren, mit dem ersten eigenen Smartphone noch zu warten.

Es geht also nicht um Technikverzicht, sondern um einen bewussten, altersgerechten Einstieg in die digitale Welt. Digitalisierung ja – aber begleitet, schrittweise und nicht unbegrenzt in der Hosentasche im Grundschulalter.

Der entscheidende Effekt: Wenn viele Kinder in einer Klasse noch kein eigenes Smartphone haben, wird das zur neuen Normalität. Der soziale Druck verschwindet, niemand fühlt sich ausgeschlossen, und Eltern müssen diese Entscheidung nicht mehr allein treffen.

 

Was ist der Vorteil des Elternpakts? Warum soll ich mitmachen?

Die meisten Eltern möchten ihrem Kind nicht schon in der Grundschule ein eigenes Smartphone überlassen. Sobald aber einzelne Kinder ein Smartphone bekommen, wollen alle anderen auch eines, und es entwickelt sich schnell ein Dominoeffekt, dem sich Eltern und Kinder nur schwer entziehen können.


Umgekehrt würden die meisten Eltern mit dem Smartphone bis zum Ende der Grundschulzeit warten, wenn sie wüssten, dass die Mehrheit der anderen Eltern in der Klasse sich auch dafür entscheiden.


Die einfache Lösung ist also: Eine gemeinsame, kollektive Absprache. Wenn alle mitmachen, ist es normal, dass Grundschüler keine Smartphones und keine Social Media Accounts haben. Kein Kind wird zum Außenseiter.

 

Worin bestehen die Hauptgefahren, wenn ein Kind ein eigenes Smartphone zur freien Verfügung hat?

Ein Smartphone bietet den Zugang zum Internet und damit zur vollen Erwachsenenwelt. Es gibt kein Nichtschwimmerbecken im Internet. Kinder haben Zugang zu verstörenden und traumatisierenden Inhalten wie Pornographie, Gewalt, Horrorfilmen und vielen anderen jugendgefährdenden Inhalten. Zudem haben Pädokriminelle, Kriminelle und politischen Influencer über das Internet direkten Zugang zu Kindern.

Daneben spielt der Aspekt der verlorenen Zeit eine Rolle. Ausufernde Onlinezeiten gehen automatisch zu Lasten von wichtigen Entwicklungsaufgaben. Kinder müssen ausreichend Gelegenheit zum freien Spiel mit anderen Kindern haben, um sich bestmöglich zu entwickeln. Die Zeit, die sie vor Bildschirmen verbringen, fehlt ihnen dafür. Die Folge sind Reifeverzögerungen und Entwicklungsstörungen. Der Gefährdungsatlas der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien listet weitere Gefahren auf (insgesamt über 43): Cybermobbing, Sexting (das Versenden von Nacktbildern), Sextortion (die Erpressung durch solche Nacktbilder), gefährliche „Mutproben“ z.B. bei TikTok wie die „Blackout Challenge“, bei der sich Kinder vor laufender Kamera bewusstlos würgen oder die „Piloten Challenge“, bei der Kinder sich ebenfalls in eine u.U. lebensgefährliche Ohnmacht versetzen, sowie zahlreiche problematische Foren, z.B. Foren, die Essstörungen oder Drogen, Selbstverletzungen oder sogar Selbstmord propagieren und verherrlichen.

 

Was sind die Vorteile, wenn Kinder später ein eigenes Smartphone erhalten?

Kinder, die später starten, sind nicht „abgehängt“ – sie sind oft besser vorbereitet. Sie haben mehr innere Stabilität, mehr Selbstregulierung, ein besseres Selbstwertgefühl, gefestigtere Hobbies und soziale Bindungen. Und sie hatten mehr Zeit für wichtige Entwicklungsaufgaben. Es geht nicht darum, Kindern etwas wegzunehmen. Sondern ihnen etwas Wertvolles zu schenken: Mehr Zeit zur gesunden Entwicklung. Mehr Schutz, mehr Orientierung. Mehr reales Leben – bevor sie permanent online sind.

 

Verbietet der Elternpakt Smartphones an Grundschulen?

Nein, es geht nicht um Verbote. Es geht darum, als Klassen- und Schulgemeinschaft gemeinsame Entscheidungen zum Wohle der Kinder zu treffen, bestimmte Absprachen unter den Eltern zu ermöglichen und freiwillig einen Elternpakt zu schließen.

 

Wozu verpflichtet man sich, wenn man beim Elternpakt mitmacht?

Der Pakt beinhaltet lediglich einen einzigen Punkt: Eine freiwillige Selbstverpflichtung der Eltern, dass ihr Kind bis zum Ende der Grundschulzeit kein eigenes Smartphone und keine Social Media Accounts erhält.

 

Bedeutet das, dass ich meinem Kind aber zu Hause ein eigenes Smartphone überlassen kann?

Nein, die Verpflichtung bezieht sich nicht nur auf die Zeit, in der das Kind in der Schule ist, sondern auch auf die Zeit, wenn es nicht in der Schule ist. Ich verpflichte mich, meinem Kind generell bis zum Ende der Grundschulzeit kein eigenes internetfähiges Smartphone zur Verfügung zu stellen.

 

Wenn ich beim Elternpakt mitmache, bedeutet das, dass mein Kind keinerlei digitale Medien nutzen darf?

Die Teilnahme am Elternpakt bedeutet selbstverständlich nicht, dass Ihr Kind keinen Zugang zu digitalen Medien haben soll oder nie ein Smartphone in die Hand nehmen darf. Aber der Zugang sollte kontrolliert und durch die Eltern begleitet sein. Die Eltern sollten ihr Kind beaufsichtigen und wissen, was die Kinder sich ansehen, mit wem sie Kontakt haben und welche Apps sie nutzen. Das funktioniert z.B. gut mit einem Familientablet.

 

Ist der Pakt bindend?

Es handelt sich um eine freiwillige Selbstverpflichtung ohne rechtliche Wirkung.

 

Ich überlege, meinem Kind eine Smartwatch zu überlassen. Kann ich trotzdem mitmachen beim Elternpakt?

Kinder-Smartwatches erscheinen oft als das kleinere Übel, sind aber leider ebenfalls nicht unbedenklich. Viele bieten neben Telefon und Uhrfunktion zahlreiche Spiele sowie die Möglichkeit Ton- und Bildaufnahmen zu machen. Die meisten Grundschulen verbieten daher bereits das Mitbringen von Kinder-Smartwatches. Falls Ihr Kind aber schoneine Kinder-Smartwatch besitzt, können Sie dennoch beim Elternpakt mitmachen. Wir empfehlen aber, ihrem Kind zur Kommunikation statt einer Smartwatch lieber ein nicht internetfähiges Mobiltelefon mitzugeben.

 

Ich möchte, dass mein Kind mich erreichen kann im Notfall und umgekehrt.

Normale Mobiltelefone ohne Internetanschluss fallen nicht unter den Begriff „Smartphone“. Mit so einem kostengünstigen Telefon kann Ihr Kind Sie im Notfall erreichen und Sie auch Ihr Kind.

 

Wie erfahre ich, welche anderen Familien mitmachen? / Wird meine Teilnahme am Elternpakt öffentlich gemacht?

Die Teilnahme am Elternpakt ist freiwillig und anonym. Sie erfahren nur, wieviel Prozent der Familien mitmachen. Es werden nicht die Namen der Familien genannt. In regelmäßigen Abständen wird die Schule über die Beteiligung informieren.

 

Was passiert, wenn ich nicht mitmache?

Es hat für Sie keine Konsequenzen. Es ist nur schade, weil es die Familien, die sich im Elternpakt zusammenschließen, schwächt. Je mehr Familien mitmachen, desto mehr profitieren alle Kinder von ruhigerem Unterricht ohne Ablenkung, von mehr Beteiligung, von weniger Mobbing und einem besseren sozialen Miteinander.

 

Was fällt unter „Social Media Accounts“?

Unter Social Media Accounts fallen vor allem die großen kommerziellen Apps, über die Nutzer Inhalte kreieren, teilen und sich vernetzen können. Die wichtigsten Beispiele sind WhatsApp, TikTok, Snapchat, Instagram, BeReal, YouTube.

 

Gilt WhatsApp als Social Media Account?

Ja.

 

Was ist, wenn ich mitmache, es mir später aber anders überlege?

Der Pakt ist freiwillig und nicht bindend. Sie können selbstverständlich jederzeit wieder aussteigen. Für die anderen Familien ist es natürlich schade, wenn Sie es sich anders überlegen.

 

Kinder müssen aber lernen, mit digitalen Medien umzugehen. Haben sie nicht Nachteile, wenn sie in der Grundschulzeit kein eigenes Smartphone haben?

Natürlich müssen Kinder Medienkompetenz erlernen. Aber diese darf nicht mit reiner Bedienfertigkeit verwechselt werden. Medienkompetenz erlernen Kinder am besten, wenn sie begleitet Stück für Stück an Medien herangeführt werden. Dazu bedarf es keines eigenen Smartphones. Ein Familien Tablet ist z.B. besser geeignet.

 

Wie komme ich an den Elternpakt und wo kann ich ihn abgeben?

Der Elternpakt steht hier zum Herunterladen bereit. Sie können ihn ausdrucken und ausfüllen.

Alternativ erhalten Sie ein gedrucktes Exemplar im Schulsekretariat. Dort können Sie den ausgefüllten Elternpakt auch wieder abgeben.

Wir freuen uns über jede Familie, die mitmachen möchte!

 

An wen kann ich mich bei Fragen wenden?

Bei Fragen können Sie sich jederzeit an das Schulsekretariat oder die Vertreterinnen und Vertreter des Elternrats wenden.

Diese beantworten Ihre Fragen gerne direkt oder leiten sie bei Bedarf an die AG Smartphone weiter.

Außerdem gibt es im Rahmen der Initiative Smarter Start eine WhatsApp-Gruppe für unsere Schule. Dort können Sie Fragen stellen und sich mit anderen Eltern austauschen.

Hier geht es direkt zur WhatsApp-Gruppe:

https://chat.whatsapp.com/HtPNIl9EQiqEnSoM95g8Ab

 

Ich finde die Initiative gut. Wie kann ich mitmachen und unterstützen?

Wir freuen uns über alle Eltern, die sich aktiv einbringen möchten!

Eine besonders gute Möglichkeit ist die Mitarbeit in unserer AG Smartphone. Gemeinsam informieren wir über Chancen und Risiken der Smartphone-Nutzung, organisieren Veranstaltungen und entwickeln die Initiative weiter.

Wenn Sie Interesse haben, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf – über das Schulsekretariat, die Elternratsvertretung oder unsere WhatsApp-Gruppe (https://chat.whatsapp.com/HtPNIl9EQiqEnSoM95g8Ab).

Gemeinsam können wir etwas bewegen.

Infoabend an der „Grundschule am Leutzscher Holz“ zur Smartphonenutzung bei Kindern

Am 6. Oktober 2026 hat die AG Smartphone gemeinsam mit der Schulleitung einen Informationsabend für Eltern organisiert.

Im Mittelpunkt standen die Auswirkungen einer frühen Smartphone-Nutzung, mögliche Risiken für Kinder sowie die Frage, wie ein verantwortungsvoller Einstieg in die digitale Welt gelingen kann.

Wir möchten solche Informationsveranstaltungen künftig regelmäßig anbieten.

 

Hilfreiche Doku- und Buchempfehlungen finden Sie hier.

 

„Schade, dass wir unserem Kind nicht schon früher ein Smartphone gegeben haben!“, hat noch nie ein Elternteil gedacht.