„Taras Augen“ von Katharine Bendixen ist der neue Prüfungsstoff im Fach Deutsch zum Erlangen des Realschulabschlusses, der ab diesem Schuljahr in der 9. Klasse vermittelt wird. Ein dystopischer Roman, der mit seinem futuristischen Inhalt die Zukunft sehr stark negativ beschreibt, wirkt besonders auf junge Menschen oftmals abstoßend. So wird nicht zuletzt eine Zukunft beschrieben, die mit der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen wenig gemein hat.
Ähnlich ist es auch im Roman von Katharina Bendixen. Die Jugendlichen Tara und Alun waren ihre gesamte Kindheit hinweg unzertrennlich und dann letztendlich auch ein Paar. Das ging so lange, bis Alun (oder auch Tara?) einen großen Fehler begeht, die die Beziehung auseinanderbringt. Als in der nahe gelegenen Chemiefabrik ein giftiger Stoff austritt, der das Leben der Bewohner des Heimatortes der beiden völlig aus der Bahn wirft und die Gegend für viele Monate unbewohnbar macht, treten die Gründe der Trennung immer mehr in den Hintergrund und beide merken, wie ihnen der jeweils andere fehlt. Denn immerhin geht es jetzt um das Überleben in einer solchen Krisensituation, es geht um das, was man noch darf und was man nicht mehr darf, es geht um die Macht und die Ohnmacht eines Staates in einer solchen Situation. Anhand von den zwei verschiedenen Lebensräumen Taras und Aluns beschreibt Katharina Bendixen anschaulich, was eine Katastrophe mit den Menschen macht und wie sich Demokratie bewähren kann oder in Frage gestellt wird.
Im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden hatten unsere 9. Klassen die Gelegenheit, diesen Roman als Theaterstück erleben zu dürfen. Dabei war es eine Herausforderung für die Theaterschaffenden, zwei verschiedene Orte auf einer kleinen Bühne darstellen zu müssen. Auch die Schauspieler, die ja bereits erwachsen sind, sollten sich so präsentieren, dass sie authentisch als Jugendliche erscheinen und nicht aufgesetzt jugendlich wirken. Besonders die Hauptdarstellerin der Tara Sarah Schmidt, aber auch Emil von Schönfels als Alun und Lena Birke als Ste bzw. Lone wirken überzeugend in ihren Rollen. Das war auch die allgemeine Grundmeinung der Schüler im sich anschließenden Publikumsgespräch, in dem die Schauspieler noch einmal ihre Sicht auf ihre Rolle darlegen konnten.
Der Theaterbesuch hat unseren Schülern diesen doch recht düsteren und komplexen Stoff auf andere Weise nahegebracht und bildet so eine solide Basis für die Prüfungsvorbereitung im kommenden Schuljahr.