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Was haben Handys mit Bergbau zu tun?

Beim Runden Tisch BNE haben wir uns mit Rohstoffen, Bergbau und und unseren Handys beschäftigt. Was steckt im Handy und was wird aus ausgedienten Handys? Mehr dazu lest ihr im Artikel...

Runder Tisch BNE beschäftigt sich mit Rohstoffen, Handys und unserer Verantwortung

Was hat ein Smartphone eigentlich mit einem Bergwerk zu tun? Und was hat unser Handy mit Menschen und Landschaften auf der anderen Seite der Welt oder vielleicht sogar direkt vor unserer Haustür im Erzgebirge zu tun?

Mit diesen Fragen beschäftigten sich am 26. August die Schülerinnen und Schüler des Runden Tisches BNE unserer Schule. Zu Gast war Oscar Choque, Eine-Welt-Fachpromotor für Rohstoffe, Umwelt, Klima und Entwicklung. Er ist selbst in einem Bergwerksdorf in Bolivien aufgewachsen und berichtete aus eigener Erfahrung über Bergbau und die Folgen des hohen Rohstoffverbrauchs.

Ein Handy ist mehr als ein Stück Technik

Für uns ist das Smartphone selbstverständlich: Wir kommunizieren damit, hören Musik, machen Fotos oder informieren uns. Für die Herstellung eines Handys werden viele verschiedene Rohstoffe benötigt. Sie werden in verschiedenen Regionen der Welt aus natürlichen Lagerstätten abgebaut, verarbeitet und über oft sehr lange Wege transportiert. Oscar Choque machte deutlich, dass der Blick auf ein Handy deshalb auch ein Blick auf die Welt hinter dem Gerät ist: Woher kommen die Rohstoffe? Unter welchen Bedingungen werden sie abgebaut? Was passiert mit Landschaften und Wasser? Dabei geht es nicht darum, Schülerinnen und Schülern ein schlechtes Gewissen wegen ihres Handys zu machen. Vielmehr geht es um die Frage, wie wir mit den begrenzten Rohstoffen unserer Erde umgehen und welche Möglichkeiten wir selbst haben, Verantwortung zu übernehmen.

Vom Bergbau in Bolivien bis zum Erzgebirge

Besonders spannend ist das Thema für uns im Erzgebirge. Bergbau gehört hier seit Jahrhunderten zur Geschichte der Region. Gleichzeitig wird heute erneut über den Abbau wichtiger Rohstoffe diskutiert – beispielsweise über Lithium, das unter anderem für Batterien benötigt wird. Damit wird eine globale Frage plötzlich ganz regional: Wie viel Rohstoffabbau brauchen wir? Welche Rohstoffe benötigen wir für unsere Zukunft? Und wie können wir dabei Mensch und Umwelt möglichst gut schützen?

BNE, also Bildung für nachhaltige Entwicklung, möchte solche Zusammenhänge sichtbar machen. Schülerinnen und Schüler lernen dabei, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen, Fragen zu stellen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Aus Wissen wird eine konkrete Aktion

Beim Runden Tisch entstand deshalb die Idee, sich ganz praktisch mit dem eigenen Handy auseinanderzusetzen. In einem nächsten Schritt können wir eine Handy-Sammelaktion durchführen.

Denn auch ein ausgedientes Handy ist noch wertvoll: Es enthält Rohstoffe, die zurückgewonnen und wieder genutzt werden können. Die Sammlung kann im Rahmen der HandyAktion Mitteldeutschland stattfinden. Die Geräte werden über ein vorgesehenes Sammelsystem weitergegeben und fachgerecht weiterverwendet oder recycelt. Gleichzeitig werden mit den Erlösen Menschenrechtsprojekte von Brot für die Welt unterstützt. Unsere Servicestelle BNE begleitet die Schule bei der Aktion und bringt die gesammelten Handys zu einer im Programm zertifizierten Sammelstelle.

Mach mit – vielleicht liegt der Rohstoffschatz bereits bei dir zu Hause!

Für die geplante Aktion können schon jetzt alle einmal zu Hause nachsehen:

Liegt bei euch noch ein altes Handy in einer Schublade? Ein Gerät, das längst nicht mehr benutzt wird? Ein Smartphone, das durch ein neues ersetzt wurde?

Vielleicht wird daraus schon bald ein kleiner Beitrag zu unserer gemeinsamen Handy-Sammelaktion an der August-Bebel-Oberschule.

Denn nachhaltige Entwicklung steckt auch in kleinen Fragen im Alltag:

Was brauche ich wirklich? Was kann ich länger nutzen? Was kann repariert oder weitergegeben werden? Und was kann am Ende so zurückgegeben werden, dass wertvolle Rohstoffe nicht verloren gehen?

Der Runde Tisch BNE möchte diesen Fragen weiter nachgehen. Dabei muss niemand schon alle Antworten kennen. Entscheidend ist, neugierig zu bleiben, Fragen zu stellen und gemeinsam neue Blickwinkel zu entdecken.

Vielleicht beginnt unser nächster Schritt deshalb ganz einfach mit einem alten Handy.