- Im Sommer des Jahres 1882 baute die Gemeinde Rochwitz mit einem Darlehen von 9000 Mark ihr eigenes Schulhaus für zweiklassigen Betrieb mit Klassenraum, Garderobe, Lehrmittelraum und Lehrerwohnung. Es gab damals 67 Schüler und Schülerinnen, getrennt in Unter- und Oberklasse und nur einen Lehrer - Herrn Peschel.

- Im Jahre 1889 übernahm der Oberlehrer Max Schneider die Schule mit 90 Kindern. Da es bei seinem Umzug von Weißig nach Rochwitz hier noch keine befestigte Straße gab, versank das Fuhrwerk bis zu den Achsen im Schlamm.

- Durch den Bau neuer Ortsteile stieg die Bevölkerungs- und damit die Schüleranzahl um die Jahrhundertwende rasant an. So musste die Schule durch Anbauten 1894 und 1900 erweitert werden. Anstelle eiserner Öfen in jedem Klassenzimmer gab es nun eine Warmwasserheizungsanlage. Die ca. 200 Schüler wurden von 3 Lehrern unterrichtet.

- Oberlehrer Max Schneider sorgte um 1895 auch dafür, dass die Kinder endlich pünktlich zur Schule kamen. Er initiierte den Bau einer Schuluhr auf dem Dach. Ihr Glockenschlag verkündete jede halbe Stunde ganz genau und zuverlässig, wie spät es war.

- Seit 1921 gehört Rochwitz zu Dresden. Die allgemeine Volksschule mit einheitlichen Lehrplänen wurde in Sachsen eingeführt.

- Im Jahre 1922 wurde wieder angebaut, die Schule hatte nun 6 Klassenzimmer und wurde zur 61. Volksschule Dresden. 1935 erfolgte der Anschluss an die Kanalisation, in dieser Zeit wurde auch ein Werkraum gebaut.

- 1945, nach dem 2. Weltkrieg wurde das Schulgebäude zunächst als Quartier für sowjetische Soldaten genutzt. Nach deren Abzug richteten die Einwohner und Lehrer von Rochwitz es wieder für den Unterricht her.

- 1945/46 waren die Klassen stark überfüllt, da durch die Zerstörung Dresdens die Einwohnerzahl von Rochwitz enorm angestiegen war.

- 1976 wurde aus der achtklassigen eine zehnklassige Polytechnische Oberschule. (POS)

- Im Jahre 1984 erhielt die Schule den Namen „Heinrich Schütz“ nach dem bedeutendsten deutschen Komponisten des Frühbarocks, welcher im 17. Jahrhundert in Dresden wirkte. Dies erfolgte unter dem Motto: „36 Jahre sozialistische Kulturpolitik – Heinrich Schütz-Ehrung in der DDR“. Das „Bach-Händel-Schütz-Jahr“ in der DDR fand 1985 statt. Es war ein zentrales kulturelles Ereignis, welches anlässlich der 300. Geburtstage von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel sowie des 400. Geburtstags von Heinrich Schütz begangen wurde.

- Nach dem Mauerfall und der politischen Wende 1989 erfolgte 1992 die Neuprofilierung des Schulwesens in Sachsen. Die Rochwitzer Schule wurde zur 61. Grundschule „Heinrich Schütz“ mit einzügigem Betrieb.

- Im Oktober 2013 war es dann Gewissheit, dass das alte Schulgebäude den Anforderungen nicht mehr genügt und abgerissen werden muss. So entstand in den Jahren 2016 bis 2018 unser moderner Neubau mit Turnhalle und Außenanlagen.

- Das historische Uhrwerk der aus den 1890 -er Jahren stammenden Schuluhr kann man jetzt in einer Vitrine vor dem Eingang bewundern. Als Erinnerung an das alte Schulhaus fand der sorgsam restaurierte Uhrengiebel aus Sandstein gegenüber an der Hutbergstraße einen neuen Platz.