| Zeitraum | Lehrer | Bemerkungen / Besonderheiten |
| ~1590 | Michael Donner | Konflikte mit Pfarrer Büttner; ungebührliches Verhalten in der Kirche; wurde abgesetzt und später Schulmeister in Steinpleis |
| 1612–1670 | Christoph Vogel | übernahm nach Donner; 57 Jahre Kirchschullehrer; geriet in Schulden; kümmerte sich um die Schüler während Pestzeiten |
| 1670–1703 | Johann Thomas Hildebrand | sparsamer Haushalter, Sohn wurde Pfarrer; legte Wert auf Bildung |
| 1703–1756 | Johann Christian Viehweg | Hufschmied, später Lehrer; heiratete Tochter des Vorgängers |
| 1757–1783 | Johann Christian Heltwig | Berg-Kommissar in Rudolstadt, kehrte zurück; zwei Söhne wurden Apotheker |
| 1783–1796 | Christian Friedrich Dinter | Verbesserung der Schulordnung, Heizung der Schulstube, Orgelbeschaffung; bauliche Maßnahmen für Schulgebäude |
| 1796–1839 | Johann Christoph Bast | führte feierliche Schulproben ein; betonte die Verbindung von Gottes Gnade und Bildung |
| 1840–1857 | Friedrich Wilhelm König | gymnasiale Bildung; brachte frischen Wind ins Schulwesen; harte Disziplin |
| 1857–1870 | Moris Robert Leupold | starb früh (45 Jahre) an Lungenerkrankung |
| 1870–1897 | Christian Friedrich Wilhelm Hochmuth | Kantor seit 1883; gründete Volks- und Schulbibliothek; hohe pädagogische Ideale |
| ab 1.12.1897 | Arno Maximilian Schneider | ehemaliger Organist; Ausbau des Schulwesens; mehrere Lehrerstellen gleichzeitig eingerichtet |
Die Qualität des Unterrichts hing stark von der jeweiligen Lehrerpersönlichkeit ab und schwankte erheblich.
Quellenhinweis
Die dargestellten historischen Informationen über die Kirchschule und das Schulwesen in Stenn stammen aus:
D. Georg Buchwald: Neue Sächsische Kirchengalerie – Ephorie Zwickau, Leipzig, Verlag Arwed Strauß, 1902
Die Angaben beziehen sich auf die Zeit bis etwa 1900 und spiegeln die historischen Zustände wider. Sie dienen der Darstellung der Schulgeschichte und der Lehrer von Stenn.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand in Stenn ein neues Pfarrhaus. Die alte Pfarre aus dem Jahr 1616 hatte bis zu diesem Zeitpunkt auf demselben Gelände gestanden. Der Neubau erfolgte in den Jahren 1901/02.
Diese Veränderung prägte auch das Umfeld der Schule, die sich damals noch deutlich von dem Schulkomplex unterschied, wie er sich später entwickelte.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Schule in Stenn stark ausgelastet. Im Jahr 1912 wurden nach der Ortschronik 477 Kinder von vier Lehrkräften unterrichtet.
Der Erste Weltkrieg verschärfte die Situation zusätzlich. Während der Kriegsjahre standen zeitweise nur noch zwei Lehrer für den Unterricht zur Verfügung. Die verbleibenden Lehrkräfte mussten deshalb eine erhebliche Mehrbelastung übernehmen.
Gleichzeitig befand sich das Schulgebäude in keinem guten Zustand. Die Chronik berichtet von baulichen Problemen und davon, dass eine grundlegende Verbesserung notwendig geworden war.
Ein wichtiger Einschnitt in der Geschichte der Stenner Schule begann im Jahr 1924. Durch Spenden und die Unterstützung der Bevölkerung konnte der Ausbau des Schulgebäudes in Angriff genommen werden.
In den folgenden Jahren wurde die Schule umfassend erweitert. Dabei entstanden zusätzliche Klassenräume und weitere für den Schulbetrieb notwendige Räume. Auch eine Turnhalle gehörte schließlich zum erweiterten Schulkomplex.
Bis 1929 war der Ausbau im Wesentlichen abgeschlossen. Damit hatte die Schule eine Größe und Ausstattung erreicht, die den Anforderungen der damaligen Zeit deutlich besser entsprach.
Besonders bemerkenswert ist, dass die Entwicklung der Schule nicht allein durch öffentliche Mittel getragen wurde. Lehrer, Eltern und Schüler beteiligten sich auf unterschiedliche Weise an der Ausstattung und Gestaltung des Schulhauses.
Auch die folgenden Jahre hinterließen ihre Spuren in der Schule und im Ort. Die 1930er Jahre waren von politischen und gesellschaftlichen Veränderungen geprägt, die sich auch auf den Schulalltag auswirkten.
Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs veränderte sich das Leben in Stenn erneut grundlegend. Der Krieg führte zu personellen und organisatorischen Schwierigkeiten. Wie viele andere Einrichtungen war auch die Schule von den Auswirkungen der Kriegsjahre betroffen.
Nach dem Ende des Krieges begann der schwierige Neuanfang. Die Schule musste unter erheblich veränderten Bedingungen weitergeführt werden. Die Ortschronik schildert für die Nachkriegszeit eine Situation, in der Räume und Ausstattung zunächst nur eingeschränkt nutzbar waren und der Schulbetrieb unter schwierigen Bedingungen neu organisiert werden musste.
Nach dem Krieg stand die Schule vor einem schwierigen Neubeginn. Die räumlichen Verhältnisse waren teilweise unzureichend. In einzelnen Klassenzimmern hatten sogar Bretterverschläge bestanden, und die Ausstattung musste schrittweise wieder verbessert werden.
Auch Bücher und Lesematerial für die Kinder mussten neu beschafft und aufgebaut werden. Gleichzeitig war die personelle Situation schwierig, da sich der Lehrkörper in den ersten Nachkriegsjahren stark veränderte.
Trotz dieser Probleme entwickelte sich der Schulbetrieb weiter. Die Schule verfügte schließlich über acht Klassenräume und eine Turnhalle. Damit standen deutlich bessere Voraussetzungen zur Verfügung als noch in den Jahren unmittelbar nach Kriegsende.
In den 1950er Jahren veränderte sich nicht nur die Schule, sondern auch das gesamte Umfeld in Stenn.
Die technische und infrastrukturelle Entwicklung des Ortes schritt voran. Straßen wurden verbessert und ausgebaut, und auch die Verkehrsverbindungen entwickelten sich weiter. Seit 1959 verkehrte ein Bus über Oberneumark.
Auch für das unmittelbare Umfeld der Schule waren diese Veränderungen von Bedeutung. Stenn entwickelte sich weiter, und die Schule blieb ein zentraler Bestandteil des Ortes.
Diese Angaben beruhen überwiegend auf der Ortschronik von R. Ludwig: „Unsere Heimat ›Zu den Steynen‹ – Stenn“ aus dem Jahr 1958.
Wenn Sie weitere historische Quellen oder Unterlagen zur Schule in Stenn besitzen – z. B. alte Dokumente, Bücher, Schulakten oder Familienaufzeichnungen – freuen wir uns sehr über Ihre Hinweise oder Kopien.