Bericht der Theatergruppe zur Schulneueröffnung

Gisela - oder wie eine Schule feierlich wiedereröffnet wird

Es sollte ein besonderes Programm werden. Unsere alte Weixdorfer Mittelschule, die in diesem Jahr 111 Jahre alt wird, wurde in dreijähriger Abwesenheit erweitert, modernisiert und neu eingerichtet. Jetzt sind wir wieder hier und freuen uns natürlich über die neuen Möglichkeiten.
Seit 2010 sind wir eine feste Theatergruppe und haben uns intensiv und erfolgreich um unsere schauspielerische Entwicklung gekümmert. Nun sind wir natürlich besonders froh darüber, eine moderne Bühne mit allem, was dazugehört, vorzufinden. Vorbei die Zeit des Probens in voll gestellten Klassenzimmern und des Verstauens unserer Requisiten in allen noch verfügbaren freien Ecken an der Ausweichschule ohne Festsaal. Jetzt kann unsere erste Aufführung unter besten Bedingungen über die neue Bühne gehen!!!
Doch dazu später.
Zunächst hatten wir einen Auftrag zu erfüllen. Am 7. September 2012 sollte vor geladenen Gästen in feierlichem Rahmen ein Bühnenprogramm zur Wiedereröffnung der Schule aufgeführt werden. Seit Mai des vergangenen Schuljahres haben wir uns darüber die Köpfe zerbrochen. Die Anforderungen waren mehr als anspruchsvoll: die Geschichte der Schule soll auf künstlerisch anspruchsvolle Weise mit dem heutigen prallen Schülerleben verwoben und das Ergebnis professionell und dem würdigen Anlass entsprechend dargeboten werden. Viele Gedanken und Episoden sind in der umfangreichen Recherchearbeit zutage gefördert worden. Unsere Betreuerin Christiane hat sie in ein Stück gefasst, wir haben die Umsetzung ihrer Ideen in Angriff genommen.
Die Eröffnungsperformance mit Umzugskisten und weißen Masken haben wir uns selbst ausgedacht. In Verbindung mit der ausgewählten Musik finden wir sie ausgesprochen gelungen. Unsere liebgewordene Putzfrau Gisela vom Neustädter Bahnhof wollten wir unbedingt
dabei haben. Sie ist uns so ans Herz gewachsen, irgendwie wollten wir uns von ihr verabschieden. Also haben wir sie kurzerhand als solidarische Hilfskraft an die MSW vermittelt, wo sich auch sofort ein ausgesprochen gutes Verhältnis zum Hausmeister der Schule eingestellt hat.
Nun wieder zurück zum Bühnenprogramm. Wir haben es tatsächlich am 7. September aufgeführt. Die letzten Handgriffe an der Technik waren getan, der Saal bestuhlt und das Publikum blickte um 19.00 Uhr neugierig auf den nagelneuen Vorhang. Als der sich zum ersten Mal öffnete, wussten wir um unsere Stärken und spielten einfach drauf los. Alles funktionierte wie am Schnürchen. Schauspieler, Musiker, Sänger und die anmutigen Tänzer waren in Hochform. Gisela fühlt
sich so wohl hier, dass sie bis zur Rente an der Weixdorfer Schule bleiben möchte.
Wir haben unseren Auftrag erfüllt. Dass es den Gästen gefallen hat, haben wir deutlich gespürt und das ist ja für einen Künstler das Wichtigste.

Dann bis zum nächsten Auftritt. - Die Gruppe Bühnenprogramm 10b und 9a.