Deutsch - Französischer Schüleraustausch 2005/2006

Auch dieses Schuljahr findet an unserer Schule ein deutsch-französischer Schüleraustausch statt, bei dem wir die Möglichkeit haben die französische Sprache und Traditionen durch unsere Gastschüler hautnah mitzuerleben. Der Austausch 2005/06 kam diesmal nur durch eine Kooperation mit dem Dresdner Romain-Roland-Gymnasium zustande. Da sich in unserer Klassenstufe nicht genügend Schüler fanden, die mitfahren wollten.

Im November waren bereits die französischen Schüler zu Gast an unserer Schule. Sie lernten in 13 Tagen unsere Stadt und die Umgebung kennen. So waren wir unter anderem mit unseren Austauschschülern einen Tag in Meißen, wobei wir in der Porzellan Manufaktur einen Rundgang unternahmen und am Nachmittag noch baden gingen. Außerdem veranstalteten wir eine Stadtrallye, bei der die Franzosen einige Fragen zu unserer Stadt beantworten sollten und die Besten Preise bekamen.

Am Abreisetag flossen noch einmal Tränen, da sich vor allem die Mädchen von ihren Austauschschülern für den Moment noch nicht verabschieden wollten. Jetzt freuen wir uns schon alle auf die Reise nach Frankreich, welche Ende März-Anfang April stattfindet.

Freitag 31.03.06
Wir sind gegen um 9 Uhr bei unserem „Hôtel Première Classe“ angekommen. Danach machten wir uns auf den Weg zu Notre-Dame. Eine Weile liefen wir bis zur Metro-Station, wo wir dann mit den Linien 9 & 4 zu Notre-Dame fuhren. Dort angekommen machten wir alle Fotos und sahen uns das Gebäude natürlich auch von innen an. Nach einer kleinen „Mittagspause“ gingen wir zum Louvre. Auf dem Weg sahen wir einige Verkehrspolizisten, die auf der Strasse ihr Leben riskierten. Am Louvre angekommen, hatten wir dann bis 15 Uhr Freizeit. Wir wollten uns alle wieder am grossen Triumpfbogen treffen, was aber nicht alle einhielten. In der freien Zeit sahen sich einige das Louvre von innen an, andere gingen ein Eis essen, kauften sich Andenken oder sahen sich Paris noch genauer an. 4 Leute (Maria, Anita, Sophie und Ina) waren nicht pünktlich am grossen, dafür aber am kleinen Triumpfbogen. Die machten sich dann so schnell wie möglich auf den Weg zum anderen Triumpfbogen, und waren dann so gegen 15.30 Uhr auch da. Als sie ankamen, wurden sie natürlich von den anderen ausgelacht. Alle wieder vereint, machten wir uns alle auf den Weg zum Eiffelturm. Dort machten wir alle viele Fotos, und wir fuhren dann auch auf den Turm und sahen uns Paris an. Danach machten wir eine Bootsrundfahrt auf der Seine. Dabei sahen wir uns viele Sehenswürdigkeiten an. Nach der entspannenden Bootsfahrt teilten wir uns auf. Einige gingen ins Hotel und die andere Gruppe sah sich die Sacré Coeur an. Abens im Hotel richteten sich dann alle gemütlich ein, duschten und schliefen dann tief und fest ein.
Geschrieben von Anita und Maria



Samstag 1.4.06
Am Samstag, dem 1. April um ca. 18 Uhr war es so weit: Der Bus kam am Collège Lesven-Jacquard an. Die franzoesischen Teilnehmer warteten schon sehnsuchtsvoll auf ihre Korrespondenten. Es wurde sich herzlich umarmt, die Familien wurden vorgestellt und es began die grosse Gepaecksuche. Nachdem jeder seine Tasche besass, wurde ein von den Franzosen vorbereitetes Buffet eroeffnet. Als auch dieses Ereignis sich dem Ende neigte, richtete sich die Aufmerksamkeit auf die deutschen Franzoesisch- bzw. Die franzoesischen Deutschlehrer, welche kurz darauf eine kleine Ansprache hielten. In dieser wurden die Lehrer der deutschen Kollegschaft vorgestellt, die deutschen Schueler begruesst und es wurde sich auf das Herzlichste fuer Speiss und Trank bedankt. Eine zweite Ansprache folgte nun allein fuer die Dresdner Gymnasiasten: Ihnen wurde Material fuer den Aufenthalt ausgegeben, welches noch erlaeutert. Zum Schluss wurde sich untereinander noch einmal herzlich verabschiedet und der Aufenthalt in Brest bei den Gastfamilien hatte begonnen.
Geschrieben von Felix D. und Daniel

Sonntag 2.4.06
Fuer heute hat das Programm einen freien Tag mit der Gastfamilie vorgesehen. Wir stehen gegen zehn Uhr auf, fruehstuecken und fuellen einen Teil des Aufgabenheftes aus. Gegen halb zwei kommt die Mutter von Melchior (die Eltern leben getrennt) und nimmt Melchior, Galaad (den Bruder) und mich mit auf einen Ausflug an die Kueste. Kurz hinter Brest machen wir fuer eine Stunde Halt, um ein bisschen zu Fuss auf den Klippen entlangzugehen und uns das Fort Dellec anzuschauen. Danach fahren wir weiter zur Wohnung der Mutter in der Naehe der Kueste, in einem Ort namens Loc Maria-Plouzané. Dort holen wir den Hund ab und fahren weiter zum Kloster St. Mathieu. Hier treffen wir einige der anderen Deutschen mit ihren Austauschschuelern. Danach fahren wir wieder zurueck nach Brest. Aujourd`hui, on a passé une journée en famille. Nous nous sommes levés à dix heures, nous avons mangé le petit déjeuner et nous avons fait quelques devoirs dans le cahier que j’avais reçu avec les profs. A une heure et demie, la mère de Melchior est venue et elle nous a pris faire un tour de long de la côte. Derrière Brest, nous nous sommes arrêtés pour aller à pieds sur les falaises et pour visiter le Fort de Dellec. Après, nous sommes allés à la maison de la mère qui se trouve près de la mer, dans un village qui s’appelle Loc Maria-Plouzané. Là, nous avons pris le chien avec nous et nous avons continué notre tour jusqu’à l’Abbaye de St. Mathieu. Ici, nous avons rencontré quelques Allemands avec leurs corres. Après, nous sommes retournés à Brest.
Geschrieben von Ludwig

Montag 3.4.06
Nachdem wir das erste Wochenende in den Gastfamilien erlebt hatten, war am Montag die Erkundung der Schule angesagt. Wir trafen uns 8.00 Uhr vor dem Collège Lesven-Jaquard. Zunächst wurden wir vom Schulleiter begrüsst und durften dann das für uns vorbereitete Buffet stürmen. Anschliessend gab es eine Führung durch die Schule. Natülich haben wir auch selbst am Unterricht teilgenommen. Danach konnten wir entweder an der Kantine oder bei unseren Austauschschülern Mittag essen, um für die Stadtrallaye gewappnet zu sein. Wir waren in Gruppen mit je zwei Franzosen und sechs Deutschen eingeteilt, was äusserst lustig war. Gegen 17.30 Uhr trafen wir uns dann alle wieder am Place de la Liberté und waren ziemlich geschafft.
Geschrieben von Anja

 

Dienstag 4.4.06
Am Dienstag hatten wir « leider » keinen richtigen Unterricht, da an diesem Tag in Frankreich gestreikt wurde. Gegen 10 Uhr sind wir dann in das „Océanapolis“ gefahren. Dies ist ein Aquarium mit drei grossen Pavillions. Das erste Gebäude handelte von den verschiedenen Schichten des Meeres, wie sie aufgebaut sind, und insbesondere welche Tiere und Tierarten in diesen Regionen leben. Am Ende des Pavillions befand sich ein Streichelbecken, in dem man ein paar Rochen, Seesterne und Seeigel anfassen konnte. Im 2. Pavillion drehte sich alles um die Polargebiete. Man konnte Pinguine, Robben und zahlreiche in kalten Gewässern lebende Fische bestaunen. Danach legten wir eine Picknickpause ein, um uns zu stärken und zu erholen. Im letzten Pavilion, in dem uns tropische Fischarten näher gebracht wurden, sahen wir, wie die Fische gefüttert werden. Dann ging es zurück nach Brest und am Abend war Eislaufen angesagt. Es gab ein lustiges Rennen und alle hatten sichtlich Spass.
Geschrieben von Tom

Mittwoch 5.4.06
Am Mittwoch haben wir uns 9:30 am Bus getroffen .Wir fuhren in zwei Bussen in das Dorf Argol und besuchten das Museum des alten Handwerks.Man hat uns viele interessante Berufe erklärt.Danach haben wir in einem „Halbraum“(Frau Trebings Definition),einem fast vollständig überdachten Hof ,gepicknickt.Bei eisigem Wind versuchten wir uns durch traditionelle bretonische Spiele aufzuwärmen. Nach einem Lied („Laurencia“) stiegen wir in den Bus und fuhren zu einem kleinen Dorf. Ausgestiegen, empfing uns wieder eisiger Wind. Wir spazierten oberhalb der Küste entlang und hatten einen tollen Ausblick. Wieder im Dorf angekommen, hatten wir eine 3/4h Freizeit um uns zB. den Hafen oder den Strand anzugucken. 15:45 stiegen wir in die Busse und fuhren zurück nach Brest/Guilers.
Geschrieben von Auguste und Franz

 

Donnerstag 6.4.06
Um acht trafen sich alle Deutschen und die zugehörigen Franzosen an der Schule und stiegen, gemeinsam mit den Lehrern und Busfahrern in einen Linienbus, der vom Arsenal gestellt wurde. Damit zuckelten wir los, luden die restlichen Leute in Guillers ein und fuhren dann zum Arsenal. Nachdem man uns fünfmal erklärt hatte, Handys und Fotoapparate sollen aus und in der Tasche sein, wurden wir in vier Gruppen eingeteilt (2 französische und 2 deutsche) und die Führung begann. Das Arsenal ist Stützpunkt der französischen Marine, in dem sich u.a. ein U-Boot und ein Trainingszentrum befindet. Wir durchliefen alle Teile eines U-Bootes, die Steuerung, Verteidigung, Positionsberechnung usw., und auch ein U-Boot-Simulator, ein grosser, schaukelnder Kasten, der (wie der Name schon sagt) ein U-Boot simuliert. Ich glaube, wir „tauchten“ ca. 250m tief. Ein Kommandant erklärte uns, dass man, wenn man alle Simulatoren zusammensetzen würde, ein fertiges U-Boot erhielte. Gegen um zwölf waren die Führungen beendet und wir assen gemeinsam mit den Auszubildenden und der restlichen „Besatzung“ Paella (gelber Reis mit Meeresfrüchten und Gemüse), Hühnchen und Tintenfischringe zu Mittag. Halb eins sassen wir wieder im Bus auf dem Weg zur Schule. Dort hatten die Franzosen wieder Unterricht und die Deutschen erst mal eine Stunde Freizeit, die laut Programm eigentlich als „Zusammenkunft mit den Lehrern“ bezeichnet wurde. So nutzten wir diese zum Fussball spielen, anfeuern, Nichtstun, in der Sonne liegen und ausspannen. Anschliessend waren „Bretonische Tänze“ angesagt. Fünf Männer und fünf Frauen öffneten uns die Tür zur Welt der bretonischen Folklore, erst zeigten uns die schon ein wenig betagten fünf Paare etwas, dann liefen wir alle im Kreis, hüpften, klatschten und lachten viel! Ab halb fünf konnte dann jeder sein eigenes Ding machen... All in all: Ein lustiger Tag, an dem uns ermöglicht wurde, etwas zu sehen, was es nicht oft gibt...

 

Freitag 7.4.06
Am Freitag sind wir um sieben aufgestanden, damit wir nicht zu spät kommen. Unsere erste Stunde war Englisch, in der es uns schwer fiel, uns auf Englisch umzustellen. Danach hatten wir Deutsch. Schliesslich brachte uns der Bus zum Strand, wo wir Strandsegeln lernten. Zwei Schueler wechselten sich immer mit einem Helm und einem Strandsegler ab. Es hat mir sehr viel Spass gemacht.
Geschrieben von Moritz

Nachdem wir am Freitag zwei Stunden den Unterricht besucht hatten, ging es fuer die Deutschen Schueler nach Plounéour-Trez, zum Strandsegeln. Als wir ankamen durften erst einmal alle an dem Sandstrand ihr Picknick essen, bevor es endlich los ging. Alle mussten sich ihre Wechselsachen (soweit vorhanden) bzw. die zur Verfuegung gestellten Sachen anziehen. Bevor wir zwei Stunden lang « segeln » konnten, wurde uns erklaert wie die « chars à voile » gesteuert werden. Ich denke, dass alle der Meinung sind, dass zwei Stunden Strandsegeln zu kurz waren. Sogar die Katastrophenfaelle, die staendig stecken geblieben sind bzw. aus den chars à voile gefallen sind, vertreten diese Meinung. Alle in allem war es wohl einer der besten Tage, hier in Frankreich, der wirklich allen sehr gefallen hat und uns laenger in Erinnerung bleiben wird.
Geschrieben von Franziska

Samstag 8.4.06
Nach einer anstrengenden Woche durften wir am Samstag eine Stunde laenger schlafen: Gemeinsam mit unseren Corres fuhren wir in einem Bus (platzmaessig nur moeglich durch die vielen gesundheitlichen bedingten Ausfaelle- wahrscheinlich hervorgerufen durch das « delikate » Essen -Krabben und Tintenfischringe – zwei Tage zuvor im Arsenal, um ein Schiff zu besichtigen. Die Fuehrung war sehr interessant und wir haben dabei viel ueber das Leben an Bord eines solchen Schiffes gelernt; Um 12. 30 uhr war die Besichtigung zu Ende und alle hatten den Nachmittag zur freien Verfuegung. Am spaeten Abend traf sich noch eine groessere Gruppe um sich « L'âge de glace 2 » anzusehen. Bis auf die Preise fuer das Popcorn war es ein sehr schoener Tag.
Geschrieben von Cosima

 

Sonntag 9.4.06
Da auch der zweite Sonntag in unseren Gastfamilien uns zur freien Verfügung stand, verabredete ich mich mit ein paar deutschen Austauschschülern und ihren „Corres“, um das schöne Städtchen Quimper zu erkunden. Ausgemacht war 13 Uhr, aber da unsere Franzosen es mit der Pünklichkeit nicht so ernst nahmen, fuhren wir erst viel zu spät los.
Nachdem dann wir dann doch angekommen waren, besichtigten wir die Kirche von Quimper. Übrigens sah diese aus wie Notre Dame im Kleinformat. Durch den leicht übertriebenen Eifer unserer Corres kannten wir nach 3 Stunden sämtlich Seitenstraßen und Gärten von Quimper. Nur leider erkundeten wir Quimpers Crêperien nicht.
Da aber alle Hunger hatten, suchten wir uns einen schönen Platz zum Picknicken. Danach spazierten wir noch eine Weile am Strand entlang und sammelten viele von den schönen Atlantikmuscheln.
Leider fing es nach einer Weile an zu regnen, sodass alle beschlossen den Nachauseweg anzutreten. Zu Hause spielte ich mit meiner Familie noch eine Runde Monopoly Bretagne, kaufte den „Bahnhof von Brest“ und sank dann nach einem heißen Bad geschafft von diesem schönen Tag ins Bett.
Geschrieben von Sophia Knetsch

Montag 10.4.06
Der Montag begann. Und er war einer der mit Programmpunkten vollbepacktesten Tage. Also hier die Kurzversion: Der Montag begann... mit 2h Volleyball in der eisigen Turnhalle des Lesven Jacquard. Wenn da das Schülerherz nicht höher schlägt. Nun gut. Auch ich als nicht so Sportbegeisterte habe überlebt. Dann hatten wir eine Stunde Unterricht. Und nachdem wir den Austausch noch im Schulclub ausgewertet hatten, gab es in der Schulkantine Mittagessen. Nun das Highlight des Tages! Wir waren beim Punkt „Ausflug zur Île Vierge, Überfahrt zur Insel und Besichtigung des Leuchtturms“ angelangt. Und schwubbdiwubb sind wir mit dem Bus angekommen und ein Boot wartete schon auf uns. Das brachte uns schaukelnd auf die Insel mit dem wahrscheinlich größten und grauesten Leuchtturm Europas. Nicht dass man denken könnte, er wäre mit einem Fahrstuhl ausgestattet. Nein! Wir durften jede einzelne Stufe zu Fuß erklimmen. Auf dem Weg hinauf waren viele erschöpfte Seufzer zu hören. Nicht wenige davon kamen von mir… Doch schließlich sind alle oben angekommen (ich zuletzt) um die Aussicht zu genießen. Und die war sagenhaft! Wie da der große, weite Atlantik vor uns lag und hin und wieder die Wellen gegen die Felsen peitschten und es zischte und krachte. Hach ja… Das Meer. Da fängt man schnell an zu philosophieren und stellt sich komische Fragen über das eigene Leben: „Wie viele Kinder möchte ich eigentlich haben oder werde ich mir als Oma zu Haare auch lila färben?“ Alles lebenswichtige Fragen. Allerdings kommt man auch bald wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und gehen einem solche Gedanken durch den Kopf: „Morgen geht’s wieder ab nach Deutschland. (Obwohl…nie wieder Muscheln, Krabben und Austern schlürfen…) Aber heute Abend müssen schon Sachen gepackt werden. Sind wird nicht gestern erst in Frankreich eingetroffen?! Wie die Zeit vergeht. Alles hat eben ein Ende nur die Wurst…naja ihr wisst schon.“ Genug davon. Alle wieder unten. Busfahrt. 1h Freizeit. Abschlussfeier. Oh ja! Allen knurrte gehörig der Magen. Gott sei Dank gab es da dieses lecker riechende Buffet… Doch wir wurden hingehalten. Ein paar kleine Reden, ein Filmchen und dann war es soweit! Buffet eröffnet! Ein Schubsen und Gedränge vor den zahlreichen Nudel- und Reissalaten. Aber die Gastfamilien hatten reichlich aufgetischt und jeder wurde satt. Eigenartig nur dass der Cidre am schnellsten alle war. Tja, das war er, der letzte Programmpunkt am Montag, den 10. April 2006.
Geschrieben von Steffi